...paaren sich hier aufs Schönste. Meilenweit entfernt vom Brachialhumor so mancher Verbalbeserker ziseliert Ulrich Roski hier feine kleine Kunststückchen aus Sprache und Musik und schafft es, sowohl textlich wie auch musikalisch den Spannungsbogen hochzuhalten, was für eine One-Man-Show beachtlich ist. Offensichtlich klassisch geschult spielt Roski Klavie rund Gitarre mit beiläufiger Leichtigkeit (so scheint es), um seinen teils satirischen, teils sozialkritischen, teils albernen aber stets mit viel Wortwitz und warmen Humor ausgestatteten Texten eine würdige - im Wortsinne, und auch hieraus entsteht oft die Komik - Umrahumg zu geben. Sicher, wer zu Themen der Zeit Stellung nimmt, der läuft Gefahr, nach Jahren nicht mehr zeitgemäß zu sein und so finden sich auch hier ein paar Texte, die für den ein oder anderen jungen Hörer vielleicht erklärungsbedürftig sind, die Mehrzahl der Stücke aber wirkt noch erstaunlich zeirtgemäß. Meine Kinder haben jedenfalls viel Freude daran. Und als Dokument jener Zeit, als freche Stimmen sich in der Folge der Studentenbewegung zu Wort meldeten, denen geistreiche Blödelei vor bedeutungsschwangere Revolutionsrhetorik ging, denen nicht nur das Komische am Spießer auffiel, sondern auch das Spießige am Betontunspießigen, kurz: den Schelmen jener Zeit, die die neue Freiheit genossen, aber durchaus vom alten Bildungsideal zehrten und ihre Wurzeln im Cabaret- und Musikbetrieb des Berlins der 20er Jahre hatten, sind die Werke Roskis Gold wert.