Esma ist alleinerziehend und hat es nicht leicht im heutigen Sarajevo. Ihre Tochter Sara ist stark pubertierend und soll demnächst auf eine Klassenfahrt gehen. All die Jahre hatte Esma ihr erzählt, dass ihr Vater im Krieg als Martyrer gestorben ist. Das würde sie auch berechtigen, eine großzügige Ermäßigung zu erhalten. Denn so kostet die Fahrt 200 Euro, die Esma nicht hat und verzweifelt versucht aufzutreiben. Denn mit der Bestätigung des Status des verstorbenen Vaters scheint es schwierig zu sein.
Unterdessen fängt Esma in einem Nachtclub als Bedienung zu arbeiten an. Dort macht ihr einer der Handlanger des Besitzers den Hof. Doch Esma tut sich sehr schwer, sich wieder einem Mann anzunähern. Man ahnt, dass das mit ihrer Vergangenheit in den Kriegsjahren zu tun hat. Denn sie ist auch in einer Art Selbsthilfegruppe für Bosnische Frauen, die Schreckliches erlebt haben....
Die Geschichte von Esma ist spielerisch gut umgesetzt, nahe am Leben, authentisch und nachvollziehbar. Sie lässt nicht unberührt. Der Zuschauer erhält Einblick in das nicht leichte Leben im Nachkriegs-Bosnien. Darüber hinaus ist es auch als Alleinerziehende generell mit einer pubertierenden Tochter nicht einfach, die für sich auch gerade erst die erste Verliebtheit erlebt. Immer wieder erahnt man die Schatten, die der Krieg über diese Menschen gelegt hat. Scheinbar ist man zur Normalität zurückgekehrt, aber die geschlagenen Wunden sind anscheinend noch nicht vernarbt. Esma versucht die Normalität zu leben, sich durchzuschlagen, ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen, obwohl sie von ihr wenig Dank zu erwarten hat.