Auf meinen Wanderungen durch Buchhandlungen mit grossen Auslagen entdeckte ich dieses Buch von Cliff Atkinson, offenbar einer der führenden Kommunikationsexperten. Doch angezogen hat mich weniger diese Selbstbeschreibung als der Titel. Denn Storytelling gehört zu meinem Tätigkeitsbereich. Bevor ich in die Tasten griff, las ich die Meinungen meiner Rezensionskollegen und zögerte, ob ich denen noch eine weitere hinzufügen wollte. Denn sie haben das Wichtigste bereits gesagt. Besonders gut gefallen hat mir die Einschätzung von Pia Bork, legt sie doch den Finger auf eine Wunde, die auch mich schmerzte. Cliff Atkinson mag ein begnadeter Kommunikator sein, aber bei visueller Sinnlichkeit schneidet er schlecht ab. Ob dem so ist, weil er Microsoft-Produkte puscht oder weil er aus anderen Gründen clipartverseucht ist, konnte ich nicht eruieren. Fest steht einfach, dass mir sein ästhetisches Empfinden fremd ist.
Drei Bücher in einem, schrieb ich in der Überschrift. Und damit meine ich, dass es ein Buch über Storytelling, über Präsentieren und über PowerPoint ist. Am meisten profitieren konnte ich vom PowerPoint-Werk. Denn ich habe eine tief sitzende Abneigung gegen Gebrauchsanweisungen, Handbücher und Nachschlagewerke, die so genannte Trockenübungen sind. Bei Atkinson ist das anders. Ihm gelang es tatsächlich, mich dazu zu motivieren, mein dürftiges PowerPoint-Wissen zu vergrössern. Mehr noch, er machte mir das Microsoft-Programm wieder schmackhaft, nachdem ich es nach dem Aufruf „Destroy PowerPoint“ im Cluetrain Manifest aus meiner Werkzeugkiste entfernte. Die nächste Präsi werde ich nach dem Atkinson-System aufgleisen, in der Hoffnung, den Zuhörern mehr Struktur bieten zu können. Man braucht ja nicht alle Tipps des Autors zu beherzigen und seinen eigenen Stil zu verleugnen. Was mich geradezu begeistert, ist das Bekenntnis von Cliff Atkinson zum aufmerksamen Beobachten. Denn nur mit dieser Haltung kommt man zu Entdeckungen, deren Weitergabe Zuhören in den Bann schlagen können.
Mein Fazit: Der Ansatz, das PowerPoint als Werkzeug für Storytelling zu gebrauchen, gefällt mir sehr. Ich empfehle einfach allen Lesern von Atkinson, sich bei Thema Bild an anderen Autoren zu orientieren. Was der Buchumschlag andeutet, wird vom Inhalt bestätigt: auch die Suche nach starken Bildern ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht.