Zigfach-Platin-Rockband verläßt die Pfade bishherigen Erfolgs, um sich nicht zu wiederholen, neues Terrain zu erkundschaften, und letztendlich doch nur zu Erkenntnis zu kommen, wieder das zu spielen, wofür man berühmt wurde. Keine neue Story, sondern bei den meisten Acts festzustellen, die sich mehr als 5 Jahre halten konnten. Auch Mötley Crüe versuchten ja, sich mit New Tattoo 10 Jahre zurück zu teleportieren, bei Metallica würden es sich viele wünschen, daß sie wieder Mitte der 80er landen und Def Lappard haben es eben auch getan, das sehr starke Slang konnte bei weitem nicht an Pyromania und Hysteria anknüpfen, was die Absätze betrifft, also ist man endlich wieder back to the roots. Euphoria klingt, mit Ausnahme vielleicht von All night und Paper sun, so, als würde es kurz nach Hysteria entstanden sein. Natürlich, das ist nicht das Schlimmste, das Songwriting wird deswegen ja qualitiativ nicht schelchter, NUR: irgendwie hat man das Gefühl, die 'neuen' Songs allesamt nach dem ersten Mal hören schon zu kennen, beinahe Nostalgiegefühle tauchen auf. Würden die Leps behaupten, Euphoria würde aus den Sessions von Pyromania und Hysteria über geblieben sein, kaum jemand hätte einen Grund zu zweifeln.
Wer mit Retro active und Slang nicht zufrieden war, der wird mit Euphoria seine Freude haben, wer allerdings gehofft hat, die Band würde den in den letzten Jahren eingeschlagenen (erfolgloseren) Weg weiter gehen, der sollte es sich überlegen, ob er für einen Abklatsch bekannter Alben etwas übrig hat. Denn besser als ein Original wird eine Kopie auch dann nicht, wenn sie mit einem Jahrzehnt Verspätung kommt.