Ich habe mir das Buch einfach als Erweiterung meiner Kochbuchsammlung gekauft, ohne lange zu überlegen; für den Preis kann man nicht viel falsch machen, sollte man meinen, aber...
Zum ersten musste ich das Buch in dem Amazonkarton suchen, wofür das Buch aber nichts kann, die Maße standen ja dabei, wurden von mir allerdings nicht beachtet. Das Buch ist wirklich winzig. Zu winzig für ein entspanntes Lesen.
Die Autorin weist zu Anfang des Buches auf einige Tischsitten des Mittelalters hin und führt den Leser in die kulinarische Welt der Bauern, Handwerker und Ritter ein. Was mich zunächst positiv stimmte, war der Hinweis für den Laien, dass die Küche des Mittelalters beispielsweise noch keine Kartoffeln, Mais, Paprika und ähnliches kannte, was für unsere Zeit beim Kochen eine große Umstellung bedeutet. Leider widerspricht sich das Buch dann bereits auf Seite 32, als Kartoffeln in einem Rezept auftauchen, ohne Hinweis, wie diese evtl. zu ersetzen wären - ein ganz dickes Minus. Auch die Verwendung frischer Hefe (19 Jhd.) hat in einem Mittelalterkochbuch eigentlich nichts verloren, auch wenn es sehr bequem ist.
Alles in Allem ist das Buch ganz nett, um in die Küche des Mittelalters reinzuschhnuppern, allerdings auch nicht mehr. Es gibt andere Bücher, die zwar auch Rezepte dem neuzeitlichen Geschmack anpassen oder die Rezepte etwas vereinfachen, aber dort wird an entsprechender Stelle darauf hingewiesen, wie es in den ursprünglichen Überlieferungen steht. Ich kann das Buch demnach eigentlich nicht empfehlen, da es für nur ein klein wenig mehr Geld schon wesentlich bessere Bücher zu dem Thema gibt.