Das Buch beginnt vor ungefähr hundert Jahren, als ausländische Ingenieure (vor allem aus England) im Süden des Iran Erdöl finden ... und damit eine lange Geschichte der Ausbeutung des Landes durch fremde Mächte eingeleitet wird. Erzählt wird die historische Entwicklung aus der Sicht des kleinen Jungen Eskandar, der aus seinem durch Dürre zugrunge gehenden Dorf bei den "Farangi" (den Ausländern) Schutz sucht. Ein Kanadier setzt sich dafür ein, dass er in der Stadt Ausbildung von einem Mullah erfährt. Bald gerät Ekandahar in den Machtkreis des Großem Khan, kämpft für die Unabhängigkeit des Iran und gegen den letzten König der Qajaren, der das Wohl der Bürger des Iran immer wieder den Interessen der ausländischen Mächten opfert. Neben der historischen Dimension erfährt man auch viel über den Alltag in einer islamischen Welt, den teils rücksichtslosen Kampf des Sha um eine Modernisierung des Landes und die Situation der Frau in einer Gesellschaft, in der Analphabeten den Koran oft zu ihrem Vorteil gegenüber dem "schwachen" Geschlecht auslegen.
Eskandahar ist ein sehr gelungenes Buch. Es führt einen an Schauplätze im ganzen Iran, von der Wüste and die Kaspiküste, nach Shiraz, Isafahan und natürlich Teheran. Alle, die schon Gelegenheit hatten, diese wunderbaren Orte zu besuchen, werden in Erinnerungen zu schwelgen beginnen. Der Iran ist ein wunderschönes, kulturell reiches Land. Die aktuelle politische Situation kann man zu einem großen Teil als Produkt der jahrzehntelangen Einmischung westlicher Mächte verstehen. Im Buch wird immer wieder hervorgehoben, dass Bildung der Schlüssel für die Emanzipation des Landes ist...Über diese Bildung verfügt die junge Generation des modernen Iran.
Sehr zu empfehlen!!!