Vom Jagdflieger im spanischen Bürgerkrieg zum Düsenfliegerpilot gegen Ende des WK II, vom Staffelführer und Oberleutnant 1939 bis zum Jagdfliegergeneral und Staffelkapitän 1945 reicht das Spektrum des vorliegenden Buches.
Adolf Galland beschreibt,nach einem Exkurs über sein argentinisches Exil, die Anfänge seiner Fliegerei in den späten Zwanzigern mit der Leidenschaft zur Segelfliegerei. Diese Liebe teilte er mit einem Teil der sportbegeisterten deutschen Jugend. Daraus bildete sich das Potential, aus dem Göring später seine Flugzeugführer rekrutierte.
Die Anfänge der deutschen Luftwaffe werden verständlich dargelegt. Die Erlebnisse im spanischen Bürgerkrieg, an dem er 37/38 teilnahm, schildert er in packender Weise. Guernica wird nicht ausgespart.
Erstmals wurden Piloten und Flugzeuge in scharfem Schuss erprobt, was den deutschen Verbänden zunächst am Anfang des WK II einen nicht zu unterschätzenden Vorteil verschaffte. Außerdem war die Me109 das damals fortschrittlichste Jagdflugzeug.
Ab September 1939 nahm er am Krieg bis zum letzten Tage im Mai 45 teil. Ausschließlich an der Westfront eingesetzt, schoß er 104 Feindflugzeuge ab und gehörte zu den höchstdekorierten Soldaten des Krieges.
Die Entwicklung der Luftwaffe, von einer luftbeherrschenden Waffe am Anfang des Krieges über die Luftschlacht um England 1940, den Kampf gegen die Royal Air Force 1941, als immer mehr Verbände gen Osten verlegt werden mußten, über die beginnenden Bombereinflüge 42, das Auftreten der 8.USAAF ab 1943, den Kanaldurchbruch "Cerebus" der Marine unter Luftschirm, bis hin zu den vernichtenden Luftschlachten der Jahre 44 und 45 in denen die Luftwaffe vollends "verheizt" wurde, finden alle relevanten Entwicklungen Platz.Das Ende bildet die Düsenjägertragödie, der Waffe, die die vernichtenden Bombardements deutscher Städte verhindern helfen konnte. Falsch eingesetzt, entwicklungsverzögert, da man 41 bald mit dem siegreichen Kriegsende rechnete,konnte die Me262, obwohl technisch allen alliierten Jägern vorraus, nicht adequat eingesetzt werden.
Diese rein militärische Sichtweise zieht sich durch das ganze Buch. Galland beschreibt die Entstehung, den Kampf und den Untergang seiner Waffe, die Politik bleibt außen vor.
Dies ist auf einer Seite ein Reiz des Buches, das man aus den rein militärischen Schilderungen sein Bild der dt. Luftwaffe im II.WK
bilden kann.
Die politische Aufarbeitung aber fehlt.Dies ist der Schwachpunkt, deshalb "nur" vier Sterne.Aber Galland stellt sich eben als reinen militärisch handelden Soldaten dar, der die ihm übertragene Aufgabe nach besten Wissen und Gewissen auszufüllen suchte.