eureka - was hätte das für ein film werden können!? mit einer absoluten weltklasse-besetzung ausgestattet (gene hackman, teresa russell, rutger hauer, mickey rourke, joe pesci) und inszeniert vom gleichermaßen renommierten wie umstrittenen regisseur nicholas roeg. trotzdem kam kein guter film dabei rum. und das, obwohl der film in der ersten halben stunde wahrlich furios beginnt. gene hackman als hartgesottener, unerbittlicher goldgräber jack mccann, der in alaskas schnee- und eiswüsten auf eine goldader stösst. grandiose landschaftsaufnahmen erzeugen eine einzigartige, fast traumhafte atmosphäre.
dann überspringt die handlung knapp 20 jahre und zeigt uns mccann als reichen, selbstgerechten patriarchen, der familie und geschäftspartner gegen sich aufbringt und der (wie der hüllentext so schön nichtssagend verrät) "vielleicht einen zu hohen preis zahlen muss". und leider fällt der film ab hier in sich zusammen wie ein kartenhaus. die figuren hängen völlig in der luft, die motivation ihres handelns bleibt völlig unklar, ebenso wie die bedeutung vieler szenen (warum hasst hackman seinen schwiegersohn hauer? warum will pesci unbedingt hackmans land? was sollte die komische voodoo-orgie? warum wird hackman am schluss so wüst zugerichtet?) .
die einzelnen szenen hängen mehr oder weniger ohne verbindung aneinander, die gerichtsverhandlung am ende des films mit einem sich selbst verteidigenden angeklagten (der natürlich auch problemlos nen freispruch rausholt) wirkt endgültig nur noch lächerlich. und was sollten die überzogenen splatterelemente? der film kommt über weite strecken wie ne dröge theater-aufführung daher, warum muss dann explizit gezeigt werden, wie hackman von nem bunsenbrenner gegrillt wird? ich hab kein problem mit solchen szenen, aber es passte halt überhaupt nicht zum rest des films.
fazit: ich hatte einen film erwartrt im stil von "die katze auf dem heissen blechdach", naja kammerspielartiges familiendrama wars dann zwar auch irgendwie, nur halt fad und ideenlos. ich fand roegs "wenn die gondeln trauer tragen" grossartig, sein "castaway" mit oli reed war schlichtweg brillant, "eureka" hingegen war leider nur gepflegte langeweile. 2 punkte nur wegen der guten ersten halben stunde (hätte roeg doch nur auf die "familien-trög-ödie" verzichet und stattdessen einen reinen goldgräberfilm gedreht!!!)