Anders als bei den ganzen Superstargetummele, mit einer Jury, bei der nochnichtmal Noten lesen könnende Pseudokünstler sich wagen über andere herabzulassen, gab es in den 60ern und 70ern richtige Stars, die heute nur noch irgendwie als Hippie oder Schnulzen Sänger/innen bekannt sind. Diese haben das Metier aber ernsthafter betrieben und von der Pike auf Singen können. Und was für Songs, nicht auf Masse und Schlichtheit sondern auf Kunst und Freude am Singen bedacht. So waren einige der Alben bzw. Songs kein kommerzieller Erfolg, kommen aber nun durch geschickte Re-issues wieder ans Licht der Welt.
Mein letzten Entdeckungen der Art waren "Nana in New York" (jaja, die Alte mit der Brille war auch mal jung und jazzig) produziert von Quincy Jones (man staune und vor allem man höre!), "Catherina Valente in London" (mit einer umwerfenden Jazz-LP) und auch "Esther Ofraim" war nun damals in "London".
Die Musik besteht aus überwiegend bekannten Songs von L. Cohen, Simon&Garfunkel, etc. aber auch unbekannteren Stücken aus der Country-Ecke des Produzenten B. Johnston. Die Arrangements sind mit Trommeln und Trompeten oft ziemlich bombastisch (im Interview auf der Innenhülle wird klar: das war ein Wunsch/der Geschmack des Producers-die Sängerin hätte es gerne oft schlichter gehabt), technisch aber sehr anspruchsvoll und klangvoll. "Morning has broken" klingt schlicht sensationell und ist wohl die beste Interpretation des Klassikers. Die Vinyl LP ist gut gearbeitet und klangrein. Sie bietet viele Songs fürs Geld und ist der CD klanglich überlegen. "A must have" für den Vinyl Freund.
Viel Freude damit!