Im Gegensatz zu den vorigen Krimis von M. Oggero ist dieses Buch eher im Stil eines Frauenromans gehalten. Die Lehrerin Camilla Baudino, die mit ihrem Mann und ihrer etwas unkonventionellen Tochter ein Appartment in Turin bewohnt, begegnet bei der Besichtigung ihres (unerreichbaren) Traumhauses der einige Jahre älteren Dora und befreundet sich mit der Dame. Bei einem samstäglichen Einkaufsbummel stürzt Dora vor Camillas Augen vor eine Straßenbahn und verunglückt tödlich.
Schnell wird klar, dass dieser Tod kein Unfall war und Camilla gerät in Verdacht, unter anderem, weil sie in Doras Vermächtnis bedacht ist. Mit Hilfe ihres Verehrers Gaetano und einem Faktotum namens "Der Unsterbliche" macht sich Camilla auf eigene Faust an die Ermittlungen und stößt auf einige dunkle Flecken in der Vergangenheit von Dora.
Die Krimihandlung ist in die Geschichte von Camilla verstrickt, ihrem Alltag als Lehrerin, Ehefrau, Mutter und Freundin. Sie ist hin- und hergerissen zwischen der Loyalität und Treue zu ihrer Familie und dem gutaussehenden Polizisten Gaetano, aber auch unentschieden hinsichtlich ihrer Lebensumstände und Arbeit und wälzt so diesselbe alltäglichen Zweifel wie wohl fast jeder Mensch um die Vierzig. Und gerade das macht Camilla und ihre Welt so sympathisch. Gleichzeitig hat sie die seltene Gabe, über sich selbst lachen zu können und hat zudem eine eher unkonventionelle soziale Ader, die sich auf Verrückte ebenso wie auf Schüler bezieht und Raum gibt für herrlich komische Charaktere und Situationen.
Wer etwas übrig hat für schrägen Humor und gern mal einen Frauenroman und Krimi liest, liegt hiermit richtig. Harte Krimifans mag vielleicht ein wenig die Stringenz in der Kriminalhandlung und die Action fehlen, doch das macht die Romanhandlung allemal wett, ohne sich allerdings in die Untiefen der anspruchsvollen Literatur zu verirren.
Fazit: Ein charmanter, angenehm schräger italienischer Roman mit einer netten Krimihandlung nebenbei, meine Empfehlung für einen gemütlichen Abend oder als Urlaubslektüre...