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21 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Privatleben als Literatur, 12. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Esra (Gebundene Ausgabe)
Maxim Biller verwurstet schon seit ewigen Zeiten sein Privatleben zu Literatur. Mal gelingt ihm die Transformation, mal nicht. Also: Seine gesamte literarische Produktion entstammt seinem Privatleben. Da ist es schon seltsam, wenn eine Ex-Freundin (samt Mama) zum Kadi rennen, weil sie sich in den Figuren eines Buches wieder erkennen. Wie sollte es bei Biller anders sein? Und dann wird geklagt - bis zu den höchsten Gerichten. Vielleicht sollte sich die Frau vor der Aufnahme eines Verhältnisses erkundigen, was der neue Partner eigentlich zum Broterwerb so treibt. Andererseits hätte Biller ihr auch aus seinem Tagebuch vorlesen können, dann hätte ihr klar werden können, was passieren wird. Für regelmäßige Biller-Leser ist das Buch ein Genuss - falls sie überhaupt ein Exemplar in die Hand bekommen. Für Leute, die Biller nicht kennen, sowie Biller-Verächter (wie hier auf der Site) dürfte während der Lektüre Übelkeit angesagt sein.
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17 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bitteschön: Bitterschön!, 17. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Esra (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein Kreuz mit der Liebe: "Follow a shadow, it still flies you. Seem to fly it, it will pursue you. So court a mistress, she denies you. Let her alone, she will court you", wusste schon Shakespeares Zeitgenosse Ben Jonson. ESRA erzählt die bekannte Geschichte von Anziehung und Abstoßung. Davon, dass zwei Menschen nicht zueinander finden, weil das richtige Gefühl stets zur falschen Zeit ankommt. Das tut auf Dauer der Liebe nicht gut, und deshalb ist ESRA auch keine Lovestory mit tragischem Schluss, sondern eine fast banale Geschichte über den langsamen Verlust der Liebe. Am Ende bleibt nur Bitterkeit. Das alles erzählt Biller sehr gelassen, sehr lakonisch, sehr resigniert. So schreiben Menschen, die die Liebe überlebt haben. Ein Buch, das einen fertigmacht.
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24 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Belanglos, 8. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Esra (Gebundene Ausgabe)
Viel Heiho wurde über dieses Buch gemacht. Einen Tag nachdem ich es gekauft hatte, las ich in der Zeitung, daß der weitere Vertrieb durch eine einstweilige Verfügung gestoppt worden war. Streitpunkt war, daß sich einige der dort geschilderten Personen wiedererkannten und unangemessen dargestellt fühlten. Ob dies stimmt oder nicht kann ich natürlich nicht nachvollziehen. Das Buch handelt von einer Beziehung zwischen dem Ich-Erzähler und der im Titel genannten Esra. Also ein altes Thema, wahrscheinlich genauso so alt wie die erste Erzählung, die noch aus "ughs" und "oghs" bestand. Die Beziehung scheint daran zu kranken, daß die Frau eine zögerliche, unentschlossene und seltsam lethargische Person ist, während der Ich-Erzähler eine egozentrische, krankhaft dominate Person ist. Die Erzählung schleppt sich mehr schlecht als recht durch die Beziehung, die immer wieder zwischen Trennung, Versöhnung und Sex pendelt. Natürlich kannte ich bei der Lektüre den Hintergrund, aber ich glaube auch ohne ihn, wäre mir dieses Buch etwas seltsam vorgekommen. Alles wird erzählt wie bei einem Kneipengespräch. Wenn man von solchen Erzählungen nicht betroffen ist, erscheinen sie belanglos. Genauso ist es hier. Stellen Sie sich vor, Sie säßen auf einer Parkbank und jemand erzählt Ihnen seine Lebensgeschichte. Daß mag ja ganz nett sein, interessant ist es nicht. Es wird Sie kaum berühren. Dieses Buch hat mich nicht berührt. Ich habe es gelesen, war aber im Endeffekt nicht stärker gefangen als wenn ich die Sportnachrichten im Lokalteil einer Zeitung gelesen hätten, wobei ich dies aus gutem Grunde nicht tue. Maxim Biller schafft es in den "Moralischen Geschichten" in der F.A.Z. am Sonntag immer wieder nette Geschichte zu entwickeln. Hier hat er dies m.E. nicht geschafft. Vielleicht war er zu stark in der Realität gefangen um erfolgreich in die Fiktion zu schreiten.
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