Einer der besten Deutschen Filme der Nachkriegszeit wird mit diesem Machwerk auf das übelste verramscht und ein brillanter Stoff von Dürrenmatt sinnlos verheizt. Es ist nicht zu fassen wie respektlos hier mit einem Meisterwerk umgegangen wird.
Die Hollywood Neuverfilmung "The Pledge" ("Das Versprechen") mit Jack Nicolson ist objektiv ein recht guter Film, kommt aber an das Original nicht heran weil sie sich zu sehr an den während der Dreharbeiten geschriebenen Roman von Dürrenmatt hält, anstatt an das Originaldrehbuch. Aber gut. Kann man anschauen.
Was sich aber Bernd Eichingers Produktion mit der Neuverfilmung von 1996 geleistet hat, ist einfach schier unerträglich. In schreiend bunter Popästhetik eines Musikvideos wird die Geschichte trivial aufgemotzt. Dabei wird kein noch so blödes Klischee ausgelassen. Während des Gespräches mit dem Psychiater hampeln hinter einer dicken Glasscheibe einige Verrückte herum, rotzen an die Scheibe rennen schreiend umher, ganz so wie sich Klein Erna vom Lande die Psychiatrie vorstellt.
Anstatt der bedrohlichen Situation im Dorfgasthof, als die Bewohner drohen den Hausierer zu lynchen, wird er vor einer johlenden Menge mit dem Traktor in eine Jauchegrube getaucht. Die Schulkinder, die angesichts der Ermordung ihrer Klassenkameradin eine Mordgaudi haben, hat schon ein anderer Rezensent erwähnt. Die neunmalkluge Göre "Annemarie" mit dem blonden BDM - Zöpfen, gibt vor, sich ein Dornröschenschloss vom Zauberer zu wünschen, in Wirklichkeit steht sie schon auf Boygroups.
Der Vater von Gritli Moser knallt den Hausierer wirkungsvoll im Polizeiwagen ab, dass das Blut nur so spritzt und die Mutter, die im Original von Matthäi so eindruckvoll das Ehrenwort bei seiner Seeligkeit" abnimmt, macht das hier so beiläufig fast teilnahmslos, dass man den Eindruck hat, der Tod ihres Kindes sei ihr ziemlich wurscht.
Natürlich wird auch das amerikanische Motiv der bösen übergeordneten Polizeibehörde bedient, die dem ach so aufrechten Cop an der Basis nur Schwierigkeiten macht. Leider ist das "LKA" aber nicht das "FBI" und die Geschichte wirkt stellenweise so unglaubwürdig, dass sie unbeabsichtigt fast ins komische abrutscht. Der Geschichte dient das jedenfalls nicht.
Es ist eben nicht komisch, sondern eine lieblos heruntergekurbelte Trivialität, an der einfach gar nichts stimmt. Die wenigen schauspielerischen Glanzlichter die Joachim Krol und Heino Ferch mal kurz aufblitzen lassen, gehen in dem ganzen trashigen Müll unter.
Das beste an dem ganzen Film ist das schicke 70er Jahre Opel Record Coupe, mit dem Joachim Krol herumfährt.
Es tut einfach nur weh. Schade ums Geld.