Ich suchte ein möglichst kleines und leichtes Faltfernglas zum Immer-Dabeihaben im Rucksack, das besser sein sollte als das 15-Euro-Glas ("Carena 8x21"), das ich bereits hatte. Im Fotogeschäft probierte ich mehrere Modelle mit 8- und 10-facher Vergrößerung durch, darunter einige Steiner-Modelle, das Nikon Sport Lite 10x25 DCF und die Eschenbach-Modelle Farlux F (8x24 und 10x28) und das hier rezensierte Club 8x20 B. (Die Trophy-Modelle F 8x25 B und F 10x25 B waren leider nicht vorhanden.)
Zunächst war die Frage, welche Vergrößerung sinnvoller ist: 8- oder 10-fach. Dazu versuchte ich, durch das Fenster im 1. Stock des Geschäfts weit entfernte Schilder und Autokennzeichen zu lesen. Hierbei konnte ich keinen entscheidenden Unterschied zwischen 8- und 10-fach feststellen, so daß ich mich letztlich für 8-fach entschied, da hierbei Sichtfeld, Schärfentiefe, Lichtstärke und Austrittspupille größer sind und das Bild ruhiger ist.
Da ich Brillenträger bin, sollten zudem die "Abstandshalter" der Okulare individuell einstellbar sein; die Steiner-Gläser mit ihren umstülpbaren Gummi-Augenmuscheln schieden daher für mich aus.
Das Nikon Sport Lite 10x25 DCF konnte mich nicht überzeugen; das Bild war zwar erstmal OK, aber die Fokuseinstellung hatte etwas "Spiel", was das Scharfstellen erschwerte.
Die größeren Objektive des Farlux F 8x24 B lassen gegenüber denen des Club 8x20 B zwar 44% mehr Licht rein, bemerkbar machte sich dies jedoch bei meinem Vergleichstest bei Tageslicht nicht. Zu meiner Überraschung empfand ich die optische Abbildungsqualität des Club 8x20 B hinsichtlich des für mich wichtigsten Kriteriums, der Bildschärfe, sogar wesentlich besser als die des mehr als doppelt so teuren Farlux F 8x24 B. Das Farlux F 10x28 B war wiederum dem F 8x24 B und dem Club 8x20 B überlegen; mehr erkennen konnte ich mit dem Farlux F 10x28 B wegen des unruhigeren Bildes bei 10-facher Vergrößerung jedoch letztlich nicht.
Der Nahpunkt des Club 8x20 B ist mit 1,60m extrem gut und erweitert den Einsatzbereich des Fernglases enorm, da man so z.B. Insekten "ganz nah" beobachten kann (gestern z.B. sah ich im Baum 2m vor meinem Fenster ein riesig wirkendes Tier, Käfer oder Wanze, das dort herumkletterte - das wäre mir mit bloßem Auge nie aufgefallen). Mit dem Farlux F 10x28 B kann man dagegen nur max. 4m an das Objekt herangehen, mit dem Farlux F 8x24 B immerhin 3m.
Das Sehfeld des Club 8x20 B ist den technischen Daten zufolge mit 119m um 10 m größer als beim Farlux F 8x24 B (109m), und sogar um 27m größer als beim Trophy F 8x25 B (92m), also noch ein theoretischer Pluspunkt. Von diesen drei Gläsern ist das Club zudem das kleinste und leichteste.
Mechanisch ist das Club 8x20 B den Farlux-Modellen eindeutig unterlegen. Es ist weniger "griffig", die Abdeckung des Mittelteils besteht aus Kunststoff und klingt billig nach "Plastik", wenn man mit dem Fingernagel draufklopft. War für mich aber kein wichtiges Kriterium.
Die Schutzkappen für Objektive und Okulare kann man vergessen - die haben 1 mm Spiel und fallen schon durch Bewegen des Fernglases von allein ab. Als Trageriemen hätte mir auch ein dünnerer gereicht, und die lederne Gürteltasche ist unnötig groß.
Daß in der Produktbeschreibung auf der Eschenbach-Seite fast ausschließlich die äußeren Attribute des Club 8x20 B hervorgehoben werden, sollte einen m.E. nicht abschrecken. Wie die Farlux- und Trophy-Modelle ist das Club stickstoffgefüllt, wasserdicht, hat BaK-4-Prismen (beim Club und Farlux phasenkorrigiert, beim Trophy nicht) sowie "Mehrschicht-Vollvergütung".
Ach ja, nur so nebenbei: gegenüber dem 15-Euro-Glas (8x21) ist das Bild des Club trotz der um ca. 10% kleineren Objektive merklich heller.