Wenn Joseph Ratzinger, unser Papst Benedikt XVI. etwas in die Hand nimmt, dann kann man davon ausgehen, daß er etwas daraus formt, was Bestand haben möchte.
Und genauso wie er im Blickfeld eines etwa genauen Beobachters auf der Erde läuft, eben mit einer katzenhaft anmutigen selbstsicheren Art, genau so beinhaltet er seine Werke, die er schreibt.
Und in seinem Alter sich wieder und wieder mit theologisch-philosophischen Gedankengängen zu befassen, das erfordert, da Neues (vom Leser!) nur geahnt werden kann, immer wieder Umwälzung schon mal bedachter Gedanken hin zu Ergebnissen. In diesem Werk ist es die Eschatologie, also die Vorstellung über die Endzeit, die ihn umtreibt und da ist er (natürlich!) befangen von katholischer Sichtweise (Parusie und linearem Verlauf der Zeit, also von der Schöpfung bis zur erwarteten Endzeit). Dabei wäre zu fragen, ob dieses Thema denn so wichtig wäre, oder ist es etwa gar so weit schon?
"Die Wissenschaft, sie ist und bleibt, was einer ab vom andern schreibt",
könnte man spaßhalber argumentieren, wenn man die immer wieder geübte Überarbeitung dieses Werkes im Auge hat.
Doch es ist ja mehr, was in diesem Buch zur Geltung kommt.
Um Leben und Tod geht es somit. Das ist viel, ja es ist dies das eigentliche Thema unseres Lebens.
Und hier kann ein Mann, der vieles gesehen, erlebt und mitgestaltet hat und der dem Tridentinum offensichtlich wohlwollend gegenüber steht, eben aus dem Vollen schöpfen.
Den Begriff der Seele wieder erneut ins Bewußtsein zu bringen, ist sein Verdienst. Und das ist ebenfalls viel.
Die Begegnung mit der modernen Wissenschaft, die auf dem Weg ist, das, was wir Leben nennen, zu erforschen, wird deutlich beim Lesen dieses profunden Werkes, nur der Umkehrschluß mag vielleicht noch ausbleiben, nämlich der, daß alles auch ohne messianische Vermittlung möglich, allein durch göttliches Dasein (Liebe!).
Und außerdem ist es doch erstaunlich, daß vielleicht die Alten es schon gewußt (besser geahnt) haben könnten, was die Wissenschaft so schwer nur bergen kann (nämlich den Grund und das Ziel entstehenden Lebens).
So betrachtet ist dieses Werk, besser seine jetzige Überarbeitung (sollte man vielleicht sagen) und vor allem das Vorwort dazu geeignet, die zuversichtliche Diskussion darüber, ob wir endlich sind oder eben unendlich (was uns erheblich erfreuen würde!), wieder anzufachen.
Dazu und zu neuen Werken kann man nur weiterhin Gesundheit wünschen!