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Eugen Onegin.
  
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Eugen Onegin. [Unbekannter Einband]

Alexander Sergejewitsch: Puschkin
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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Leipzig. Reclam. 1965.; Auflage: 5.Auflage. (1965)
  • ASIN: B0030KI9S2
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
neben der Übersetzung von Puschkins Vers Roman durch Rolf-Dietrich Keil ist die Nachdichtung durch Ulrich Busch eine der gelungendsten Varianten.Im Vergleich zu Keil's Text ist Busch's Version etwas schwungvoller,weniger verschnörkelt(anfangs fehlt der Prolog "Verleger-Dichter"),jedoch stellenweise auch weniger poetisch(siehe Textstellen unten).

Dennoch: die mit großem Abstand schönste Nachdichtung des Werkes stammt von Charles Johnston,dessen englische Übersetzung an Poesie weit über den deutschen Texten steht.

Als Vergleich einmal Vers 15 des 1.Kapitels:

Keil:

"Zunächst,gekleidet für den Morgen
Mit einem breiten Bolivar,
Fährt mein Onegin zum Boulevard,
Dort zu flanieren ohne Sorgen,
Bis,nimmerschlummernd unterm Kleid,
Die Uhr erklingt zur Essenszeit."

Busch:

"Bis dahin geht er noch spazieren
mit seidig frischgelocktem Haar
auf dem geräumigen Boulevard,
wo auch die Damen gern flanieren,
dann schlägt die Uhr,es ist soweit,
zum Abendessen drängt die Zeit."

Johnston:

"Meanwhile,attired for morning strolling
complete with broad-brimmed bolivar,
Eugene attends the boulevard,
and there at large he goes patrolling
until Breguet's unsleepimng chime
advises him of dinner-time."

oder Onegins Antwort auf Tatjanas Brief:

Keil:
"Es ist kein Süßholz,wenn ich sage:
Fänd darin ich mein Ideal,
Auf Sie allein fiel' meine Wahl
Als Freundin meiner trüben Tage,
Die mir für alles Schöne steht,
Und ich wär glücklich...wenn das geht"

Busch:
"Das sag ich ohne Madrigale:
Ich wüßte keine andre Frau,
die so vollkommen,so genau
dem Bild entspricht,das ich mir male;
mich hätte keine so entzückt
und mich -womöglich- so beglückt."

Johnston:
"Without romance ,or false intense,
I'll say: with past ideals in view
I would have chosen none but you
as helpmeet in my sad existance,
as gage of all things that were good,
and been as happy...as I could!"

Der Preis von 17 ¤ für das gerade mal 9x16cm kleine Büchlein im Manesse Verlag(Übersetzer U.Busch) ist deutlich überhöht,die Taschenbuchausgabe im Insel verlag(Übersetzer Keil) ist da deutlich günstiger.Wenn schon teuer und gebunden,wäre eine repräsentativere Ausgabe angemessener.

Wer also eine wirklich ideale Nachdichtung sucht,muss sich leider noch immer auf die englische Version bei den Penguin Classics beschränken.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich muss sagen, ich war erst skeptisch gegenüber einer Puschkin Übersetzung, denn Russisch und Deutsch sind zwar beide zum Dichten sehr gut geeignet, schienen mir aber unvereinbar. Goethe auf Deutsch, Puschkin auf Russisch war für mich fast schon Gesetz, bis ich über den Tellerrand schaute und erkennen musste, dass die deutsche Übersetzung von Puschkins "Eugen Onegin" wahrhaft nur als süperb zu bezeichnen ist. Der Übersetzer muss seinerseits ein Genie gewesen sein, denn er hat es geschafft Wortlaut und Sinn so nah wie möglich am Original beizubehalten, aber gleichzeitig wundervoll zu reimen. Vor dieser Leistung kann man nur Respekt haben, und gleichzeitig Bewunderung für die Schönheit dieses Werkes empfinden!

Was den Inhalt angeht, ein tragisches Liebesdrama vom feinsten! Jedoch sind, um einem anderen Rezensenten zu widersprechen, keine Intrigen vorhanden, auch wenn sie Onegin vorgeworfen werden! Und einen Einblick in die "Russische Seele" bekommt man auch nicht, handelt es sich bei den Hauptakteuren doch, um stark Europa beeinflusste Menschen aus der Oberschicht bzw. gehobenen Mittelschicht (Französisch, Englisch, Deutsch sprechende und denkende!). Die "Russische Seele" ist aber eher in der Unterschicht anzusiedeln, bei den Bauern und dem einfachen Volk.

Mein Fazit, Puschkin ist auch auf Deutsch sehr gut geniessbar und empfehlenswert! Jeder der dieses Werk nicht kennt, hat etwas Großartiges verpasst.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nur bedingt gut 10. Juni 2008
Format:Taschenbuch
Bekanntlich teilen sich Übersetzungen fremdsprachiger Werke, insbesondere wenn es um Lyrik geht, in jene, die schön aber unkorrekt, und jene, die korrekt aber unschön sind. Zu letzteren zählt die Übersetzung Kay Borowskys. Das Versmaß und das schlicht geniale Reimschema des Originals gehen zugunsten grammatikalisch korrekter Wiedergabe komplett flöten, wodurch insbesondere manche rein atmosphärische Strophe arg langweilig wird. Ferner ist das Weglassen des Vorspiels, welches Puschkin für das Werk vorgesehen hat, schlichtweg eine Unverschämtheit.
Für Literaturwissenschaftler u.ä interessant und eine lobende Erwähnung wert sind allerdings die hinten angefügten Fragmente aus dem nicht veröffentlichten neunten Kapitel sowie die ausgelassenen Strophen, ferner ist es der unheimlich guten dichterischen Gabe Puschkins zu verdanken, dass die Geschichte insgesamt ihren Reiz nicht verliert, der trockenen Übersetzung zum Trotz.Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich der Reclamverlag dazu entschlösse, eine zweisprachige Ausgabe herauszugeben, bei einer solchen würde diese nämlich weniger stören. Wer als deutschsprachiger Leser auf einen weniger getrübten Lesegenuss Wert legt, fährt mit der Übersetzung Rolf-Dietrich Keils jedenfalls weit besser.
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