Poisonblack ist - laut Sentencedsänger Ville Laihiala - nicht nur ein Nebenprojekt. Da hat er auch tatsächlich recht, denn mit diesen zehn Songs präsentieren Poisonblack ein wirklich erstklassiges Gothic-Rock-Album. Die Band zeigt viel Potenzial und ein sehr individuellen Stil. Kopf - und gleichzeitig Gitarrist - der Band ist der oben genannte Ville Laihiala von Sentenced, der nun endlich mal zeigen wollte, was er als Songwriter und Gitarrist so drauf hat. Als Sänger hat sich Laihiala für J-P Leppäluoto von Charon entschieden. Mit seiner klaren, schwermütigen Stimme verpasst er den Songs einen weiteren individuellen, kaum nachzuahmenden Touch, der den Zuhörer runterzieht. Auch kann Leppäluoto als Sänger hier besser überzeugen, als bei Charon. Was Poisonblack sehr auszeichnet und meiner Meinung nach den Songs diese hohe Qualität und Genialität verleiht sind die sehr epischen, düsteren und zum Teil sehr apokalyptischen Keyboardsounds, die in sehr fetten Klangflächen ertönen.
Gleich der erste Song „ The glow of the flames" wirkt sehr kräftig, episch und sehr düster. Der zweite Song , „ Love infernal", hat einen herrlich düsteren, bedrückenden Refrain, wo das oben genannte Keyboard sehr einprägsam und mitreißend erklingt. Auch ist ein kleines Gitarrensolo enthalten. Im dritten Song , „The state", ertönt neben Laihialas breiten Gitarrenriffs ein trauriges, schwermütiges Pianothema, was durch erneute apokalyptische und fette Keyboards im Übergang zum Refrain verstärkt. Mit „ In lust" präsentieren Poisonblack eine herrliche, schwermütige Ballade. Während den Strophen spielt die Gitarre nur leicht verzerrt, der Refrain ist wieder ein Meisterstück für sich, diesmal mit Orgelsounds im Hintergrund. Gegen Ende ertönt ein Gitarrensolo, zunächst auch nur leicht verzerrt, kurz darauf jedoch legt Laihiala richtig los. Nächster Song „ The exciter" ist ein echter Hit. Gleich zu Beginn ertönt ein spannendes Keyboardthema, welches - zusammen mit Basedrum - den Sänger begleitet. Dann setzt der Rest ein. Dieses Anfangsthema ist einfach Klasse. „ Lay your heart to rest" ist wieder ein Song, der einen göttlich guten Refrain hat, episch und melancholisch, untermalt von fetten Gitarren und Keyboards, so wie`s im Gothic sein muss. Und zum Schluss legt Laihiala ein tolles Gitarrensolo hin, nicht eins von der Marke „guckt, wie schnell ich spielen kann", sondern ein mal durchdachtes und gut passendes Solo, was bei anderen Bands oft nicht der Fall ist. „ With her I die" ist wieder eine etwas langsamere, schwermütigere Ballade mit einem tollen Gitarrenthema zu Beginn. Auch hier geizt der Keyboarder nicht mit seinen herrlichen Sounds und Themen. Mit „ Illusion Delusion" lassen es die fünf Finnen noch mal krachen, besonders während der Strophen legen sie richtig los. Letzter Song „ The kiss of death" gibt dem Zuhörer dann noch mal den Rest, denn der Refrain ist wieder sehr traurig und depressiv. Auch spart der Keyboarder nicht mit seinen apokalyptischen und düsteren Sounds und verwandelt diesen Song in ein kleines Meisterwerk.
Zum Stil sei noch gesagt, dass „Poisonblack" Sentenced nicht sonderlich ähneln. Dennoch sollten Sentenced-Fans zugreifen. Die Musik klingt eher wie Charon mit Keyboards. Fans von den Gothic-Göttern FOR MY PAIN sollten auch zugreifen. Poisonblack spielen keinen brutalen Gothic-Metal, sie bieten sehr melancholischen, traurigen und schwermütigen Gothic. Auch der Sound an sich ist echt fantastisch.
Abschließend ist zu sagen, dass Laihiala und die anderen vier - besonders der Keyboarder mit diesen göttlichen Sounds - ein echt fantastisches Album hingelegt haben. Ich freue mich schon auf den Nachfolger, der Anfang nächsten Jahres rauskommen soll, allerdings ohne Leppäluoto als Sänger.