Also - dieser Film hat bei mir Spuren hinterlassen. Habe ihn mit 12 zum ersten Mal gesehen (hui, wenn das die USK liest), zusammen mit einem Freund. Bereits der erste Teil ließ uns die ganze Nacht nicht schlafen. Der Zweite tat dann sein Übriges...
Was für mich auch jetzt noch bei dieser King-Verfilmung hervorsticht, sind jetzt folgende Punkte (und dies sind für mich auch die Gründe, weshalb ich den Film allen Leuten ans Herz legen kann, die gehaltvollere, tiefgehende und klar emotionsgefüllte King-Verfilmungen mögen):
- da wären die Besetzung der Schauspieler. Sowohl in der Zeit der Jugendlichen, als auch im Erwachsenenalter ist die Wahl der Schauspieler in meinen Augen mehr als geglückt. Dabei meine ich jetzt nicht nur ausschließlich das schauspielerische Talent, das zutage gelegt wird, sondern auch die Tatsache, dass die "älteren" Schauspieler z.T. wirklich markante Ähnlichkeiten mit ihren jüngeren haben. So erkennt man also nach dem Sehen des ersten Teils auf Anhieb z.B. Eddie - wie er auf einmal erwachsen geworden ist und ohne, dass es dem Zuschauer sofort in den Mund gelegt wird. Dies schafft ein ganz besonderes, vertrautes Gefühl.
Zur schauspielerischen Leistung möchte ich auch noch kurz etwas sagen. Auch wenn ich schon viele Leute über diese und jene Darbietung (ganz besonders Tim Curry in der Rolle von Pennywise) habe lästern hören - ich finde, dass sie wie die Faust auf's Auge passen, dass sich die Schauspieler und ihre Rollen wirklich ernst nehmen und man ihnen ihre Emotionen zu jeder Zeit abnimmt. Und dabei meine ich auch Pennywise - wenn er zum Beispiel wie ein Clown zu tanzen beginnt bzw. wie er von ungeheurer Euphorie plötzlich in den "leeren Blick der Totenlichter" verfällt. Es schafft schon eine Reaktion - und bei mir war's eine millimeterhohe Gänsehaut.
- da wäre die Dauer des Films - zweimal 90 Minuten sind eine sehr gute Wahl in meinen Augen. Schlimm wäre es wirklich gewesen Kings 1000 Seiten Wälzer in eine 90minütige Handlung zu quetschen - oder wie bei the Stand auf mehr als 500 Minuten. So ist die Handlung ausreichend ausführlich (und wer will, kann sowieso im Anschluss daran noch das Buch aufsaugen) bzw. ist die Trennung in den "Teil wie alles begann" und in den "Teil der zweiten Zusammenkunft" sehr schlau bzw. für den Zuseher sehr hilfreich. Auch gefällt mir in dieser Hinsicht besonders der Anfang von "Es", wo nach und nach gezeigt wird, wie jedes einzelne Mitglied des "Clubs der Verlierer" seine ureigene Begegnung mit "es" hatte und - und das ist der springende, so richtig Spannung erzeugende Punkt für mich - wie sie bei der Nachricht, dass "es" wieder da ist, von ihrer Erwachsenenrolle wieder richtig in ihre Kindlichkeit und Angst zurückfallen. Dieser auch im Buch so wichtige Punkt wird von der Verfilmung wirklich gut eingefangen bzw. generell das Gefühl der Gemeinschaft. Wie der Club zusammenwächst, wie er auf die zahlreichen Proben gestellt wird und wie er sich nach zig Jahren wieder trifft, um einem alten Schwur treu zu bleiben.
- und da wäre noch der Soundtrack des Films. Also wirklich - von Richard Bellis habe ich noch niemals zuvor gehört, aber sein Soundtrack ist für eine TV Produktion wirklich toll bzw. unterstreicht den Film in allen Belangen.
Jetzt zum Kritikpunkt, den viele schon vorher erwähnt haben:
- das Ende!!!!! Oh mein Gott - also alle, die mit dem Ende auch so ihr schönes, unbefriedigendes Problem haben - das Buch ist um einiges besser und vorallem auch ausführlicher. Klar, der Film musste mal zu Ende sein, aber wie plump und plötzlich die Handlungsstränge aufgelöst werden, ist nicht gerade eine Glanzleistung von diesem Film. Naja - ich will hier nicht länger lästern, am besten man sieht sich den Film selbst an und macht sich dann selbst ein Bild...
- und dass die DVD ein Flipper ist. Ich mag nämlich selbst Flipper nicht so sehr, weil man so genau schauen muss, welche Seite gerade oben ist. Zur Anmerkung: eine Flipper DVD hat nichts mit Delphinen zu tun - es sind vielmehr DVDs die oben und unten bespielt sind. Also anstatt zwei DVDs liegt nur eine in der Hülle und die ist oben und unten Silber - hat also kein Etikett (die Infos sind stattdessen auf den Innenring der DVD gedruckt - aber halt nur klein und unleserlich)
So - ich hoffe den Lesern und Leserinnen dieser Rezension war meine Auflistung ein bißchen hilfreich in Bezug auf die Frage "Soll ich mir die ES-Verfilmung angucken oder nicht?". Wie gesagt - wer Horror mit Gefühl und guten Schauspielern mag. Wer gerne Urängste in Filmen hat, von Clowns nur ein einseitig schönes und naives Bild hat und wer überhaupt gerne ausgedehnte Erkundungstouren durch Abwässerkanäle mag, dem oder der kann ich diesen Film nur ans Herz legen. Wer sich den Film nur deswegen nicht angeschaut hat, weil alle über das Ende lästern, denen hoffe ich auch, das eine oder andere Quäntchen zum "Ausprobieren" geliefert zu haben - man wird zu Ende sicherlich schön gegruselt sein.
Also - vier Sterne von mir und einen Stern Abzug nur, weil halt das Ende...ich hör schön auf :)
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zur Technik:
Bild: Juchuh!!!! 16:9 Neuabtastung - echt schöne Farben und Auflösung (und bitte im Auge behalten, dass es sich hier um eine 90er Jahre TV Produktion aus Amerika in NTSC handelt!)
Ton: kein Makel - klar in Deutsch und klar in Englisch. Jetzt im nachhinein hätte eine schöne Surroundauffrischung aber noch eine Portion Atmosphäre nachgelegt. Naja - zuviel soll man sich ja nicht wünschen.
Extras: Ein Audiokommentar mit einem Großteil der Schauspielerriege! Hab ihn mir noch nicht ganz angehört, aber ich glaube, dass das eine oder andere Informationshäppchen ganz interessant sein dürfte.