Böll ist ein Meister der Erzählung. Wer das bis dato noch nicht wusste, weiß es nach wenigen gelesenen Erzählungen dieses Buchs. Böll nimmt einen gefangen und nimmt einen mit. Die Erzählungen sind häufig "atemberaubend". Das Buch versammelt eine ganze Fülle von Böllschen Erzählungen (rund 70 Stück). Viele handeln von den Kriegs- und den unmitteilbaren Nachkriegszeiten in (West-) Deutschland. Für diesen vehementen schriftstellerischen Einsatz gegen den Krieg, gegen die Sinnlosigkeit von Krieg, die Unerbittlichkeit von Krieg und die Verletzungen der Menschen durch den Krieg hätte Böll eigentlich noch mehr als "nur" den Literaturnobelpreis verdient gehabt.
Es ist nur schade, dass die aktuell verantwortlichen Politiker, die wieder die Welt in Kriege treiben, diesen Böll nicht kennen und vermutlich auch nicht lesen.
Aber Böll beschreibt viel mehr als nur Krieg und Nachkriegszeit. So kann man auch anhand "vom Schicksal einer henkellosen Tasse" viel über Liebe und Zuneigung lesen.
Die Erzählungen sind meist sehr kurz gehalten. Aber in dichter Sprache und absolut fesselnd. Böll war ein Könner.
Dieses Buch ist sowohl geeignet, um einen (ersten) Zugang zu Böll zu bekommen, aber auch dafür um einen großen Schatz Böllscher Erzählungen in einem (1) Band, der im übrigen sehr schön gemacht ist, zu erhalten.
5 Sterne. (und keinen weniger)