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Es Brennt So Schön
 
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Es Brennt So Schön

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Produktinformation

  • Audio CD (13. März 2009)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Columbia Berlin (Sony Music)
  • ASIN: B001QSCZ0I
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Produktbeschreibungen

motor.de

Zum ersten Mal veröffentlicht Olli Schulz ohne seinen Hund Marie einen Tonträger, der sehr erwachsen erscheint.

Der Opener "Ab jetzt tut's nur noch weh" rumpelt mit abgehacktem Klavier, dumpfem Stampf-Bassdrum und Entrüstung im Bauch gegen eine kaltblütige Realität "Die Guten, die bluten, weil die Schlechten sie knechten und der Rest stirbt langsam aus". Mit hoffnungsvoller Stimme und Klavierakzenten bringt Olli Schulz im bass-bestimmten Titel "So Lang Einsam" als Ratgeber die Textzeilen: "Du bist so lange einsam, bis du lernst allein zu sein...". Auch im Song "All You Can Eat" geht der Wahlberliner sehr direkt und politsch vor. Zu vereinzelten Gitarren-Tönen, einer milden Bass-Linie und klar-definiertem Drum-Beat singt er deutlich "All you can eat, all you can eat - klingt schon ziemlich bitter, wenn es nichts zu fressen gibt...".

Durch diese Titel formt sich im Kopf das Bild eines Musikers, der mit seinen Texten politisch und realitätsnah auf derzeitig herrschende Missstände aufmerksam machen will. Dass er auch Persönlich-Privates verarbeitet, beweisen sein packendes Liebes-Drama "Wie Sie" oder sein rein akustischer Beitrag über Freundschaft "Bloß Freunde". In diesen Stücken setzt er sehr viel Gefühl in die Stimme und auch die Begleit-Musik wird treffend der jeweiligen Stimmung angepasst: mal dramatisch mit Drum und Klavier bestückt, oder ganz akustisch nur mit der Konzertgitarre.

Das seriöse Bild bricht Schulz jedoch überraschend mit "Mach' den Bibo , mach' das UFO, mach' den Grobi, mach' uh-uh-uh", dem Stück, das er auch beim Bundesvision Songcontest performte. Der Bibo-Song ähnelt einem Ballermann-Hit und verpasst dem Zuhörer einen unerwarteten Schlag, der die bisherige Stimmung sprengt. Letzlich gesellt sich also doch noch Klamauk zum Ernsthaften und Gefühlvollen.

Abgesehen von dem Bibo-Ausrutscher verfolgt das Album eine gerade Linie. Die Stücke klingen erwachsener und durchdachter als noch auf den poppigen Vorgängern mit Kollegen Max Schröder (der Hund Marie). Er mimt den glaubwürdigen Entwicklungs-Erzähler, der uns weise Lebenshilfen geben möchte. Vom einst träumerischen, albernden Gitarrenjungen ist "Es brennt so schön" somit weit entfernt.

Sebastian Wiczak


kulturnews.de

Olli Schulz ist erwachsen geworden. Das zeigt ein Buch über seine Erfahrungen als Bühnenarbeiter, vollgestopft mit Schwänken, die er auf Konzerten auch gerne mal der giggelden Fangemeinde erzählt. Musikalisch gibt er sich gewohnt schnoddrig und emotional in Textzeilen wie "Man ist nur so lange einsam, bis man lernt, allein zu sein" oder "Wir können ewig weiterleben, als würde es kein Morgen geben." Wer aber glaubt, das erste Soloalbum des Wahlberliners würde nur Einmannsongs mit Klampfe beinhalten, liegt falsch. Olli Schulz holt sich Gastmusiker wie Bernd Begemann oder Gisbert zu Knyphausen ins Boot, und Home Of The Lame begleiten ihn auch auf Tour. Dass hinter der erwachsenen Hülle aber doch noch eine ordentliche Portion kindliche Dumpfsinnsfreude steckt, zeigt Schulz eindrucksvoll mit "Mach den Bibo", einem herrlich sinnbefreiten Song, der schnurstracks zum Kult werden dürfte. (es)

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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Mehr Rauch als Feuer, 19. März 2009
Natürlich ist Olli Schulz einer der ganz Großen. Das Album ist grundsätzlich auch nicht schlecht, aber an die Klasse von "Bumerang" oder "Brichst zu mir das Herz" kommt es nicht an. Textlich zwar immer noch sehr schön und clever fehlt musikalisch einfach der typische Olli-Ohrwurm-Charakter. Grade da wo die Texte sehr feinfühlig sind, holzt die Countrygitarre unpassend dazwischen oder geht die Songstruktur total flöten.
Wie gesagt, trotzdem gut aber unter dem, was Olli eigentlich ausmacht.

Anspieltipps:
Bloss Freunde
Isabell
Ab jetzt tuts nur noch weh

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7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen PLATTENTESTS.DE (03/2009) schreibt, 3. März 2009
Die Sesamstraße ist auch nur ein Weg mit Schlaglöchern. Klar, dass einer wie Olli Schulz da nicht entlangstolpert, sondern sich beidfüßig mit Tanzschuhen in Größe 50 in die Unebenheiten stellt: Im Gegensatz zu Thees Uhlmann hat er den großen, gelben Vogel nicht einfach gefunden, er macht ihn gleich für uns. Im Video mit Bela B. und - trotz drohender Eigenurin-Therapie - bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest. "Mach den Bibo", dieser selbsternannte Ballermann-Hit der Generation Indie, förderte bei aufgeregten Indie-Jüngern längst begrabene Sellout-Vorwürfe und Boykott-Ankündigungen zu Tage. Dabei ist das vorprogrammierte Entsetzen unbegründet: Kein anderer Song wäre weniger repräsentativ für das gewesen, was uns Olli Schulz, diese offensichtlich geläuterte Knalltüte, mit seinem vierten Longplayer "Es brennt so schön" anbietet.

Dass sein erstes Solowerk (Dauerweggefährte Max Schröder/Der Hund Marie ist mittlerweile fest bei Tomte eingespannt) mehr denn je nach einem Bandalbum klingt, dürfte an der illustren Runde aus Gästen und Helfern liegen. "Mach den Bibo" geht musikalisch zur Hälfte auf das Konto von Walter Schreifels, auch Bernd Begemann und Gisbert zu Knyphausen steuerten Parts bei, und die Regler teilten sich "Mr. Grand Hotel van Cleef" Swen Meyer und "Mr. Beasteaks" Moses Schneider. Vom melancholischen Gitarrenjungen Olli Schulz ist "Es brennt so schön" damit weit entfernt. Stattdessen ist dem Wahlberliner auf der Suche nach dem perfekten Indie-Popsong mittlerweile von Banjo bis Galeeren-Drumming jedes Mittel recht, die Stücke klingen voller und durchdachter als noch auf dem bereits poppigen "Warten auf den Bumerang". Auf intimen Dilettantismus wie in den Anfangstagen braucht endgültig niemand mehr zu hoffen.

Sympathischen Nonsens sucht man abseits von "Mach den Bibo" größtenteils vergebens. Stattdessen poltert "Ab jetzt tut's nur noch weh" mit abgehacktem Klavier, Stampf-Bassdrum und Wut im Bauch gegen eine lieblose Umwelt los: "Die Guten, die bluten / Weil die Schlechten sie knechten / Und der Rest stirbt langsam aus". Auch in der "Safety dance"-Hommage "All you can eat" tritt das Persönliche politischer zu Tage als zuvor. Damit vervollständigt sich das Bild des Musikers und Menschen Olli Schulz, der natürlich weiterhin dramatische Herzschmerz-Stücke in Farin-Urlaub-Manier à la "Wie sie", Akustik-Kleinode wie die Freundschaftshymne "Bloß Freunde" oder fröhlich-abseitige Popnummern wie "Geheimdienst" schreibt. Das Traurige steht neben dem Fröhlichen, das Alberne neben der ehrlichen Begeisterung, und zwar so selbstverständlich, dass selbst die pathetische Schamgrenzenüberschreitung "Ewig leben" noch irgendwie natürlich daherkommt.

Man hat das Gefühl, dass Olli Schulz auf "Es brennt so schön" die Deckung weiter herunter nimmt, auch wenn das Cover das Gegenteil vorgaukelt. Seltener gibt er den Klassenkasper, dafür öfter den aufrichtigen Beobachter, bei dem das Geschichtenerzählen nicht Selbstzweck ist, sondern der uns etwas mitgeben will. "Ich hab schon immer gewusst / Dass man sich verändern muss", singt er in "Herz los". Veränderung heißt hier auch, dass das Album einem keine Hits aufdrängt. Es braucht ein paar Durchläufe, bis sich der unscheinbare Feelgood-Pop von "Wenn die Sonne wieder scheint" in ein echtes Juwel verwandelt. Den ausufernden Klamauk vermisst man da schon nicht mehr. In der Sesamstraße war der ja auch nur die halbe Miete, Olli Schulz darf sich dort also gern weiter inspirieren lassen. Nächstes Jahr machen wir dann wahlweise den Ernie, das Krümelmonster oder den Graf Zahl.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mein Herz brennt ..., 19. März 2009
Olli Schulz schlägt jetzt noch fester zu. Mit beiden Fäusten gibt es dieses Mal den K.o.-Schlag ohne den zeitlich verhinderten Hund Marie, dafür aber mit Walter Schreifels, Gisbert zu Knyphausen, Lee Buddah und Bernd Begemann im Team. Mit Blut an den Handschuhen präsentiert Olli Schulz die Ergebnisse seines jahrelangen Trainings, das er etappenweise in Hamburg mit Swen Mayer und in Berlin mit Moses Schneider absolvierte und auf Platte bannte. In Höchstform tanzt Schulz den in Adrenalin getränkten Bibo, der mit Sinnlosigkeit in den Ring des Bundesvision Song Contest 2009 trat und den fünften Platz nach dem ersten Schlagabtausch erreichte. Weiter in den vorderen Plätzen positionieren sich die in die Tiefe gehenden Songs, wie das den harten Alltag abbildende All You Can Eat oder das schmerzverliebte Gesicht, das Wie Sie abzeichnet. Dabei bringt die Sonne wieder ein pointiertes Lächeln auf die blutenden Lippen von Olli Schulz, der in knallhartem Training elf Runden in Bestform präsentiert, bevor er in Bonusrunde zwölf zum finalen Knock-out ansetzt, der nachhaltig den Kopf durchdringt und langlebige Abwechslung nachhallen lässt.
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