Schon der Buchtitel verrät, dass es hier um eine erfolgreiche Sportlerkarriere geht, aber auch gleichzeitig um deren Schattenseiten. Und genau das macht das Buch sehr lesenswert.
Zunächst beschreibt Herr Aschenbach das rigide System der Sportschulen in der DDR, wo das Menschliche kaum stattfand und nur der sportliche Erfolg im Mitelpunkt stand. Ein Kapitel heißt auch entsprechend "Kinderkaserne". Dann kann man nochmal seine ganzen Erfolge nacherleben, wie den Weltmeistertitel im Skifliegen oder den Olympiasieg 1976.
Aber Hans-Georg Aschenbach beschreibt im Buch nicht nur seine Erfolge, sondern auch die Schattenseiten davon. Und er gibt auch eigenes oppurtunistisches Handeln zu, was symphatisch wirkt. Etwa die Einnahme von Pillen zum Muskelaufbau. Zitat: "Ich habe nie gegen das Doping angekämpft, denn ich war Teil des Systems". Ein anderes Beispiel ist die bereitwillige Teilnahme an SED - Veranstaltungen, um den Status als zuverlässiger Reisekader zu erlangen und so eine Fluchtchance aus der DDR zu bekommen. Im Buch wird beschrieben, wie er diese dann im August 1988 genutzt hat.
Man bekommt also eine ehrlich Lebensbilanz vorgelegt mit all ihren Bruchen und Widersprüchen. Und das macht das Buch so authentisch und zu einem interessanten Dokument der deutschen Zeitgeschichte.