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Etwas fehlt immer: Erzählungen
 
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Etwas fehlt immer: Erzählungen [Gebundene Ausgabe]

Guy Helminger
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 268 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (15. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518417088
  • ISBN-13: 978-3518417089
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 792.226 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Guy Helminger
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

“Esst Bücher! Lest Kuchen!” so fordert der Autor auf seiner Homepage. Und so ist Helminger: er verdreht, setzt in neue Bezüge, ungewohnte Zusammenhänge, Menschen geraten in abenteuerliche Situationen, irgendetwas stimmt da nicht, irgendetwas fehlt diesen Menschen. Viele wunderbare Erzählungen, die klar machen, wie aufregend, fantasievoll und völlig verrückt Lesen sein kann.

Da ist der junge Mann, der oft mit dem Fahrrad fährt und denen, die er überholt, gerne auf den Hinterkopf haut. „An sehr schönen Tagen radelte Perl nach so einem Schlag einmal um den Block und steuerte sein Opfer erneut an.“ Oder die Schauspielerin Verena, die Abend für Abend nach der Vorstellung von ein und derselben Familie am Bühnenausgang erwartet wird. „Sie haben die Maria Stuart ungefähr fünfzigmal gesehen. Immer die gleiche Inszenierung ... das ist Wahnsinn.“ Ja, genau das ist es, was man empfindet: Beklemmung, ganz langsam spürt man die Hand um den Hals, das Gefühl, das etwas zu kochen, zu gären beginnt, wuchert und wächst, sich unheimlich ausbreitet und die Explosion unvermeidbar scheint. Da ist jene Frau, die von einem jungen Mann nach einem Autounfall gerettet wird. Jeden Tag besucht er sie, trifft Vereinbarungen mit ihrem Arbeitgeber, pflanzt Blumen auf ihrem Balkon, alles gegen den ausdrücklichen Willen der hilflosen Frau. „Ich habe mir noch Urlaub genommen, solange du mich noch brauchst.“ Ein Albtraum.

Böse erzählt Helminger, mit diabolischer Freude, sein Humor ist tief schwarz, mit meisterhafter Regie führt er seine Akteure aus realistischer Situation geschickt an den Rand des Wahnsinns, auf abstruses Terrain, wo Unerwartetes die heile Welt von einer Sekunde zur anderen aus Lot und Gleichgewicht bringt. Fragil ist unser Zusammenleben, schon im nächsten Moment kann gewohnter Alltag zerbrechen. Emotionen entladen sich, Aufgestautes verschafft sich Luft, der Vulkan spuckt aus tiefsten Abgründen.

Filigran sind die Erzählungen, kunstvoll verbunden durch wiederaufgegriffene Szenen oder Personen, wunderbar einfallsreich Helmingers Sprache und nicht enden wollend seine variationsreiche Fantasie. Da schiebt sich die Sonne wie „eine Kugel Flüssigeisen aus dem Hochofen“ über die Dächer, der Himmel hängt über Häusern „wie ein schwarzer Topf“. „Darin war der Mond weiß und durchsichtig wie eine Lache entrahmter Milch“. --Barbara Wegmann

kulturnews.de

In 19 raffiniert verknüpften Erzählungen gewährt Guy Helminger Einblicke in das Leben diverser Durchschnittsbürger, die die Grenze zwischen Wirklichkeit und Wahn überschreiten: Frank Perl, ein unscheinbarer Hobbyradfahrer mit einer Vorliebe für plötzliche Attacken auf Fußgänger, der sich hingebungsvoll um eine kranke Fremde kümmert, obwohl sie sich von ihm belästigt fühlt. Rino Polokatt, der vor dem Metzgerladen einen Golden Retriever klaut und ihn zu Hause an einen Metallhaken hängt, um sein Gewinsel auf Band aufzunehmen. Die skurrilen Geschichten funktionieren nach starrem Muster: Eskalation des Alltags durch groteske Taten. Aber die Absicht des Autors, eine bedrohliche Atmosphäre zu schaffen, misslingt. Die Texte wirken zu konstruiert und vermitteln weder Bedrohung noch Anteilnahme. Schon bald stellt sich Langeweile ein. Etwas fehlt immer? Hier ist es die Spannung. (mia)

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Guy Helminger schafft es mit seinen kurzen, miteinander verstrickten Geschichten sehr tiefgründige Einblicke in die menschliche Seelen zu gewähren. Wie oft liest man Zeitungsartikel über die unglaublichsten Taten (Mann schlachtet Internetbekannschaft zur eigenen Befriedigung, Tiere bei lebendigem Leib abgehäutet usw.). Fassungslos bleibt man bei solchen Meldungen zurück. In 'Etwas fehlt immer' begegnen wir solchen Personen und begleiten sie bei Ihren Irrwegen. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, daß die Grenzen vom 'normalen' zum abartigen Lebenswandel sehr verschwommen und für alle Menschen andere sind. Bei der Lektüre des Buches fragt man sich ob die eigene 'normale' Existenz nicht das Abnormale darstellt. Könnte man nicht selbst leicht in einen solchen Abgrund abrutschen, wenn die äußeren Vorausetzungen sich plötzlich ändern? Ein lesenswertes Buch wenn man sich drauf einläßt und bereit ist hinter die eigene Fassade zu schauen. (Jean)
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1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die absonderlichen Geschichten von Guy Helminger ohne Ende erscheinen beim ersten Blick Kurzgeschichten zu sein, deren zentrale handlungstechnischen Fixpunkte, der sich lange anbahnende und weithin auswirkende dramatische Konflikt, stets Gegenstand des erzählten Ereignisses sind oder sein sollen. Doch weit gefehlt hier. Man hat eher den Eindruck, die Geschichten beginnen erst, wenn der Erzähler schon fertig ist; der Autor bleibt also in der Vorhandlung ohne Vorkehrung stecken, und sie lassen daher den Leser verwundert zurück, weil alles was kommt, wenn es spannend wird, ist das Ende. Ende des Erzählten. Eines erzählerischen Entwurfs. Keines Wurfs, sondern nur eines neuen Anfangs. Neuen Versuchs. Vielleicht aber versucht Helminger mit diesen Geschichten eine neue literarische Form zu kreieren  wie viele gibts denn schon? Brauchen wir noch eine? Wäre dem so, scheint mir dieser Versuch ziemlich misslungen. Oder der Leser merkts einfach nicht. Hat kein Gespür. Jedenfalls ist an den Geschichten zu spüren, dass in ihnen Vieles steckt, was zu entwickeln wäre, in ihnen und über sie hinaus. Was aber unterbleibt. Und zum Schluss nerven nur noch die vielen, vom Autor ausgestreuten Sonne-Mond-Licht-Schatten-Metaphern. Ein Buch, das so nicht unbedingt lesenswert ist. Schade, weil grundsätzlicher Aufbau, Duktus und Themen mir durchaus gefielen, gut waren und gut sind.
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