Aus der Amazon.de-Redaktion
Hier ist alles von langer Hand vorbereitet, nichts wurde dem Zufall überlassen. Die großen Suede-Fans The Glam feilten lange an ihrem Debüt-Album
Escapism, dessen Titel so treffend ist wie der Bandname, den sich aus unerfindlichen Gründen niemand vorher sicherte. Der Pappschuber des Covers ist golden, im Booklet zeigen sich drei jungen Männer jenseits der 20 mit viel Kajal im Gesicht, stets Haarspray in der Frisur und gestylten Klamotten. Als Produzenten engagierte das Trio mit einem eigenen Studio im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel Franz Plasa, der schon mit Rio Reiser, Nena, Marianne Rosenberg, Echt oder Falco arbeitete. Als wäre das nicht schon genug, ließen sie ihre Songs von New-Wave-Urgestein Dave Bascombe mixen. Genau der, durch dessen Hände Material von Echo & The Bunnymen, Placebo, Tears For Fears, Depeche Mode, Human League , Erasure oder ABC wanderte. Man muss bis zum Zusammentragen aller Informationen um The Glam und
Escapism keine Sekunde gehört haben, um zu wissen, was einen erwartet: Pomp, Bombast, Dekadenz, sprudelnde Inspirationsquellen, musikalischer Mundraub, große Gesten und Gefühle, Ziate-Zitate-Zitate, Breitwandsound, Pathos, Volumen, Dynamik und natürlich Glam. Hauptsongschreiber und Sänger Frederik Waldner - der sich nur Frederic nennt -, Drummer Julien (Sohn von Jean-Jacques Kravetz, festes Mitglied bei Peter Maffay und Udo Lindenberg) und Phil am Bass haben ein international konkurrenzfähiges Gitarren-Pop-Rock-Album abgeliefert, das überhaupt keine Rückschlüsse auf Hamburg zulässt. Da verwundert es auch nicht, das der Track „Join The Spectres“ von einem süddeutschen Autokonzern als Begleitmusik für eine Imagekampagne ausgesucht wurde. The Glam verzichten auf große Sprüche und lassen mit
Escapism lieber Taten folgen. Sie wollen deutlich hör- und spürbar den Erfolg, träumen von den Stadien. Einen Fuß haben die Newcomer schon mal in die Tür gesetzt. -
Florian Brettschneyder
Kurzbeschreibung
Das Debüt Album des Hamburger Trios ist die deutschen Antwort auf Britpop-Klassiker wie Suede, oder aber Placebo. Das Album klingt sehr international, frisch und ist voller Gefühl. The Glam spielen hier auf der ganz großen Klaviatur der Gefühle.
The Glam beziehen ihre Einflüsse aus einer Vielzahl von Inspirationsquellen. Von T.Rex oder David Bowie, doch genauso wichtig sind ihnen Bands wie The Cure, U2 oder auch Placebo. Ebenso entscheidend für die bandinterne Definition sind indes Bücher und Filme von Oscar Wilde über Gottfried Benn bis zu den Symbolisten und dem französischen Film Noir. Die Band vermengt intelligente, reflektierende Lyrics mit einem opulenten 'Wall of Sound', den sie selber als "Widescreen Electric Guitars" beschreiben.
Das Debütalbum ist so nah, direkt und dicht beim Hörer, dass der Albumtitel "Escapism" zunächst doch überrascht. Denn hier flieht keine Band vor der Welt, sie stellt sich - mit allen Qualitäten, Überzeugungen und Verletzlichkeiten. "Der Titel beschreibt auch eher die Möglichkeit, sich in seiner Traumwelt einzurichten und es sich dort gut gehen zu lassen", erklärt Sänger Frederic. "Es geht nicht um Realitätsflucht. Aber wenn man nach einem Acht-Stunden-Job nach Hause kommt, ist es doch spannend und angenehm, unsere CD einzulegen, sich einen schönen Abend zu machen und mit uns auf eine kleine Reise zu gehen". So überzeugt "Escapism" nun vom Fleck weg mit einer Tiefe, Wärme und dunklen Schönheit, wie man sie, auch international gesehen, auf einem Debüt nur selten fand. Kein Wunder, das das Album zeitgleich in Spanien und Frankreich veröffentlicht wird. Es ist ein überbordendes, variantenreiches und mit bittersüßen Melodien gespicktes Kunststück von einem Debüt geworden. Darauf zeigen sich THE GLAM als souveräne Virtuosen der Gefühlspalette, von horizontweiter Euphorie bis zu intimsten Momenten innerer Einkehr und aufrichtiger Selbstbetrachtung.
Limitierte Erstauflage kommt im Jewelcase mit Pappschuber
Produktbeschreibungen