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Eunuchen für das Himmelreich. Katholische Kirche und Sexualität
 
 
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Eunuchen für das Himmelreich. Katholische Kirche und Sexualität [Taschenbuch]

Uta Ranke-Heinemann
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Taschenbuch EUR 11,99  
Taschenbuch, Dezember 2001 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 366 Seiten
  • Verlag: Hoffmann u Campe Vlg GmbH; Auflage: 4. A. (Dezember 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455082815
  • ISBN-13: 978-3455082814
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,6 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 436.773 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
79 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Der provokante Titel des Buches ist irreführend. Ranke-Heinemann beschreibt hier ein spannendes Stück Kirchengeschichte. Dem Leser wird schrittweise die Haltung der katholischen Kirche zur Sexualität von den Anfängen bis heute nahegebracht. Der bis dato unbedarfte Leser dürfte dabei - von der heutigen Prüderie der Kirche ausgehend - zu so manch überraschender Erkenntnis kommen. Wer hätte denn z.B. schon gewußt, daß es der Heilige Augustinus einmal selbst faustdick hinter den Ohren hatte? Es verwundert nach dieser Lektüre nicht, daß Ranke-Heinemann für so viel Offenheit und Kritikfähigkeit einmal die Lehrbefugnis entzogen wurde. Die Bestrebung der Autorin, immer den Bezug zur Neuzeit zu suchen sowie ein populärwissenschaftlicher Schreibstil, lockern das Buch auf angenehme Weise auf. Unbedingt lesenswert!
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Endlich findet jemand den Mut, anhand von Fakten den Nachweis zu führen, dass der sogenannte Zölibat für den Vatikan nichts weiter als ein ökonomischer Machtfaktor ist. Anhand dieser intelligenten Dokumentation müsste jeder noch so gläubige Christ zum Nachdenken angeregt werden und erkennen, dass viele Dinge, die in der katholischen Kirche praktiziert werden, keinesfalls in Sinne Jesu sind!
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, denn es ist nicht mehr hinzunehmen, wie mit der Angst der Menschen seit dem 4. Jahrhundert n.Chr. umgegangen wird.
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51 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Lieblos, liebeleer, anmaßend, ja geradezu teuflisch: von Anbeginn bis in die heutige Zeit zerstörerisch und frauenverachtend.
Die Autorin berichtet aus für den Laien allgemein weniger bekannten theologischen Quellen als kompetente Professorin der katholischen Theologie über die haarsträubenden Moralvorstellungen der "geistlichen Ehebettenpolizei", wie sie treffend formuliert.
In den Augen dieser Theologen (sie nennt eine reiche Anzahl dieser Kleriker) ist "die Ehe eine Krankenanstalt für diejenigen, die die eigentlich angesagte Jungfräulichkeit (sie gilt für Männer wie für Frauen) auf Grund ihrer Schwäche nicht schafften." ( S.159ff)
Die Zölibatären schwingen sich zu deren Heilern auf und verkünden eine "Herrenmenschenmoral und gnadenlose sexuelle Ausbeutung der Frau."
Was da so alles kirchlicherseits zur "Todsünde" erklärt wird, war mir nur teilweise bekannt und hinterließ mich wütend wegen der erschreckenden Unterjochung der Frauen, aber auch lauthals-lachend über die unlogisch-dümmlichen, hausgemachten Regeln einer geradezu lächerlich verknöcherten Moraltheologie der katholischen Kirche. Nicht nur Abtreibung und Verhütung sind Mord und somit "Todsünde",sondern auch der Coitus interruptus, ja sogar die Verweigerung des Geschlechtsverkehrs in der Ehe - aus welchen Gründen spielt absolut keine Rolle - da ja der andere Partner (gemeint ist in erster Linie der Mann) dadurch in die Unzucht (sprich zum außerehelichen Verkehr) gedrängt werden könne. Im Klartext: Ehepartner sind für die sündigen außerehelichen Beziehungen des Partners zur Verantwortung zu ziehen. Auch Krankheit und drohende Todesfolge bei evtl. Konzeption sind keine Entschuldigungsgründe für eine "Pflichtverweigerung" oder einen Coitus interruptus, sondern in Kauf zu nehmen. Der Beichtstuhl -
eigentlich zur "Gewissenserleichterung" gedacht - mutierte schon in den frühen Anfängen zur Stätte pornographischer Hörspiele, in dem Priester ihre Befriedigung in der allzu deutlichen Befragung im sexuellen Themenbereich fanden. Besonders delikat war und ist, daß dadurch fantasie-ärmere Schäfchen erst auf den Geschmack gebracht wurden, so daß es bei der Beichte zunehmend spannender zuging. Aber dieser Lustgewinn war natürlich verächtlich und schwer zu ahnden.
Den Apostel Paulus nimmt die Autorin in Schutz. Bis 200 n.Chr. sei allgemein bekannt gewesen, daß Paulus - wie jeder Jude jenseits eines Alters von 20 Jahren - verheiratet war und dies auch zu sein hatte.
(Zwecks Vermeidung der Unzucht natürlich, siehe Phil.4,3) Später erst hätte man laut Autorin 1.Kor.7,1 in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt: "Es ist dem Mann gut, keine Frau zu berühren". Dies sei aber als eine Frage an Paulus gerichtet, die er dann nur wiederholt, und keineswegs eine Antwort und erst recht kein zölibatärer Lehrsatz gewesen. Der noch heute eigentümlicher Weise völlig unkritisch betrachtete und zitierte Kirchenvater Augustinus steht nach wie vor mit seiner abstrusen Moraltheologie im Mittelpunkt aller Lehrmeinungen, wie auch der frauenverachtende Thomas von Aquin.
Es ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, daß man es mit ihm für möglich hält, daß Kinder ohne Geschlechtsakt im Paradies gezeugt werden konnten. Später kommt Augustinus dann auf die Idee, die Erbsünde contra den verdammungswürdigen Pelagius (+418 n.Chr.) folgendermaßen zu erklären:
Im Paradies war der Penis willkürlich zu bewegen wie Hände, Arme und Füße. Seit dem Sündenfall ist Lust notwendig, damit der Geschlechtsakt vollzogen werden kann, sprich damit das Glied erigiert. Ungehorsamkeit im Paradies wird mit Ungehorsamkeit der Geschlechtsorgane bestraft - noch heute katholische Lehrmeinung nach Ranke-Heinemann. Seine Sexualphobie macht das "Lustproblem" immer wieder zum Thema- bis an das Ende seiner Tage: wenn das nicht psychisch krank ist ! !
Laut Papst Johannes Paul II gibt es sogar einen Ehebruch mit der eigenen Frau - so deklariert 1980 ( ! ! ! )
Ein Theodor Hendrik van der Velde landet mit seinem Buch "Die vollkommene Ehe" mit Unterstützung von Papst Pius XI und Hitler auf dem berühmten Index, obwohl er nichts Kirchenfeindliches geschrieben hat, sondern lediglich etwas mehr Abwechslung in das eheliche Schlafzimmer bringen wollte.
Die traditionell "zölibatäre Eheverachtung und Jungfräulichkeitsmanie" machte sich in der Empörung des Klerus denn auch prompt Luft. Da liest man doch - auch noch im 20. und 21. Jahrhundert - im Vatikan lieber dieses "wunderbare" Werk des Obermoraltheologen Bernhard Häring mit dem so vielsagenden Titel "Verunstaltung des ehelichen Verkehrs" und erfreut sich statt an einem "Christentum des Lichts" lieber am "abgedunkelten Beichstuhlgeflüster der moraltheologischen Lustverächter". Pius XII ernennt 1950 den allermoralischsten der Moraltheologen Alfons Maria von Liguori ( 1696 - 1787) zum Patron der Beichtväter und Moralisten. Göpfert ist noch "lobend" zu erwähnen, denn durch ihn erfährt die Menschheit endlich, welche Körperteile des Menschen ehrbar, weniger ehrbar und unehrbar ( = obszön, schändlich) sind, während seit besagtem Häring (1967) und seinem "Sündenkatalog" keiner mehr sagen kann, er habe nichts von gar nichts gewußt. "Masturbierende gehen der Liebe Gottes verlustig", verkündet Papst Paul VI. - auch unter dem Beinamen "Pillenpaul, der Antisexte" - in die Geschichte eingegangen - obwohl nirgends dergleichen in den heiligen Schriften zu lesen ist. Masturbation (fälschlich auch Onanie genannt) ist denn auch jenseits aller Handhabe oder gar wissenschaftlicher Nachweise ein mit kraß-lächerlichen medizinischen Irrtümern besetztes Thema: Die Ausübenden kommen "selbstverständlich" nach ihren außerordentlich gesundheits-schädigenden Praktiken dieser "Todsünde" geradewegs direkt in die Hölle. Die bedeutenden Ärzte Galenus (2.Jh.) und Avicenna( 11.Jh.) hatten bereits Masturbationen zur Reinigung des Körpers von schädlichem aufgestautem Samen medizinisch empfohlen, falls kein Geschlechtsverkehr stattfinden kann. Die katholische Kirche indessen hält sie für eine Todsünde, die schlimmer ist als der Inzest mit der eigenen Mutter. Hier klingt bereits die "Mütteropferungsideologie" an, die auch das Leben des Foetus in jedem Fall dem der Mutter vorzieht - egal ob er letztlich lebensfähig ist oder nicht, egal ob die Mutter dabei drauf geht oder nicht. Die Frau ist nur Gebärmaschine und hat nicht zu entscheiden, was mit ihr passieren oder eben auch nicht passieren soll. Denn die ewige Verdammnis ungetaufter Kinder gilt es zu vermeiden - koste es, was es wolle. Diese Regeln werden auch explizit auf den Kaiserschnitt ausgedehnt. Eine "kriminelle Jack-the-Ripper-Theologie"", wie sie Ranke-Heinemann treffend nennt, malt diesen grausamen Gott des Augustinus als einen Verfolger und Verdammer der Neugeborenen, die es vor ihrem Tod nicht schafften , getauft zu werden. Dieser Gott ist ein Verfolger und Quäler der Frauen - auch in unserem Jahrhundert noch. Diese bittere Wahrheit konstatiert die Autorin eindrucksvoll wie zugleich bedrückend.
Dessen ungeachtet darf und muß wohl gefragt werden: Bleibt da wieder einmal jegliche Logik auf der Strecke? Die eben noch im Mutterleib als unschuldig bezeichneten Kinder verlieren plötzlich diese ihre viel beschworene Unschuld, wenn diese armen Würmchen unschuldiger Weise in die ewige Verdammnis eingehen, falls man sie nicht sofort nach der Geburt mit Weihwasser begossen und unter Priestergemurmel getauft hat? Was ist denn das für eine seltsame Moral? Was soll denn das für ein
merkwürdiger Gott sein? Jesus selbst hat niemanden getauft, hat dies weder befohlen noch empfohlen. Er selbst wie alle nach ihm, die zu Johannes dem Täufer gingen, wurden in freier Entscheidung als Erwachsene getauft. Die Säuglingstaufe ist eine Erfindung der katholischen Kirche, mit der sie eine machtvolle seelische Erpressung vornimmt.
Ein ganz heißes Thema ist die Kooperation der katholischen Kirche mit Hitler und seinem menschenverachtenden Rassismus. Der Moraltheologe Tillmann denkt 1940 über Anstaltsgewahrsam zwecks Vermeidung geistig und erbbiologisch minderwertiger Zeugungen nach. Kardinal Faulhaber findet es eine berechtigte Notwehr, Schädlinge zu internieren: KZ statt Zwangssterilisation lautet seine Empfehlung. Auch besagter Häring schreibt noch im Jahre 1967 (! ! !) über "Verantwortete Gattenwahl" in rassistischer Weise.
Man könnte sich noch seitenlang darüber ergehen. Man lese selbst all diese sauber recherchierten Fakten nach, die nichts als die reine Wahrheit über diese katholische sogenannte "christliche" Kirche berichten, anstatt sich nach wie vor von umherreisenden, überflüssige Bücher schreibenden Päpsten milde-lächelnd für dumm verkaufen zu lassen.
Von dieser Stelle aus eine Gratulation an diese überaus mutige und kluge Frau Uta Ranke-Heinemann, deren Bücher man unbedingt lesen sollte.
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