Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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36 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Muss für alle, die sich für Geldtheorie und die Ethik interessieren , 25. Oktober 2007
Die meisten modernen Werke der Geldtheorie behandeln die Mechanismen und die Politik der modernen Geldschaffung. Dabei wird ein Aspekt völlig vernachlässigt: Die Ethik der Geldproduktion. Guido Hülsmann widmet sich diesem so wichtigen und vernachlässigten Aspekt. Er untersucht die Ethik des Geldes und des Bankwesens.
Das Buch ist in drei Teile untergliedert. Der erste Teil analysiert und bewertet die Geldproduktion im freien Markt. In diesem Zusammenhang widerlegt Hülsmann auch bekannte utilitaristische Argumente, die für eine staatliche Geldproduktion eintreten. Eine Geldmengenausweitung zur Stabilisierung des Preislevels, aus Angst vor Horten und Deflation, zur Erleichterung des Wirtschaftswachstumgs oder zur Bereitstellung billiger Kredit an die Unternehmer ist, wie Hülsmann zeigt, weder notwendig noch wünschenswert.
Im zweiten Teil erscheint dann der Staat bei der Analyse der Inflation. Dabei werden besonders die Folgen der Inflation und der Dynamik von staatlichen Eingriffen in das Geld- und Bankwesen behandelt. Es zeigt sich, dass das staatliche Geldmonopol ethisch nicht zu rechtfertigen ist. Interessant sind auch die von Hülsmann dargelegten moralischen und spirituellen Folgen der Inflation. So wird in einem inflationären Umfeld die Beschäftigung mit Geld und den Finanzmärkten immer wichtiger und nimmt mehr Zeit der Menschen in Anspruch. Die Gesellschaft wird materialistischer.
Das Werk schließt mit einer Geschichte der monetären Systeme von 1871 bis zum heutigen Tage ab. Hülsmann setzt damit Murray Rothbard Geschichte fort und arbeitet dabei auch die Anreize und Tendenzen heraus, die dem heutigen Geldsystem inne wohnen. Seine Analyse macht klar, dass eine radikale Umkehr im Geldwesen hin zu einem erneuten Respekts des Privateigentums notwendig ist. Nur so kann in Anbetracht der von Hülsmann aufgezeigten Anreize eine Hyperinflation oder ein totalitärer Kontrollstaat verhindert werden.
Insgesamt ist die Abhandlung ein Muss für jeden, der an Geldtheorie oder Ethik interessiert ist und die ideale Ergänzung und Forsetzung von Murray Rothbards Buch: Das Schein-Geld-System.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Staatliches Geld ist unmoralisch, 14. Januar 2009
Im Gegensatz zu anderen Büchern zum Thema Geld(politik ) wird hier nicht nur die wirtschaftswissenschaftliche Seite behandelt, sondern auch die ethische. Dazu werden einerseits das Naturrecht und andererseits die Österreichische Schule (ÖS) der Volkswirtschaftslehre als Grundlage der Beurteilung benutzt:
+ Ethik: Aristoteles / Bibel -> Scholastik (Thomas v. Aquin) -> katholische Sozialethik / Naturrecht
+ Wirtschaftswissenschaften: Scholastik -> Schule von Salamanca -> ÖS
Das Naturrecht besagt, dass jeder Mensch von Natur aus (bzw. von Gott gegeben) die Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum hat. Eingriffe in das Privateigentum würden u. a. gegen die Zehn Gebote verstoßen. Die ÖS bietet eine Volkswirtschaftslehre auf realistischer Basis, befürwortet das Privateigentum und lehnt staatliche Eingriffe als kontraproduktiv ab.
Im Anschluss an eine Beschreibung, wie das Geld auf dem freien Markt entstanden ist, wird die so genannte "natürliche Geldproduktion" erläutert. Diese benutzt natürlich vorhandenes Geld, nämlich Silber oder Gold. Staatliche Regulierungen bestehen nicht. Missbrauch wird dadurch minimiert, dass das Geld von betrügerischen Herstellern gemieden wird und diese bestraft werden. Ein Verstoß gegen das Naturrecht liegt nicht vor, deshalb ist auch moralisch nicht zu beanstanden. Diese Art der Geldproduktion ist auch das, was die ÖS empfiehlt.
Der Staat führte Schritt für Schritt sein eigenes Geld ein:
- Monopol: Verbot anderer Anbieter von Geld
- Teilreserven: Banken dürfen ein Mehrfaches der Einlagen verleihen
- Papiergeld: Das Geld ist ohne eigenen Wert
- Zentralbank: zwecks Regulierung des Bankwesens bzw. als Kreditgeber letzte Instanz
Der Sinn lag jeweils darin, die Staatseinnahmen und damit die Staatsausgaben erhöhen zu können. Das Ergebnis ist eine dauerhafte Geldentwertung (Inflation).
Wie der Autor zeigt, führen die Maßnahmen des Staates zu "verantwortungslosem Wagemut": Warum soll man das Risiko scheuen, wenn man von der Zentralbank eh Kredite erhält oder der Staat die Einlagen der Kunden sichert? Auch die Moral der Bevölkerung wurde entsprechend beeinträchtigt. Die Folgen der Inflation liegen u. a. In Konjunkturzyklen, ungerechter Einkommens- und Vermögensverteilung, Arbeitslosigkeit, Währungskrisen, Kriegen und dem Zusammenbruch alter Werte sowie der Familien.
Aus moralischer Sicht ist die "staatliche Geldproduktion" negativ zu beurteilen. So verstößt z. B. die Benutzung von Teilreserven gegen das Naturrecht, weil das Recht auf Eigentum verletzt wird. Kreditzinsen sind demnach, weil sie sich nicht auf die Einlagen beziehen, als Wucher zu bezeichnen.
Der Autor zeigt, dass das Ganze eine Sackgasse darstellt. Es werden ständige neu Krisen erzeugt wie die aktuelle (2009) Finanzkrise, deren unerwünschte Nebenwirkungen dann wieder durch weitere Regulierungen notdürftig abgemildert werden sollen. Das kann aber, wie die ÖS zeigt, am Ende nur zwei alternative Ergebnisse zeitigen:
(1) Hyperinflation (Zerstörung des Geldes durch totale Entwertung)
(2) Tyrannei (durch Überregulierung / Planwirtschaft)
Der einzige Ausweg ist die Rückkehr zur "natürlichen Geldproduktion".
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist schön, dass es endlich eine moralische Bewertung der Geldproduktion gibt. Noch schöner ist es, dass diese das gleiche Ergebnis wie die wirtschaftswissenschaftliche Betrachtung hat. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der etwas über das Thema Geld erfahren möchte. Es enthält auch eine Geschichte des Geldes von 1871 bis heute und erörtert IWF, Weltbank und Euro. Besonders die Hintergründe zu den internationalen Finanzinstitutionen sind sehr interessant (Keynes wollte z. B. Über den IWF ein einheitliches globales Zwangspapiergeld etablieren).
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Solides Buch zum Thema Geldproduktion, 10. Mai 2009
Ein solides Buch nicht nur über die meist ignorierte Ethik der Geldproduktion, sondern auch deren ökonomische Aspekte. Der Author analysiert, warum eine natürliche Geldproduktion vorteilhaft ist, warum das Papiergeld ihre Stelle einnahm, und die gefährlichen Folgen, die sich daraus ergeben.
Das Buch nimmt die christliche Ethik stark in Betracht, ist aber nicht nur an sie konzentriert. Obwohl der Text sehr 'gelehrt' wirkt, es ist gut lesbar. Sehr empfehlenswert!
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