Helmut Genaust ist mit dem Etymologischen Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen ein Meisterwerk gelungen. Über den Autor selbst steht im Buch und auch im Klappentext nichts -- die ausführliche Einleitung spricht aber deutlich dafür, dass hier ein "humanistisch" gebildeter Wissenschaftler aus zu gleichen Teilen auf die Sprache und auf die Botanik verteilter Lust an der Sache schreibt.
Auf gut 700 Seiten werden (geschätzte[!] 10.000) wissenschaftliche Gattungsnamen und Artepitheta gestützt auf etliche ältere Sammlungen und eigene Recherchen etymologisch hergeleitet; an vielen Stellen werden dabei althergebrachte Etymologien mit kurzer Begründung verworfen. Bei den lateinischen und (durchweg transliterierten) griechischen Wörtern sind Längen und Betonung angegeben, die Betonung auch beim Schlagwort selbst. Kenntnisse in Griechisch und Latein sind nicht nötig, da alles übersetzt wird. Da zum Großteil die wissenschaftlichen, also lateinisch ausgedrückten Namen behandelt werden, sind Latein und Griechisch allerdings allgegenwärtig, nur innerhalb der Einträge selbst werden gelegentlich deutsche oder anderssprachige Trivialnamen zur Erhellung der Etymologie herangezogen.
Ein paar kurze Stichpunkte, was das Etymologische Wörterbuch nicht ist: es ist kein Pflanzenlexikon, es enthält keine über das für sprachliche Zwecke Nötige hinausgehende Beschreibungen der Arten, es enthält keine Bilder.