Das Buch beginnt mit einem Gedicht, welches die folgende Geschichte zusammenfasst - das kann einem allerdings erst beim zweiten Lesen auffallen. Die Voraussagen des Gedichts werden buchstabengetreu eingehalten, dennoch lebt die Handlung von ueberraschenden Wendungen.
Die Erzaehlperspektive wechselt kapitelweise zwischen den sehr unterschiedlichen Protagonisten. Erzaehl-"Perspektive" ist hier fast untertrieben, denn jeder der Charaktere hat seine eigene Geschichte und seine ganz eigene Sichtweise.
Nicht jedem Autor gelingt es, eine Figur glaubwuerdig als Mitglied eines erfundenen, bunten und reichhaltigen Kulturkreises darzustellen. Peter S. Beagle schafft es, ohne jemals auf langatmige Erklaerungen oder Belehrungen zurueckgreifen zu muessen, obwohl fast jeder der Protagonisten aus einer anderen Ecke einer glaubwuerdig bizarren Welt stammt.
Mich als Leser hat besonders beeindruckt, dass mir jene fremden Orte nicht einfach vorgesetzt und erlaeutert worden sind. Vielmehr war es als ob mich der Autor nur in jene fremde Welt geworfen haette - dort war ich dann auf mich allein gestellt diese zu erfahren. Beagle schindet keine Seiten mit blumigen Beschreibungen, sondern ueberlaesst es der Phantasie des Lesers, die oft hervorschimmernde Reichhaltigkeit der Welt zu vervollstaendigen.
Der haeufige Wechsel der Perspektive tut ein uebriges, um den beschriebenen Personen Tiefe zu verleihen. Handlungen der Protagonisten werden von ihnen durchaus unterschiedlich bewertet; dem Leser bleibt die Freiheit Helden oder Pragmatiker vorzufinden. Das Einzige was es nicht gibt sind stereotype Helden oder Schurken.
Auch die Sprache selbst unterscheidet dieses Buch deutlich von der Fantasy-Masse. Im Gegensatz zu anderen seiner Buecher (z.B. das teilweise schon surrealistisch anmutende "Letzte Einhorn") steht sie bei den "Drei Damen" aber nicht im Mittelpunkt.
Ueber die Handlung will ich hier nichts weiter preisgeben; sie ist es wert, selbst "erlebt" zu werden.
Ich kann niemandem garantieren, dass er oder sie ebenso von diesem Buch beeindruckt wird wie ich selbst; aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwer bereuen koennte dieses einzigartige Buch kennengelernt zu haben.