Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mit der Selbstbeherrschung ..., 4. Juni 2009
... ist das so eine Sache, sie läßt sich einfach nur eine begrenzte Zeit aufrecht erhalten, irgendwann erliegt man ganz zwangsweise dem Drang, alle Beschränkungen fallen zu lassen. Das ist menschlich. Und irgendwann ist jetzt. Nach dem Besuch des phänomenalen Konzerts von Sonic Youth im Münchner Haus der Kunst habe ich noch schwer mit den Worten gerungen, um sie nicht ganz so kritiklos und liebedienerisch klingen zu lassen. Damit ist es mit dem neuen Album endgültig vorbei. Diese Platte, das muß einfach raus, ist besser fast nicht hinzubekommen, eine Offenbarung vielleicht, in jedem Falle aber ein perfektes Stück Musik. Sie enthält alle Ingredienzien, die Sonic Youth seit nunmehr 28 Jahren so unverwechselbar machen - und das ist in der heutigen Zeit vielleicht das größte Kompliment, was man einer Band machen kann. Sie klingen nicht "wie" oder "nach", sie sind Stil und Original in einem. Rückkopplungsorgien, kantige Breaks, atonale Verzerrungen, herzzerreißende Melodien - alles dabei und von allem genug. "Sacred Trickster" war als Appetizer in seiner Wucht schon nicht zu verachten, "Anti-Orgasm" bietet als Duett fast schon schwermetallische Riffs nebst bandtypischem Fadeout, ebenso grandios der Swing von "Malibu Gas Station", die fast schon befremdliche Harmonie bei "Walking Blue" und die winzige, augenzwinkernde Drumsession von "What We Know". Getreu dem Motto "Das Beste zum Schluß" haben sie mit "Massage The History" die Essenz ihres Schaffens ans Ende der Platte gelegt, knappe zehn Minuten zwischen Lamm und Biest, zwischen Leere und Lärm, Kim Gordon wimmert waidwund zum Gotterbarmen, der Rest sägt und hämmert die Einrichtung darnieder und am Ende steht wie so oft der atemlose, einzelne Ton als Monument. Ob das nun die Platte für die "Ewigkeit" ist, müssen andere entscheiden - für den Moment allerdings fällt mir weiß Gott keine Alternative ein. Wollen wir also hoffen, dass die Band dem alterstypischen Greisen-Casting von Rick Rubin so lange wie möglich widerstehen kann. Denn - Herrgott nochmal - wenn diese Welt gerecht ist, dann spielen sie in zwanzig Jahren keine Kammermusik, sondern immer noch diesen genialen Sound. Jawoll.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die scheinbar ewig jungen Sonic Youth, 28. Juni 2009
Mit The Eternal geht das Austesten von akustischen Grenzen und Dissonanzen in die nächste Runde. Ich mochte immer diesen Rubbellos-Effekt bei Sonic Youth: Sie verstehen es wie keine andere Band unter Noisefetzen und Soundwänden etwas Fragiles aber irgendwie Gängig-Geartetes hervorzukehren. In den 80ern zerhämmerten und demontierten sie mit Wucht den für diese Zeit typischen Hardrock-Sound in avantgardistische Noise-Partikel und infernalische Klangteppiche und wurden so zum Sprachrohr ganzer Teenager-Generationen mit all den Problemen des Erwachsenwerdens. Später erfolgte auf dem wohl poppigsten Sonic Youth Album Rather Ripped quasi die Rekonstruktion gängiger Strukturen. Sieht man Alben wie Sister auf der einen Seite und Rather Ripped auf der anderen Seite als die gegensätzliche Pole, die die Spannweite im Oeuvre von Sonic Youth zwischen Noise und Indie-Rock definieren, so liegt The Eternal genau wie einst Dirty oder Sonic Nurse irgendwo dazwischen. Soll heißen, der Noise wird auch auf The Eternal in geordnete Bahnen gelenkt. Da sind die für die Band typisch treibenden Stampfer wie der Opener Sacred Trickster gepaart mit scheinbar wirren, verstörten Tracks wie Calming The Snake, auf dem Kim Gordon wieder mal durch ihre markante und sehr authentisch wirkende Stimme besticht. Dazwischen wird bei ruhigeren Passagen und Songs wie Anti-Orgasm kurz Luft geholt, um auf eine bevorstehende Krachdetonation zuzulaufen. Ins Gedächtnis des Hörers gräbt sich vor allem die Basslinie von Ex-Pavement Basser Mark Ibold bei What We Know ein. Die Drums von Steve Shelley fungieren wie auf schon so vielen Vorgängern als Kitt, der den Sound von Sonic Youth zusammenhält und vorantreibt. Dem Sound des Albums wohnt wieder diese fließende, laute, glasklare Dynamik inne, vergleichbar zu Alben wie Washing Machine.
Im Kosmos von Sonic Youth ist das ein Album, was mit der Zeit beim Hörer wachsen wird und ein Album, das sich gegenüber Rather Ripped deutlich ein paar Schritte wegbewegt. Beim Hören hat man nie den Eindruck, und das ist das eigentliche Phänomen, dass es sich um eine Band mit 28-jähriger Bandgeschichte handelt. Wie schaffen es Sonic Youth bloß nach dieser Schaffenszeit, immer noch so einen frischen Sound innezuhaben, jugendlichen Charme so zu konservieren und so authentisch zu klingen?
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"The Eternal" ist nichts weniger als ein Meisterwerk!, 12. Mai 2009
Die kurze Frühjahrstour ließ schon Großartiges vermuten, aber daß das neue Album SO gut werden würde konnte man nun doch nicht erwarten: Sonic Youth schaffen es ihrem an Höhepunkten nicht gerade armen Gesamtwerk ein Album hinzuzufügen, das auf Augenhöhe mit ihren Allerbesten steht. Die Band fegt hier wie im Rausch durch ein Set von Stücken, das einen atemlos euphorisiert mit der Frage zurückläßt, wie die es schaffen fast 30 Jahre nach ihrer Bandgründung noch so frisch, so rotzig, und dabei so cool und abgeklärt zu klingen. Mehr Rock'n'Roll (dessen Gitarrensound durch die famose Produktion übrigens bestens zur Geltung kommt) gab es von dieser Band seit "Goo" nicht mehr. Woahhh!
(Anmerkung: Das noch nicht erschienene Album konnte im Rahmen einer Vorbestellung per Stream legal in voller Länge probegehört werden.)
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