Ebenso wie der Vorgängerband durchaus lesenswert.
Kappe ermittelt diesmal mehr oder weniger auf eigene Faust, was diesen Band von den Vorgängern unterscheidet. Der geschichtsinteressierte Leser nimmt auf jeden Fall einen Mehrwert mit, da der Kriegsalltag in Berlin inklusive ideologisch bedingter Konflikte, selbst in der eigenen Familie treffend dargestellt werden.
Da Kappe wie genannt diesmal auf eignen Spuren wandelt fühlt man sich beim lesen etwas an den Roman "Vaterland" von Robert Harris erinnert. Insgesamt würde ich diesen Band nicht so sehr in das Genre Krimi sondern eher im Bereich Thriller sehen, da, soviel sei verraten, einiges über die Verhörmethoden der Gestpo und den Widerstand in Berlin aufgedeckt wird. Dahingehend ist der Band auch wirklich bis zum Ende packend und spannend! Kleiner Wehmutstropfen ist meiner Meinung nach, dass die Story zum Ende hin einige Seiten mehr hätte vertragen können,leider ist die Autorin dann doch irgendwie zu schnell zum Ende gekommen. Als einzigen Nachteil würde ich die etwas plumpe Abhandlung der Aktion T4 (Euthanasieprogramm im Dritten Reich)anmerken, diese Schilderungen kamen doch etwas plötzlich ans Licht, quasi am Küchentisch im Verhör, daher hat man diesbezüglich das Gefühl die Autorin wollte gerade diesen Punkt noch irgendwie unterbringen. Somit gute Geschichte mit kleinem Malus, insgesamt also vier Sterne von mit! Aber: selber lesen und Meinung bilden, es lohnt sich (trotzdem würde ich als Lektüre Vaterland von Robert Harris empfehlen, wenn dieser Kappe Band gefällt...)