... und man reibt sich die Augen, wie Texte noch aus der frühen Mitte des 19. Jahrhunderts Essen als kleinen Flecken von ein paar Tausend Bewohnern zeichnen, der ein bisschen Weinhandel treibt. Und wie stolz angekündigt wird noch im späten 19 Jahrhundert, dass Essen plane, einmal 100.000 Einwohner zu haben.
Wieso dies ausgerechnet in einem "Husum-Verlag" erschien, ist nicht so klar. Die Ausstattung ist einfach, ohne Illustration von der Synagoge auf dem Titelblatt abgesehen, doch proper.
Die Texte stammen von Reise-, Gebäude- und Ortsbeschreibungen und mehr oder weniger Prominenten. Noch besser wäre es vielleicht gewesen, Jahreszahlen und Einordnung der jeweiligen Autoren direkt an den Texten anzugeben. Wissen sollte man ferner, dass die alten Texte aus Mittelalter und Früher Neuzeit im Original da stehen, das kann Westfälisch mit niederländischen Einschlägen sein oder das Essener Rheinisch-Westfälisch - eine Erklärung oder Übersetzung gibt es leider überhaupt nicht, die es nicht-Historikern doch etwas einfacher machen würde.
Das Buch von 1987 ist noch über zwei Jahrzehnte später lesbar, weil eben dieses Thema nicht veraltet: wie war es eigentlich früher an der Ruhr?