Es hat etwas Märchenhaftes: Der Farmer Holland, ein geradezu besessener Sammler und Kenner von Eukalyptusarten, will seine einzige geliebte Tochter Ellen nur mit einem Mann verheiraten, der wie er in der Lage ist, alle Eukalyptusgewächse auf seinem Land zu bestimmen. Ellen ist schön, und viele Bewerber versuchen ihr Glück - natürlich ohne Erfolg. Sie selber steht der sonderbaren Kandidatenauswahl halb gleichgültig, halb verunsichert gegenüber. Dann taucht ein weiterer Mann auf der Farm auf. Aber zu ihrem Erstaunen scheint er gar nicht am allgemeinen Wettbewerb teilnehmen zu wollen. Statt dessen erzählt er ihr Geschichten - Geschichten aus dem Leben, das sie in der Abgeschiedenheit der australischen Farm nie kennengelernt hat. Es sind erstaunliche, traurige, lustige und nachdenkliche Erzählungen, manche ohne erkennbare Moral, andere lehrreich und parabelhaft. Gerade diese Geschichten sind es, die den Reiz des Romans ausmachen. Sie geben ihm die Maske einer Sammlung von Kurzgeschichten. Während die Rahmenhandlung von einer gewissen Bewegungslosigkeit und Trägheit gekennzeichnet ist, bringen die Erzählungen des Fremden kleine, flimmernde Lichtpunkte in das Werk - wie Sonnenstrahlen, die durch das Laub eines Eukalyptus dringen. Tanya A. Wegberg