"Für die Welt bist du nur irgendjemand, doch für irgendjemand bist du die Welt" trieft es aus den Boxen, und ich denke mir nur: Meine Güte, den Spruch habe ich doch schon als Teenie gehört. Und richtig, vor Originalität strotzt Oerdings Werk nicht gerade. Hier reimt sich noch Glück auf zurück, Herz noch auf Schmerz, und generell wird hier des öfteren mal gern tief in die Kitschkiste gegriffen. Was aber umso faszinierender ist: Nach erster leichter Irritation stört das den Hörer überhaupt nicht. Denn man muss nicht immer große neue Worte finden für Geschichten und Weisheiten, die es für Menschen immer gab und geben wird. Oerding besingt mit so viel Ehrlichkeit und Innbrunst die alltäglichen Dinge im Leben, dass man nicht anders kann, als ihn für all seine Tiefe, aber auch für gelegentlichen Kitsch zu lieben. Seine Stimme ist eine Sensation, und musikalisch weiß das Album immer wieder zu überraschen. Und so zeigt sich bei Oerdings erster Wahl ganz deutlich, dass gelegentliche Phrasen wesentlich sympathischer herüberkommen können als die grobe Kopflastigkeit, die ansonsten quasi eine Berufskrankheit von Liedermachern ist. Da kann man nur so sagen: Bitte so weitermachen, denn das Album macht Lust auf mehr!