Kurzbeschreibung
Gibt es eine erziehungswissenschaftliche Ethnographieforschung die sich als notwendig für eine wissenschaftliche Fundierung der Pädagogik erweist, oder liefert dieser Forschungsansatz nur interdisziplinäre und exotische Außenblicke? Das Buch diskutiert diese Fragen und gibt einen Überblick über die Vielfalt aktueller Projekte.Die Anzahl der ethnographischen Forschungsprojekte in der Pädagogik und der Sozialen Arbeit nimmt kontinuierlich zu. Wenig geklärt ist bislang, welche Bedeutung dies für die Pädagogik als Disziplin und Profession hat. Gibt es eine erziehungswissenschaftliche Ethnographieforschung die sich als notwendig für eine wissenschaftliche Fundierung der Pädagogik erweist, oder liefert dieser Forschungsansatz nur interdisziplinäre und exotische Außenblicke?
Das Buch stellt einen Rahmen bereit und gibt einen Überblick über die Vielfalt aktueller Projekte. Zwei Argumente sprechen für die Notwendigkeit ethnographischer Forschung in der Erziehungswissenschaft: Zum einen gibt sie der zentralen disziplinären Frage nach der Selbstbegrenzung der pädagogischen Intentionen ein empirisches Fundament. Sie leitet an, vom sozialen Ort der Adressaten/innen her zu blicken, ohne diesen von vornherein im Licht pädagogischer Intentionen zu vereinnahmen. Zum anderen hat Pädagogik heute mit Entgrenzungsphänomenen zu tun, die dazu führen, dass immer mehr pädagogische Fragen in scheinbar pädagogikfernen Räumen, z.B. in Wirtschaftsunternehmen oder im Gesundheitswesen, auftauchen. Beides macht eine Dezentrierung des pädagogischen Blicks notwendig, wofür die Ethnographie wichtige Instrumente bereitstellen kann. Auch die methodologische Reflexion dieser Instrumente ist ein wichtiges Anliegen dieses Bandes.
Über den Autor
Christoph Maeder ist Professor am Institut für Soziale Arbeit der Fachhochschule St. Gallen.Burkhard Müller, Dipl. Päd. Dr. Theol, Professor für Sozialpädagogik an der Universität Hildesheim.