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Erzählungen II. Die Steppe. Erzählungen aus den mittleren Jahren 1887-1892
 
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Erzählungen II. Die Steppe. Erzählungen aus den mittleren Jahren 1887-1892 [Gebundene Ausgabe]

Anton Tschechow , Anton Cechov , Anton Chekhov
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 815 Seiten
  • Verlag: Artemis & Winkler; Auflage: 3. A. (1991)
  • ISBN-10: 3538052255
  • ISBN-13: 978-3538052253
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.466.708 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Anton Tschechow (1860 - 1904) wurde im südrussischen Taganrog als Sohn eines Kaufmanns geboren, studierte in Moskau Medizin, war Arzt und schrieb ab 1880 für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften (bis 1886 unter dem Pseudonym Tschechonte) zahlreiche Erzählungen und eine Reihe von kleinen Romanen.

Auszug

Der Fehltritt

Der Kollegienassessor Migujew blieb während seines Abendspaziergangs an einem Telegrafenmast stehen und seufzte aus tiefstem Herzen. Vor einer Woche hatte ihn an ebendieser Stelle, als er von seinem Abendspaziergang nach Hause zurückkehrte, das frühere Stubenmädchen Agnija eingeholt und böse zu ihm gesagt: "Na warte! Dir werd ich die Suppe versalzen, daß du noch lange an mich denkst! Unschuldige Mädchen zugrunde richten! Das Kind leg ich dir vor die Tür, und aufs Gericht gehe ich, und deiner Frau erzähl ich alles ..."

Und sie verlangte, er solle bei der Bank fünftausend Rubel auf ihren Namen einzahlen. Migujew erinnerte sich daran, seufzte und machte sich des flüchtigen Abenteuers wegen, das ihm so viele Sorgen und Leiden bereitet hatte und das er von Herzen bereute, aufs neue bittere Vorwürfe.

Er kam zu seinem Landhaus und setzte sich auf das Treppchen vor der Haustür, um auszuruhen. Es war genau zehn Uhr, ein Stückchen Mond sah hinter den Wolken hervor. Auf der Straße und vor den Häusern war keine Menschenseele - die älteren Sommerfrischler legten sich bereits schlafen, und die jüngeren gingen im Wäldchen spazieren. Migujew, der sich eine Zigarette anstecken wollte, suchte in beiden Taschen nach Streichhölzern und stieß mit dem rechten Ellenbogen an etwas Weiches; er sah aus Langerweile nach, und sein Gesicht verzerrte plötzlich ein solcher Schrecken, als hätte er neben sich eine Schlange entdeckt. Auf dem Treppchen lag gleich an der Tür ein längliches Bündel. Es war in etwas eingepackt, das sich wie eine kleine Steppdecke anfühlte. Das eine Ende des Bündels war ein wenig offen, und der Kollegienassessor stieß, als er die Hand hineinsteckte, auf etwas Warmes und Feuchtes. Er sprang erschrocken auf und sah sich wie ein Verbrecher um, der vor der Polizeistreife flüchten will.

"Hat sie es mir doch tatsächlich vor die Tür gelegt!" stieß er erbittert zwischen den Zähnen hervor und ballte die Fäuste. "Da liegt er ... der Fehltritt! O Gott!"

Er war vor Angst, Wut und Scham wie gelähmt. Was sollte er jetzt anfangen?


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Hinnark
Es ist merkwürdig, dass eine Kultur, die literarische Urgewalten hervorgebracht hat wie Dostojewski und Tolstoi, auch über einen Meister der leisen Töne und der höchsten Kultiviertheit verfügt. Die Erzählungen und Kurzromane, die in dieser umfangreichen Zusammenstellung vorgelegt werden, wirken, als hätte ein feinnerviger Geist sie gerade erst vor wenigen jahren verfasst. Höhepunkt ist der Roman "Das Duell", welcher den Gegensatz zwischen Naturwissenschaft und Kunst/Kultur auf eine menschlich glaubwürdige und hochaktuelle Weise behandelt. Hier befindet sich Tschechow auf dem Höhepunkt seiner Erzählkunst. Fast alle Geschichten sind von der Art, die man alle Jahre immer einmal wieder lesen kann und die sich dann immer in einem neuen Licht zeigen. Deshalb lohnt sich auch die Investition in eine hochwertige Buchausstattung mit alterungsbeständigem Bibeldruckpapier, Fadenheftung, festem Einband und Lesebändchen, für die der Artemis/Winkler Verlag bekannt ist.
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Von Agricola
Ich kann den Band jedem interessierten Leser wärmstens empfehlen. Das Werk enthält 41 in sich geschlossene Erzählungen aus den mittleren Jahren Tschechows (1887-1892), die von der Länge her stark divergieren. Die Kürzeren sind lediglich 4, 5 Seiten lang, die Längeren von ihnen 100 Seiten und mehr. Eines haben alle gemeinsam: sie fesseln von der ersten bis zur letzten Zeile, sind äußerst unterhaltsam geschrieben, transportieren auf eindrückliche Weise landschaftliche Atmosphäre und zwischenmenschliche Stimmungen und sind dabei von zeitloser Aktualität, haben uns etwas zu sagen. Nur Th. Storms Novellen, die Erzählungen von Thomas Mann und, mit Abstrichen, die Werke Fontanes, habe ich mit vergleichbarem Vergnügen gelesen. Auch mich hat dabei "Das Duell" ganz besonders angesprochen. Für den deutschen Leser zunächst etwas gewöhnungsbedürftig sind die russischen Namen der Protagonisten, doch bleibt ihre Zahl stets übersichtlich, zumal auch die Länge der Einzelerzählungen überschaubar bleibt. Ich beneide jeden, der dieses Lesevergnügen noch vor sich hat und werde mich schleunigst um die Erzählungen aus den späten Jahren bemühen. Qualität des Buches (3. Auflage 1991): gewohnter Winkler-Dünndruck-Standard, ohne Beanstandungen. Es ist den exklusiven Preis absolut wert.
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