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Inspiration und gemeinsames Erlebnis, weg von reinen Aufzählungen, die mit der weiten Verbreitung von PowerPoint-Präsentationen beim Publikum Abwehr und Ermüdung hervorrufen. Atkinson geht von einem drei Schritte-System aus, um eine überzeugende Präsentationsgeschichte zu entwicklen. Zuerst kommt ein Drehbuch, um die Ideen zu fokussieren, darauf folgt der Entwurf eines Storyboards, um die Ideen auszuarbeiten und zuletzt wird das Drehbuch produziert. Praktisch, deutlich, Schritt für Schritt und durchzogen von Tipps zeigt Atkinson, wie sich aus einer einfachen Aufzählung eine Geschichte entwickeln lässt und wie dieses System auch auf andere Präsentationen übertragen werden kann.
Kein plattes Anekdoten erzählen und auch kein Dauerplappern -- Erzählen statt aufzählen zeigt, wie man präzise eine abgeschlossene Geschichte aus Fakten und Beispielen entwickelt, die die Zuhörer mitnimmt und an einem bestimmten Punkt mit allen wichtigen Informationen wieder absetzt. Eine Kunst, die man lernen kann und angesichts zahlloser Präsentationen mit PowerPoint ist der Vorteil, den man mit vom Thema gefesselten Zuhörer erhält unschlagbar. --Wolfgang Treß -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Sinnvoll sind die Empfehlungen Atkinsons was die Vorbereitung der Präsentation anbelangt. Er empfiehlt in Anlehnung an Hollywood das Schreiben eines Drehbuches und die Anlage eines Storyboards. Zuerst soll jeder Vortrag als 15-Minuten-Drehbuches konzipiert werden, aufgeteilt in 3-4 Schritte zu 4-5 Minunten. Darauf aufbauend wird jeder Teilschritt auf 10 bzw. 15 Minuten erweitert, so dass schrittweise je ein Vortrag von 30 bzw. 45 Minuten Dauer entsteht. Dieses Mittel ist praxisnah, einfach zu handhaben und sehr hilfreich für eine strukturierte und gestraffte Vorbereitung. Es wird vielen Dozenten helfen, Zeitnot während des Vortrages zu vermeiden. Mit wenigen Handgriffen ist der Dozent schnell auf drei mögliche Vortragslängen vorbereitet. Ein verblüffend simples und effektives Hilfsmittel.
Auch das Storyboard hilft - dieses Mal bei der dramaturgischen Gestaltung. Hält man sich an Atkinsons Fragenkatalog, ergibt sich fast von alleine ein logischer Spannungsbogen für den Vortrag.
Wenig geglückt sind textliche und visuelle Umsetzung der Folien selber. Der Autor geht einerseits gegen Folien vor, die Aufzählungspunkt an Aufzählungspunkt reihen - um sie durch Folien zu ersetzen, die Folientitel an Folientitel reihen. Mir erschließt sich der Vorteil dieser Gestaltung nicht. Welchen Mehrgewinn hat der Zuschauer, wenn er statt einer Folie mit fünf Aufzählungspunkt fünf Folien betrachtet, die ebenfalls fünf Aufzählungspunkte präsentieren? Die geschickte Animation einer Folie mit 5 Punkten bietet genau das Gleiche. Das ist nicht zu Ende gedacht. Wer gegen aufzählende Folien zu Felde zieht, muss ein Gegenkonzept bieten. Die Aufzählungspunkte vom Textfeld in den Folientitel zu verlagern, reicht dazu nicht aus.
Den reichlich freien Platz auf der Folie verwendet Atkinson ganz richtig für Visualisierungen - aber welche! Inhaltsleere Bilder dekorieren die Folien. Das Stichwort "Die Pharmaindustrie durchquert heutzutage ein Meer an Veränderungen" wird geschmückt mit dem Foto eines Schiffssteuerrades. Schmückendes Beiwerk, das metaphorische Inhalte transportiert - das sieht so aus, als hätte jemand den Punkt "emotionale Ansprache des Zuschauers" abgehakt. Der Zusammenhang von Text und Bild ist mühsam und wirkt billig. Atkinson begibt sich auf das problematische Feld der Assoziationen und gleitet oft genug in Effekthascherei ab. Ob willkürlich gezeigte Bilder dem Zuschauer eine Hilfe sind, bezweifle ich. Atkinson selber zitiert Mayers Multimedia-Prinzip, wonach Kombinationen aus Wort und Bild besser behalten werden. Allerdings sind damit Bilder gemeint, die einen unmittelbaren Zusammenhang zu dem Lernthema haben. Weidenmann und andere Autoren haben herausgearbeitet, dass Bebilderungen und Visualisierungen als Lernhilfen sehr differenziert betrachtet werden müssen.
In den Folientiteln, die die Aufzählungen ersetzen, legt Atkinson den Schwerpunkt auf eine stark bildhafte Ausdrucksweise: "Genehmigen Sie den Marketingplan, um sanft durch die Wellen zu gleiten." "Der Plan führt uns sicher durch alle regulativen Vorgaben in den Hafen." Sicher, es gibt auch andere Folientitel und die mündlichen Ausführungen des Dozenten sollen ja das Wesentliche erläutern - dennoch sind mir die platitüdenhaften Folientitel stark im Gedächtnis geblieben. Fans von Sprichworten und blumiger Ausdrucksweise mögen hier auf ihre Kosten kommen, auf mich wirkt das bemüht gleichnishaft und oft ungewollt komisch.
Das Buch muss kritisch gelesen werden, weder Lernpsychologie noch Multimedia-Forschung können hier so eindeutige und klare Ergebnisse vorweisen, wie es bei Atkinson scheint.
Alles in allem hinterlässt das Buch bei mir einen zwiespältigen Eindruck. So sinnvoll für mich die Tipps zur Vorbereitung sind, so wenig kann ich mich dem Konzept von Visualisierung und Formulierung anschließen.
Die zweite interessante Idee, die ich bei meiner eigenen Vortragsvorbereitung sicher aufgreifen werde, besteht darin, drei Detailebenen zu planen: Für einen 5-Minuten-Vortrag, für 15 und für 45 Minuten. Diese Vorgehensweise zwingt den Vortragenden, seine Argumentation zunächst kurz und präzise auszuformulieren, bevor sie dann mit Details gefüllt wird.
Zu Cliff Atkinsons Konzept gehört des weiteren, den Text auf den Folien auf eine Überschrift zu reduzieren und diese mit einem Bild zu unterstreichen. Dieses Vorgehen ist mir zu extrem. Viele Sachverhalte erfordern doch mehr Text-Inhalte auf einer Folie. Aber der Denkanstoß, diese Texte auch einmal in Bilder umzusetzen, ist richtig und wichtig.
Mein Fazit: Sicher lassen sich nicht alle in diesem Buch vorgestellten Konzepte für jede Präsentation umsetzen. Doch gibt es wertvolle Denkanstöße, sich nicht nur mit der Technik des Erstellens von PowerPoint-Folien zu befassen, sondern auch mit der Kunst des Präsentierens.
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