...nicht eben leicht, aber märchenhaft interessant gemacht.
Die Geschichte einer Bäckerfamilie, die verseucht durch proselytisches (konvertiertes) Blut ihr Glück, ihr Leid und ihren ganz eigenen Weg sucht und findet.
Die sprachlich feinsinnige und anspruchsvolle Geschichte wird durch die halb blinden Augen von Esau Levi erzählt, der durch seine liebeskanke Flucht unter dem Fluch seiner Mutter in Amerika Asyl findet. Ohne Sicht zunächst, denn Vater Abraham Levi empfand EINE Brille für seine zwei Söhne als ausreichend, so dass sowohl Jakop, als auch Esau eine jeweils ganz eigene Betrachtungsmethode entwickeln. Geprägt duch die vermeindliche Andersartigkeit ihrer hellhäutigen, großgewachsenen, blonden Mutter, schlagen die Söhne auf ihre Weise in dieselbe Kerbe und während Jakop mit Hilfe zweier Spiegel vom Dach der Bäckerei jeden Schritt seiner geliebten Lea blendet, vertieft Esau sich im Abstand weniger Zentimeter in jedes Buch dessen er habhaft werden kann und teilt schon bald die Leidenschaft Jechiel Abramsons, Zitate zu sammeln.
Die Geschichte der einzelnen Personen sind sehr liebevoll und detailiert geschrieben. Und auch zahlreiche schreckliche Ereignisse, angefangen bei dem Hass, den Esaus Vater auf die geliebte Mutter ausschüttet, über den Verlust des Fingers des kopflos verliebten Jakob in der Teigknetmaschine, den Tod seines Sohnes Benjamin, der seine Frau in tödliche Agonie treibt, nehmen dieser Geschichte die märchenhafte Leichtigkeit.
Ein Roman, der nicht leicht zu lesen ist, Geduld bedingt, aber durch Wärme zu entschädigen Weiß. SEHR lohnenswert!