Die Schilderung der dritten und erfolgreichen Kilimandscharo-Expedition des 31 jährigen Hans Meyer ist ein sehr interessantes Zeit- und Reisedokument. Ausführlich werden Reisevorbereitungen und Anreise geschildert, welche in starkem Kontrast zu dem heutigen Ferntourismusbetrieb steht. Seine Beobachtungen an Land und Leuten sind objektiv und kritisch gegenüber der damaligen Kolonial-Hysterie. Seine detailierten Naturbeschreibungen lassen erkennen, dass Forschung und nicht "koloniale Entdeckung" im Vordergrund stand. Der Beitrag seines österreichischen Reisekameraden Ludwig Purtscheller wird gerade im bergsteigerischen Teil ausführlich gewürdigt. Dieses Buch ist auch für heutige Ostafrika-Reisende sehr zu empfehlen. Bedauerlich ist, dass der Verlag die Photographien Hans Meyers für entbehrlich erklärt. Mit diesen wäre eine (fast) vollständige Neuausgabe gelungen.