Justine Bennett wirkt auf den ersten Blick wie eine moderne New Yorkerin, doch in Wahrheit ist sie seit 200 Jahren die Hüterin des Kelchs der ewigen Jugend. Ein solch langes Leben hat nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Denn genau so lange hatte sie keine Dates mehr. Die Regeln als Hüterin verbieten ihr intimen Kontakt zu männlichen Wesen. An ihrer Seite und jederzeit bereit, den Kelch zu verteidigen: ihre beste Freundin Theresa, die durch einen unglücklichen Zwischenfall in einen Drachen verwandelt wurde.
Justines routiniertes und fast eintöniges Leben erhält neuen Schwung, als der umwerfend gut aussehende Derek LaValle in ihr Leben tritt. Dieser will nämlich den jahrhundertealten Fluch der LaValle-Männer brechen, doch dafür muss er die Hüterin des Kelchs töten. Entweder sie tötet ihn zuerst oder er sie. Kein leichtes Unterfangen. Und als wäre Justines Leben nicht schon kompliziert genug, mischt auch noch Satan höchstpersönlich mit. Denn dieser möchte Justines Mutter Iris ehelichen...
"Es kann nur eine geben" von Stephanie Rowe ist der Auftakt einer neuen romantischen und humorvollen Fantasy-Reihe. Die Festlegung der Ausgangssituation und deren Hintergrund geschieht fast ein bisschen zu schnell, so dass der Leser ein wenig ins Stocken gerät und etwas Zeit braucht, die Fülle an neuen Informationen zu verarbeiten. Vor allem muss er einiges schlichtweg als gegeben ansehen, weiterlesen und nicht zu lange darüber nachgrübeln.
Doch abgesehen davon liest sich die Geschichte sehr leicht, flüssig und spannend. Die Handlung ist witzig, chaotisch und mit einer Prise Romantik versehen. Ob jetzt Justine oder Derek den jeweils anderen als ersten tötet, zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch, tritt aber manchmal in den Hintergrund. Denn genau so unterhaltend und witzig sind jene Szenen mit der Drachin Theresa, die insgeheim darauf hofft, wieder ihre menschliche Gestalt annehmen zu können. Aber für den ultimativen Brüller sorgt Satan höchstpersönlich, der seit langem um Iris' Gunst wirbt. Einfach nur herrlich abgedreht.
Die Autorin hat sehr nette und chaotische Charaktere erschaffen. Man schließt sie mit ihren Ecken und Kanten gleich in sein Herz und freut sich, auf die nächste witzige oder actionreiche Szene. Der erste Teil dieser Reihe ist zwar in sich abgeschlossen, doch der Leser darf gespannt sein, was im zweiten Teil passieren wird und wie sich die Charaktere weiter entwickeln.
"Es kann nur eine geben" ist eine sehr schöne Unterhaltung für zwischendurch, die mich oft zum Lachen gebracht hat. Dass manche Szenen nicht ganz so logisch aufgebaut waren, darüber kann man großzügig hinwegsehen. Sie tun dem Lesegenuss keinen Abbruch und ich freu mich schon sehr auf Band 2 ("Schau mir in die Augen, Kleiner!"), das voraussichtlich im Juni 2010 erscheinen wird.