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Es Brennt So Schön
 
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Es Brennt So Schön

Olli Schulz Audio CD
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

motor.de

Zum ersten Mal veröffentlicht Olli Schulz ohne seinen Hund Marie einen Tonträger, der sehr erwachsen erscheint.

Der Opener "Ab jetzt tut's nur noch weh" rumpelt mit abgehacktem Klavier, dumpfem Stampf-Bassdrum und Entrüstung im Bauch gegen eine kaltblütige Realität "Die Guten, die bluten, weil die Schlechten sie knechten und der Rest stirbt langsam aus". Mit hoffnungsvoller Stimme und Klavierakzenten bringt Olli Schulz im bass-bestimmten Titel "So Lang Einsam" als Ratgeber die Textzeilen: "Du bist so lange einsam, bis du lernst allein zu sein...". Auch im Song "All You Can Eat" geht der Wahlberliner sehr direkt und politsch vor. Zu vereinzelten Gitarren-Tönen, einer milden Bass-Linie und klar-definiertem Drum-Beat singt er deutlich "All you can eat, all you can eat - klingt schon ziemlich bitter, wenn es nichts zu fressen gibt...".

Durch diese Titel formt sich im Kopf das Bild eines Musikers, der mit seinen Texten politisch und realitätsnah auf derzeitig herrschende Missstände aufmerksam machen will. Dass er auch Persönlich-Privates verarbeitet, beweisen sein packendes Liebes-Drama "Wie Sie" oder sein rein akustischer Beitrag über Freundschaft "Bloß Freunde". In diesen Stücken setzt er sehr viel Gefühl in die Stimme und auch die Begleit-Musik wird treffend der jeweiligen Stimmung angepasst: mal dramatisch mit Drum und Klavier bestückt, oder ganz akustisch nur mit der Konzertgitarre.

Das seriöse Bild bricht Schulz jedoch überraschend mit "Mach' den Bibo , mach' das UFO, mach' den Grobi, mach' uh-uh-uh", dem Stück, das er auch beim Bundesvision Songcontest performte. Der Bibo-Song ähnelt einem Ballermann-Hit und verpasst dem Zuhörer einen unerwarteten Schlag, der die bisherige Stimmung sprengt. Letzlich gesellt sich also doch noch Klamauk zum Ernsthaften und Gefühlvollen.

Abgesehen von dem Bibo-Ausrutscher verfolgt das Album eine gerade Linie. Die Stücke klingen erwachsener und durchdachter als noch auf den poppigen Vorgängern mit Kollegen Max Schröder (der Hund Marie). Er mimt den glaubwürdigen Entwicklungs-Erzähler, der uns weise Lebenshilfen geben möchte. Vom einst träumerischen, albernden Gitarrenjungen ist "Es brennt so schön" somit weit entfernt.

Sebastian Wiczak

Rezension

Der Hamburger stemmt sich erfolgreich gegen die Tristesse
Erst Barack, und nun Olli, der wahre Pop- Titan. Das Jahr wird gut. Auch, weil der sympathische Nerd von der Elbe wohl von einem genmanipulierten Ohrwurm gebissen wurde. Jedenfalls schwingt Super- Olli fast wie schwerelos durch die Hamburger Schulklassenräume und angrenzende Gebiete. Thwip! Leiht er sich etliche Klänge bei Tomte und bei Kettcar. Thwip! gaunert er sich etwas Pop- Art aus Niels Freverts Nationalgalerie. Thwip! ergattert er sich die Lässigkeit von Pottgott Stoppok. Thwip! holt er sich ein Rezept für Humor mit Subtext und tiefgreifenden Nebenwirkungen aus dem Ärzte- Haus. Thwip! hat er auch schon den Wortwitz Kunzes und Lürigs melodisches Gespür. Thwip! ergreift er lakonische Maßnahmen in seinem Kampf gegen Tristesse, gegen Ha- Ha- Lustigkeit und generell alle Elemente des Verbrechens am guten Geschmack.
Dabei fand der Krypto- Moralist auch ohne seinen langjährigen Sidekick Max Schröder (Der Hund Marie) in den Studio- Sessions mit Kollegen wie Gisbert zu Knyphausen oder Bernd Begemann die Antwort auf große Fragen. Die Guten, die bluten, weil die Schlechten sie knechten, und der Rest stirbt langsam aus , macht er sich seinen Reim auf die allgemeine Misere ( Ab jetzt tuts nur noch weh ). Man ist so lang einsam, bis man lernt, allein zu sein , gibt er weise Lebenshilfen ( So lang einsam ). Mach´ den Bibo, mach´ das UFO, mach´ den Grobi, Mach´ uh-uh-uh , schnoddert er den Hamburger Beitrag zu Raabs nächstem Bundesvision Song Contest , im Clip mit kongenialer Hilfe von Freund Bela B. Das alles knistert so schön warm und analog, mit schrummeligen Gitarren, mit Piano, Banjo und Schwung aus dem Keller. Bei Isabell sorgen sogar Mark- Knopfler- Licks für einen perlenden Swing. Ob diese leichte und beherzte Olligarchie eine Antwort in der aktuellen Systemdiskussion ist? Gestern war noch Krise. Aber jetzt ist Schulz. (Rolling Stone Magazine)

Nein, ''Mach den Bibo'' passt kein bisschen zum Rest des ersten echten Solo-Albums des Exil-Hamburgers Olli Schulz. Trotzdem gibt es keinen einzigen Grund, warum man die komplett von der US-Band Rival Schools eingespielte Nummer, die einerseits an den ''Apfelmann'', andererseits an ''Glory Days'' erinnert, zum alleinigen Anlass nehmen sollte, über ''Es brennt so schön'' zu richten. Es sind noch zehn andere Stücke auf dieser Platte, die man gut und gerne unter dem Begriff ''Zitat-Rock'' subsumieren könnte: Das Cover evoziert noch einmal den Boxer auf ''Peace And Love'' von The Pogues, es gibt den Piano-Part aus Queens ''Innuendo'', die vehement angeschlagene Gitarre aus Fleetwood Macs ''Second Hand News'' und ein kleines Lied darüber, warum es manchmal besser ist, nur Freunde zu bleiben: ''Die Leute denken, wir sind betrunken/ dabei sind wir bloß Freunde/ Haben unser Lied gefunden/ Das singen wir noch heute.'' Und wäre ''Isabell'' von Jeff Tweedy, alle schrieben drüber. (SPIEGEL.de)

Olli und sein Songwriter-Pop- Rock haben ihre Mitte gefunden.



Wem Mach den Bibo echt zu wenig/
affig/whatever ist, weil der Olli
einfach mehr draufhat, der kann
beruhigt sein: ES BRENNT SO SCHÖN
zeigt Schulz als gereiften Liedermacher,
der die instrumentale Ausstaffierung
seiner Songs weiter diversifiziert
hat obwohl ihm bei einer
Platte zum ersten Mal nicht Der
Hund Marie zur Verfügung stand.
Dessen Fehlen fällt jedoch erst bei
genauerem Hinhören auf. Wo Max
Schröder, der seit 2005 hauptberuflich
bei Tomte eingespannt ist und
keine Zeit hatte, diesmal eben nicht
seine verschnörkelten Gitarren-
Licks einfließen lässt, findet sich
jetzt vornehmlich eine geschrammelte,
flächigere und hier und da
feedbackende E-Gitarre. Zudem
groovt stellenweise ein Piano oder
ein Banjo mit, was ein breiteres
Feld an (intensiveren) Stimmungen
erzeugt. Textlich drückt sich Olli
wieder nicht vor schwierigen Sujets:
Mit dem dramatischen Wie sie , das
zumindest musikalisch fast wie ein
klassischer Latino-Schlager anmutet,
liefert er den legitimen Armer
Vater -Nachfolger, der wie der
Ami sagen würde - really deep
ist: Aber lieben werd' ich dich nie /
Doch ich bleibe bei dir, du siehst so
aus wie sie. Keine Sorge, der Olli
kann auch noch lustig sein, man
höre Geheimdienst , in dem eine
sehr nach Judith Holofernes klingende
Frau nie daheim ist, wo sie
eigentlich hin gehört. Der einzige
reinrassige Spaßsong bleibt jedoch
Mach den Bibo . (Musikexpress)

Kurzbeschreibung

- Es brennt so schön - . Das ist der Name meiner neuen Langspielplatte. Dazu bewogen, diesen Titel zu wählen, haben mich all die unterschiedlichen Stimmungen, die mich im letzen Jahr bewegten und die nun auf dem Album zu finden sind.

Denn es brennt tatsächlich so schön: das Herz, die Liebe, die Wut und natürlich auch der unbeschreibliche Irrsinn, den man in sich trägt.



Aufgenommen wurden die Songs in 2 gerecht aufgeteilten Sessions. Eine in meiner wunderschönen Heimat Hamburg mit meinem alten Freund Swen Meyer, der mich schon seit meiner ersten Platte begleitet. Die zweite Etappe fand in meiner aktuellen

Wahlheimat Berlin mit dem einzigartigen Moses Schneider statt, dem Produzenten von Warten auf den Bumerang , meiner letzten Platte.

Da mein tapferer Mitstreiter Max Schröder (Der Hund Marie) aus zeitlichen Gründen diesmal nicht zur Verfügung stand, ist es meine erste Soloplatte geworden.

Dafür habe ich mir fantastische Musiker ins Studio eingeladen, die ich in den letzten Jahren kennen und schätzen lernen durfte. In Hamburg hatte ich zum Beispiel das Vergnügen mit Gisbert zu Knyphausen, Lee Buddah, Christian Haake (Home of the Lame) oder Bernd Begemann zusammen zu arbeiten. Bei den Aufnahmen in Berlin, die wie bei Moses Schneider üblich, komplett live statt fanden, wurde ich von PC (Warren Suicide), Arne Augustin (Nena), Ben Lauber und Moses Schneider himself unterstützt.



Herausgekommen ist die abwechslungsreichste Platte meiner noch so jungen Karriere. Songs über das bittere Gefühl, dass alles verloren und verkauft ist (All you can eat) gibt es genauso wie das herrliche Abfeiern der manchmal sinnlosen Existenz (Mach den Bibo). Natürlich darf auch das große Drama nicht fehlen (Wie sie) und ist genauso vertreten wie die Hoffnung, dass die Liebe uns erlöst (Ewig leben).

Hören Sie doch mal rein. Es lohnt sich.



Ihr

Olli Schulz

kulturnews.de

Olli Schulz ist erwachsen geworden. Das zeigt ein Buch über seine Erfahrungen als Bühnenarbeiter, vollgestopft mit Schwänken, die er auf Konzerten auch gerne mal der giggelden Fangemeinde erzählt. Musikalisch gibt er sich gewohnt schnoddrig und emotional in Textzeilen wie "Man ist nur so lange einsam, bis man lernt, allein zu sein" oder "Wir können ewig weiterleben, als würde es kein Morgen geben." Wer aber glaubt, das erste Soloalbum des Wahlberliners würde nur Einmannsongs mit Klampfe beinhalten, liegt falsch. Olli Schulz holt sich Gastmusiker wie Bernd Begemann oder Gisbert zu Knyphausen ins Boot, und Home Of The Lame begleiten ihn auch auf Tour. Dass hinter der erwachsenen Hülle aber doch noch eine ordentliche Portion kindliche Dumpfsinnsfreude steckt, zeigt Schulz eindrucksvoll mit "Mach den Bibo", einem herrlich sinnbefreiten Song, der schnurstracks zum Kult werden dürfte. (es)

Produktbeschreibungen

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