Die erste und wichtigste Info in Susanne Gaschkes Buch ist der Hinweis, dass es keine Erziehungsanleitung ist. Vielmehr versucht sie auf provozierende, sarkastische und polemische (weniger gut) Art und Weise zum Nachdenken anzuregen. Und worüber soll der Leser nachdenken? Darüber, ob alles, was er sich bisher an Meinung über Erziehung angelegt hat, nicht auch eine andere Sichtweise hat. Eltern, auch ich, neigen dazu, Umstände, die sie ihren Kindern antun, immer zu rechtfertigen und ihnen eine positive Seite abzugewinnen (auch Scheidungen, Ganztagskindergärten etc..) Susanne Gaschke vertritt einfach die Meinung, das Kinder eigentlich Konservative sind, die ähnlich zitiert, links den Papa, rechts die Mama, auf dem Tisch den Spaghettitopf und mittendrin sich selbst sehen. Das sehe ich auch so, Kinder würden nun mal wahrscheinlich so leben wollen, oder noch besser in Bullerbü (wollte ich als Kind auch). Und sie spricht sich dagegen aus, Kindern ihre Träume und Visionen zu nehmen, sie zu früh aufzuklären, ihnen zu viele Entscheidungen zu überlassen (die sie überfordern). Vielmehr meint sie, dass Kinder genau das verlangen (durch immer aggressiveres und abnormes Verhalten), wogegen der Zeitgeist tobt: Grenzen, Zuneigung und die Behandlung als Kind und nicht als kleiner Erwachsener. Sie gibt viele Denkanstösse aber keine Anleitungen. Am erfrischendsten ist ihre Analyse, dass es in der heutigen, angeblich so toleranten Gesellschaft kaum möglich ist, eine andere als positive Meinung zu Scheidung und Ganztagsbetreuung etc. zu beziehen, ohne als konservativ (interessanterweise fällt ja genau dieser Begriff in einer anderen Rezension)zu gelten, was natürlich immer negativ zu verstehen ist. Fazit: Susanne Gaschke nimmt mutig Stellung, ohne den Leser zu bevormunden. Leider gibt es kein Literaturverzeichnis.