Ein Bohemien wie er im Buche steht, ein Einzelgänger und Außenseiter sei der Autor gewesen, heißt es im Nachwort des Herausgebers, in welchem das Leben und Wirken von Robert Wolfgang Schnell nachgezeichnet wird und dem der interessierte Leser zahlreiche Hinweise zu eigenem Weiterlesen und Nachforschen entnehmen kann. Man kann sich ein Bild vom Autor und seiner Zeit und den Entstehungsbedingungen des Buches machen, dessen erneute Herausgabe vor diesem Hintergrund erst recht erfreulich und verdienstvoll zu nennen ist.
Der Roman bezieht seine Motive zweifellos aus dem Leben des Autors, der seine Geschichte realistisch, bisweilen humorvoll drastisch erzählt. Da gibt es Typen, die ihm am Herzen liegen und andere, mit denen er lieber nichts zu tun hätte. Es ist die Geschichte des Ernst Brück, von ihm selbst erzählt, seine Kindheit in Wuppertal, an Rhein und Ruhr, vor dem Hintergrund der Kämpfe zwische Spartakus, Regierungstruppen und reaktionären Freikorps. Dieser Hintergrund bestimmt das Leben der Figuren, die für Ernst eine wichtige Rolle spielen, ihn erziehen wie etwa das Dienstmädchen Anna oder in abenteuerliche Geschichten verwickeln wie der derb-humorige Kutscher Bock. Ein tolles Personal, mit viel Liebe beschrieben und zum Leben erweckt.
Lachen und Weinen, Komik und Tragik im Leben der so genannten kleinen Leute, der Namenlosen, die man nach dieser Lektüre nicht so bald vergessen wird.