Sowohl der augenzwinkernde Titel als auch der brachiale Einstieg in die Geschichte - ein ausgewachsener Elch kracht mit lautem Getöse durch das Hausdach einer ganz normalen deutschen Familie - lassen schon vermuten, daß es sich hier um eine etwas andere Weihnachtsgeschichte handelt, die so ganz und gar nicht ernsthaft ist.
Ähnlich laut wie der Elch durch das Dach poltert diese kleine Geschichte in die sonst zu dieser Jahreszeit übliche Musik- und Pfefferkuchen-Harmonie. Nein, sie ist nicht bösartig, aber erfrischend anders, in zweierlei Sinn phantastisch. Zum einen, weil hier tatsächlich die Huftiere noch als Flugpersonal für den Weihnachtsmann fungieren und zum anderen, weil Steinhöfel eine wunderbar kurzweilige Geschichte gelungen ist, die in dieses eigentlich ausgelutschte Thema frischen Wind bringt.
Dies gelingt sowohl durch das Hinzufügen eigener Ideen zu den bereits bekannten Mythen (so müssen zum Beispiel die Elche für die arroganten Rentiere die Probefahrten absolvieren) als auch durch eine Vielzahl von herrlich witzigen und ironischen Seitenhieben, die im Text versteckt sind. Deshalb eignet sich dieses Buch nicht nur für Kinder, sondern hat schon so manchem Erwachsenen laute Lacher entlockt.
Abgerundet wird diese gelungene Geschichte noch durch die ebenso witzig wie das Buch gestalteten Zeichnungen von Kerstin Meyer, deren Betrachtung allein schon ein Genuss ist. Somit ist dieses Buch mit Sicherheit ein guter Griff für alle, die nicht so genau wissen, was sie ihren Lieben unter den Nadelbaum legen sollen. Aber man muss nicht unbedingt bis Weihnachten warten. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)