Der Autor / Das BuchMichael Sailer Geboren: 1963; erster Schreibversuch: der Kriminalroman Der geheimnisvolle Pfarrer (ca. 1971, die Fortsetzung Die Feuertasche blieb wegen Leichenüberfluß und dahingeschiedener Stringenz unvollendet).
In den mittleren und späteren 70er Jahren Herausgeber und Autor einiger Schüler- und Jugendzeitschriften, 1982-84 Fanzine Der Blitz. Seit 1978 Musiker in verschiedenen Bands, u.a. Tollwut, Marionetz, The Comics, Narcotic Brothers, Dead City Radio. Von 1984 bis 1992 Tätigkeiten u.a. als Discjockey, Lagerist, Garderobier, Pförtner, Playback-Statist, Hausmeister, Büromaschinenverkäufer, TV-Schauspieler.
1989 erschien in Kleinstauflage und unter Pseudonym die erste Version der Story-Sammlung Abend im Arsch. Seit 1993 Rezensionen, Reportagen, Interviews in verschiedenen Musik- und anderen Zeitschriften, von 1994 bis Juni 2000 Redakteur des WOM-Journals, währenddessen und seither freier Autor u.a. für die Süddeutsche Zeitung, Musikexpress, Rolling Stone, Applaus, Die Woche, taz.
Studium der Germanistik und Geschichte, 1998 Magister mit der Arbeit Die verlorene Gegenwart über Horvath, Kafka und Karl Valentin, betreut von Herbert Rosendorfer.
1998 Literaturstipendium der Stadt München für den Roman Die Verrückten stehen in der Sonne (erscheint 2001); Beiträge u.a. zu den Anthologien Journalismus als Eiertanz (Edition Tiamat 1999), Öde Orte II, Oldies, die wir nie vergessen (Reclam Leipzig 1999 bzw. 2000), Das große Rhabarbern (dtv 2000).
Die Kolumne Belästigungen erscheint seit Dezember 1996 jeden Monat im Kunstpark-Magazin; das Buch enthält auch einige unveröffentlichte Folgen.
Die Süddeutsche Zeitung schrieb: "(...) Sailers 'Belästigungen' sind allerfeinster Stoff und brauchen sich an Sprachwitz, Beobachtungsgabe und Originalität keineswegs verstecken vor den Erzeugnissen bekannterer Kollegen wie Max Goldt oder Wiglaf Droste (vor dem schon gar nicht). Sailer nörgelt aufs Unterhaltsamste über alles, was einen so tagtäglich belästigen kann: neue Moden, der Aktienwahn, die CSU und schlechte Popmusik. Der Münchner Musiker, Journalist und Schriftsteller (...) macht sich lustig über Trends und spielt mit der Sprache. Zum Begriff 'Think Tank' fällt ihm nur ein: 'Wer ein Auto fährt oder eine Ölheizung hat, weiß, daß die wesentliche Eigenschaft von Tanks darin besteht, daß sie sich leeren.' Und einer seiner ganz besonderen Lieblinge ist Phil Collins, 'der im Prinzip schon untot geboren ist und 1985 mit dem Song 'Sussudio' musikalischen Suissido beging' - er kommt nahezu in jeder Kolumne vor, gewissermaßen als Maßeinheit für ganz besondere Abscheulichkeiten. (...) Die ersten 30 Kolumnen erscheinen nun unter dem Titel 'Eure Armut kotzt mich an', womit wohl vor allem die geistige und seelische Armut von vielen seiner Mitmenschen gemeint ist."
Die Abendzeitung schrieb: "In: Michael Sailer 'Belästigungen' im Kunstpark-Magazin - amüsante Provokation" Der Verleger