Hey-ah-ha-ma Nutzer,
witzigerweise ist "Eskimo" nicht nur eins der verrücktesten und sperrigsten Alben der Residents, sondern auch eins der erfolgreichsten. Wie das kommt? Tja so genau weis ich das nicht, aber ich versuche mal zu erklären warum mich persönlich dieses Album sehr fasziniert.
Erstmal eins vorweg: Der Remix des Albums "Diskomo" war mit eine der ersten Aufnahmen der Residents die ich hörte. Damals wusste ich praktisch noch nichts über dieses Album geschweige denn über die Residents. Viel Zeit ist seit dem vergangen und irgendwie haben mich die Residents nie losgelassen und insbesondere das Album "Eskimo" wollte ich unbedingt haben. Als ich dann sah das sogar die Limitierte Edition im Pappcover hier auf Amazon erhältlich ist, schrieb ich es mir endlich auf meine Weihnachts-wunschliste. Und siehe da: Santa Dog brachte mir dieses wundervolle Geschenk.
Aber was macht die Faszination "Eskimo" denn aus? Nun es ist zunächst die wirklich spannende Hintergrundgeschichte, die, so empfehlen es die Residents selbst, während des Hörens im Booklet gelesen werden soll.
Genau diese Kombination ist ein großer Teil der Faszination, denn es gibt wohl kaum ein Album da draußen das eine bestimmte Stimmung (in diesem Falle arktische Kälte) so genial inszeniert. Natürlich kann man hier sagen die Residents würde die Kultur und die wahre Musik der Inuit verunglimpfen oder ver*rschen, vor allem wenn man dann im Booklet liest das eins der angeblich bespielten "traditionellen" Instrumente eine Art Xylophon aus Walfischknochen welches mit gefrorenem Fisch geschlagen wird, ist. Doch im Ernst: Wer sich daran stört hat einen großen Teil des Residents-kosmos noch nicht verstanden und ist ziemlich humorlos.
Trotz all dieser skurrilen Elemente hat "Eskimo" doch etwas sehr authentisches, was das Ganze (ähnlich wie beim Rez-debüt "Meet the Residents") trotz allem äußerst echt erscheinen lässt. Im Grunde hört sich Eskimo teils an wie alte Tonband-aufnahmen von Ethno- und Anthropologen die in den 20ern schwarze Sklaven bei ihren Worksongs aufnahmen, nur eben mit Eskimos. Es klingt stellenweise tatsächlich wie ein echtes Zeit/Tondokument von echten Inuit (was es mit Sicherheit NICHT ist).
Doch all das wäre ja noch kein Grund dieses Album aus dem immensen Output der Band hervorzuheben. Ich glaube es ist einfach die UNGLAUBLICH EINGÄNGIGE Melodie im ersten Song, welche sozusagen das Thema des Eskimo-albums ist. Sie besteht aus: G# C H H G# H G# H G# (wobei das Blasinstrument das diese Melodie spielt ziemlich verstimmt scheint). Wer diese Melodie gehört hat wird sie mit Sicherheit den restlichen Tag vor sich hin summen und das ist wirklich klasse!
Die Ästhetik und Illustration im Booklet der Limited Edition ist wie immer typisch Residents bzw. Pore Know Graphix (oder wie auch immer sie es gerade schreiben) und trägt zum Gesamtpaket bei. Unverkennbar und wie immer äußerst passend. Ein Leckerbissen für alle visuellen Menschen.
Anspieltipps gibt es wie immer bei den Konzeptalben der Residents keine, höchstens der Opener "The Walruss Hunt" ist wegen der besagten Melodie ein absoluter Hammer!
Wichtig: Laut (am Besten nachts via Kopfhörer) und am Stück anhören und dabei die Geschichte im Booklet lesen.
VIel Spaß!
UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!