Jürgen Hargens gibt in seinem Roman „Erwach(s)en" Einblick in das Leben mehrerer Charaktere. Und so zahlreich diese in Erscheinung treten, so unterschiedlich sind auch ihre Situationen, Ansichten und Zukunftsperspektiven. Dabei wird die Verstricktheit jedes einzelnen Umstands deutlich. Erfahrungen und Probleme, die nicht herbeigedichtet sind, sondern tatsächliche Bedeutung im Leben haben, finden hier Beachtung.
Dieses Erfolgrezept, das sich auch an den realistisch gebliebenen Figuren zeigt, zieht sich durch den ganzen Roman. Zu keinem Zeitpunkt erscheint die Handlung abgehoben. Ungehobelt, wie es zeitweise nun einmal ist, nimmt das Leben der Charaktere seinen Lauf.
Durch sein psychologisches Fachwissen und seine erzählerische Fertigkeit sowie das nötige Geschick wird Hargens den Forderungen nach Anspruch, Spannung und Lesevergnügen zweifelsohne gerecht.
Schlussendlich gelingt es dem Autor, auf das euphemistische Happy End zu verzichten und dennoch Zuversicht und Optimismus siegen zu lassen.
Angesprochen darf sich von diesem Buch jede/r fühlen. Ob in Fachkreisen, als Arbeitslektüre oder abends im Bett, dieses eindrucksvolle Facettenreichtum findet sich nicht nur im Roman, sondern sicher auch in der Leserschaft wieder.