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Kundenrezensionen

34
3,5 von 5 Sternen
Error: Thriller
Format: Gebundene AusgabeÄndern
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. März 2013
O.K., ich bin ein ausgemachter Fan, deshalb bewerte ich den Plot, die Figurenzeichnung, die Stringenz als nicht so schwerwiegend, denn: Für mich ist es die Sprache. Jeder Satz ist ein Vergnügen, nie wird's langweilig. Was für den einen ein Martyrium ist, lässt den anderen eben in nackte Begeisterung ausbrechen. – Die Geschmäcker sind halt verschieden. Insofern für mich das Beste aus den letzten sechs Monaten und klare fünf Sterne.
Einen bis keinen Stern erhält die Marketing-Abteilung des Randomhouse-Manhattan-Ablegers: Error? Du liebes Lieschen. Dämlicher geht's ja wohl nicht mehr. Wie lange müssen wir uns diese schwachmatische Titelverunglimpfung eigentlich noch gefallen lassen? Na, Schwamm drüber. Irgendwie passt das zu den (in dieser Preisklasse) erstaunlich vielen Satzfehlern. Armer Neal, das hast du wirklich nicht verdient.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Februar 2013
Vier oder fünf Sterne? Am Ende habe ich mich, trotz einiger Einschränkungen, für fünf entschieden. Vor allem deshalb, weil "Error" trotz einiger Schwächen immer noch so viel besser ist als die übliche Massenware, die sich festmeterweise in den Buchhandlungen stapelt.

Wie viele andere Rezensenten fand ich die zum Ende hin zunehmende Waffenverliebtheit irritierend - da das Buch mit einer identitätsstiftenden familiären Schießübung beginnt, ist anzunehmen, dass Neal Stephenson sich etwas dabei gedacht hat. Wie vermutlich auch bei dem Umstand, dass Teile dieser Familie sich zu allem bekennen, was amerikanische (und nicht nur diese) "aufgeklärte" (Links)-Liberale aus tiefer Seele ablehnen: christlicher Fundamentalismus, Kreationismus, freier Waffenbesitz, Selbstjustiz ... und dass er auch diese Menschen positiv zeichnet. Eine Provokation gegen political correctness? Ein Aufruf dazu, die im modernen gesellschaftlichen Kontext festgeschrieben scheinenden Grenzen zwischen "gut" und "böse" anzuzweifeln? Zumal auch die Teile der Handlung, die in oder um T'Rain gebaut sind, das Thema "gut und böse" variieren.

Solche - z.T. ironisch gebrochenen - Parallelen zwischen "Spiel" und "Wirklichkeit" finden sich auch bei anderen Themen - spoilerfrei lässt sich das hier schlecht weiter ausführen, Stichwort "deus ex machina".

Dennoch bleibt der Schluss ein wenig vorhersehbar und abrupt - auch wenn mich das Abrupte bei "Cryptonomicon" deutlich mehr gestört hat.

Ärgerlich ist - wie hier auch schon mehrfach erwähnt - die Übersetzung. Sicher ist es Geschmacksache, ob man "Whiteboard" übersetzt oder nicht, aber "nearby" ist eben nicht "nahebei", jedenfalls nicht, wenn man gutes Hochdeutsch schreiben möchte. (Das nur als Beispiel, ich bin über viele ähnliche Stellen gestolpert.)

Genossen habe ich den vielfach gespiegelten und variierten Blick auf die Ereignisse, jeweils aus den Augen verschiedener Protagonisten . Es gibt eine Szene, in der Marlon T'Rain spielt und sich auf dem Bildschirm ein immer komplexer werdendes Netzwerk von Fenstern entfaltet - ähnlich habe ich die Schreibweise bei den dichtesten Partien des Buches empfunden.

Die Längen haben mich ebenfalls nicht gestört, im Gegenteil. Wie sagte einst Max Liebermann über einen vermeintlich zu langen Arm auf einem Gemälde von Cezanne? "Der Arm ist so schön gemalt, der kann gar nicht lang genug sein."

In diesem Sinne hoffe ich auf das nächste - lange - Buch von Neal Stephenson.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. November 2012
Was kommt heraus, wenn ein Autor souverän in der virtuellen Welt sich zu Hause fühlt und diese überaus verständlich darstellen kann, ohne die „reale „Welt zu vernachlässigen? Ein Autor, der zudem die Kunst des Relativsatzes und der umfassenden Beschreibung von Orten, Personen und Ereignissen souverän beherrscht? Der fast nebenbei noch eine ganze, virtuelle Spielwelt in allen Details erfindet (wenn auch mit Ähnlichkeiten verbreiteten Online Rollenspielen) und diese mit der realen Welt samt Kreditkartenbetrug und islamischen Attentätern kunstvoll verknüpft? Der zudem davon Abstand nimmt, die Gefühle seiner Protagonisten ausführlich zu „erzählen“, sondern der beständig den Leser mit in Situationen hinein nimmt, in denen die (gedachten) Gefühle beim Leser „erzeugt“ werden?

Eben dieser intelligente, breite, dabei zugleich tiefgehende neue Thriller von Neil Stephenson.

Ein Thriller aus vielen Perspektiven und auf mehreren Ebenen, dessen roter Faden die Entführung von Zula, der Nichte Richards Forthrast ist. Richard, der stets eigene Wege ginge und dabei nicht immer auf Legalität achtete. Sehr einträgliche Wege. Lange her, denn nun befindet er sich seit Jahren auf der „offiziellen“ Seite des Rechtes. Ebenso erfolgreich. Der über sein Online-Rollenspiel „T'Rain“ schwer reich geworden ist. Ein Rollenspiel, wie es die Welt vorher noch nicht gesehen hat. Mit Millionen Usern und enormen Suchtpotential. Mit Algorithmen, welche die Erde deckungsgleich nachbilden, mit Bodenschätzen, die gefunden und geschürft werden müssen, will man in dieser Welt bestehen.
Und mit einer (nur eingeweihten Mitspielern) Schnittstelle zur realen Welt. Als ehemaliger „WoW“-Süchtiger kennt sich Reichard bestens aus mit Sucht und eben Geld.. Bei T'Rain können die „faulen“, reichen Spieler Ausrüstung, Avatare und anderes erwerben und „fleißige“ Profispieler, vornehmlich in China, spielen nur, um all die erstellen und verkaufen zu können. Gold und ihre Schätze können im Spiel in Wechselstuben eingetauscht werden der Gegenwert real dem eigenen Konto gutschreiben werden. Insgesamt einerseits eine unglaublich komplexes Spiel allererster Güte, andererseits ein „Devisenumschlagplatz“ mit hohem Ertrag.

Eine Störung liegt vor. Ein Virus legt Rechner von Spielern lahm, eine bestimmte Menge an Gold soll im Spiel an einen bestimmen Ort gebracht werden, um den realen Virus unschädlich zu machen. Nur, dass ein Speicherstick mit kriminellen Daten von Kreditkarten den Virus eingefangen hat und Iwanow, der Auftraggeber des Datendiebstahls keinen Spaß verstehen. Als es nicht gelingt, das „Lösegeld“ im Spiel abzuliefern, machen sich dieser mit drei gekidnappten Personen auf nach China, um die Programmierer des Virus persönlich „zur Rede zu stellen“. Unter den drei gefangenen Personen befindet sich eher zufällig Zula, Die Nichte Richards. In China selbst versucht Zula, die Programmierer des Virus zu schützen und sticht dabei in ein Wespennest islamischer Terroristen. Was viele Tote nach sich zieht und sie selbst in höchste Gefahr bringen wird. Während Wichard fieberhaft versucht, Zula zu retten.

Womit der Inhalt des Thrillers letztlich nur ungenügend beschrieben ist im Blick auf die Vielfalt der Personen, Perspektiven und der Handlungsstränge, die Stephenson um diese Grundgeschichte herum detailliert und tief auslotend „beistellt“. In einer ständig präsenten „Echtzeit“, die er untereinander und ineinander verschiebt.
Ein Wechsel der Perspektiven unter anderem, der einen seiner Höhepunkte in dem Augenblick findet, in dem die Terrorzelle den russischen Kriminellen (Ex-Elitesoldaten) gegenübersteht. Aus 4, 5, 6 Perspektiven heraus schildert Stephenson über Seiten hinweg mit fließenden Übergängen die Ereignisse dieses Kampfes, so dass in „Echtzeit“ ein Blick aus diversen Perspektiven beeindruckend zu einem großen Ganzen zusammenfließt.

Und das alles in ständig komplexer Sprache. „Pageturner“ kann so nicht als Kategorie für dieses Buch gewählt werden, eher ein „Satz-Turner“, denn schnell lesen kann man die vielfach kleinteilige und detailreiche Darstellung von Ereignissen und Personen nicht. Und überlesen kann man vielfach ebenso nicht, da ständig Informationen mitschwingen, die für das Verständnis des großen Ganzen wichtig sind.

Ein stückweit vielleicht zu kleinteilig und zu lang ist dieser Thriller geraten, gerade im mittleren, zweiten Teil des Buches geraten die Ereignisse in Xiamen doch sehr ausufernd. Wobei Stephenson hier allein schon mit seinem „Einblick“ in das chinesische Alltagsleben zu interessieren weiß.
Was eben die Konzeption des Thrillers, die Atmosphäre und die Echtheit von Handlung und erwähnter virtueller Welt im Buch angeht, lässt Stephenson kaum Wünsche an eine hervorragende Geschichte offen. Ebenso, wie sein zusätzliches Grundthema der Verflechtung von realer und virtueller Welt hervorragend im Lauf der Geschichte mit zur Geltung kommt und auch sozilogische Entwicklungstendenzen im Buch durch das Spiel wie nebenbei noch mitgestreift werden.

Das Buch lebt nicht von „knisternder Spannung“ oder „atemlosen Thrill“, wohl aber von Klugheit und hoher Durchdachtheit der Personen und Ereignisse, vom Autor des Rollenspiels bis zum Führer der Terrorzelle, von der englischen Geheimagentin bis zum melancholischem Ex-Speznaz Kämpfer, bis hin natürlich zu den tragenden Hauptfiguren der Geschichte und deren geographischem und persönlichem Umfeld. Auch wenn nicht alles immer ganz stimmig ist und hier und da konstruiert wirkt, sprachlich und im Ablauf bietet das Buch beste Unterhaltung.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Januar 2013
natürlich hat man bei einem stephenson immer eine gewisse mindesterwartung, der zu entsprechen, sicher nicht einfach ist.
trotzdem muß man einen autor an seinen stärksten werken messen und diesem vergleich hält der vorliegende roman nur noch sehr bedingt stand.
das ist in so fern schade, als die sache wirklich interessant losgeht und es auch bis mitte des romans so bleibt.

das quälend lange finale dagegen, das im grunde nur aus einer episode black ops besteht, will so gar nicht zu stephensons sonst so fein gesponnenem stil passen.
man könnte meinen, stephenson wäre von der amerikanischen waffenlobby gesponsort worden, so fetischistisch geht es da zur sache - und es zieht sich hin, und hin, und hin.....

Die Grundidee einer MMPORG-Welt, in der richtiges Geld verdient und ausgegeben werden kann, hätte ich toll und originell gefunden, wenn andere das nciht schon besser gemacht hätten - inklusive stephenson selbst in snow crash.
aber ab mitte des romans ist dieser teil sowieso praktisch vorbei.

Kurz vorher habe ich READY PLAYER ONE gelesen.
Und wenn jemand eine realistische, coole vorstellung von der zukunft von internet und onlinerollenspielen hat, dann ist es sicherlich Ernest Cline. FÜr Liebhaber von snowcrash ein absoluter geheimtip - genauso spannend. allerdings leichter zu lesen.
Mit seinem Roman hat Cline einem stephenson kurz mal eben die komplette butter vom brot genommen und ich würde dieses buch jederzeit dem hier vorliegenden Roman vorziehen.

Wie ich schon sagte, messe ich hier den autor vor allem an seinem eigenen werk und bin von daher rechtschaffen enttäuscht.
Aber auch unabhängig davon kann man ihm einfach nciht mehr alles nachsehen.
Daß stephenson auf schwerter steht, weiß man ja und das kann ja auch durchaus interessant sein.
in der zeiten hälfte geht es hier aber wirklich nur noch um wahlloses rumgeballere mit automatikwaffen und das erweckt bei mir den eindruck eines waffenlobbyisten auf "Killing Spree".

So schwer es mir als als stephenson-fan fällt, kann ich dieses buch leider nicht mehr vorbehaltlos empfehlen.

Als Alternative empfehle ich nochmals "READY Player ONE". Ihr werdet es nicht bereuen!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. April 2013
Als Stephenson-Fan habe ich mich natürlich zunächst über das neue Buch gefreut.
Allein der englische Titel "Reamde" hatte mich schon neugierig gemacht, bevor die deutsche Ausgabe erschien.
Warum diese hierzulande nun mit "Error" betitelt wurde, kann ich mir nur damit erklären, dass jemand im Verlag das Werk inzwischen als eben einen solchen Error - Fehler - eingestuft hat.

Und das meiner Meinung nach zu Recht:

Die Brillianz, die ich in Stephensons vorherigen Büchern fand, fehlt hier meines Erachtens völlig.
Die Handlung zeigt keinen roten Faden, so als ob Stephenson die Geschichte heruntergeschrieben hätte, ohne sich zuvor Gedanken über Inhalt, Verlauf und Aufbau zu machen.
So werden z.B. der Auslöser der Handlung und eine damit verbundene "bedrohliche" Figur relativ früh verlassen, um die Geschichte in eine ander Richtung weiterlaufen zu lassen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine überraschende, spannende Wendung, sondern meiner Meinung nach um einen unsinnigen Cut.
Daneben finden sich viele recht unglaubwürdige Stellen, die mir vorkommen, als hätte Stephenson seine Figuren eben ad hoc aus irgendeiner prekären Situation "herausschreiben" müssen, in die er sie zuvor gebracht hat, ohne sich überlegt zu haben, wie es weitergehen soll.

Charaktere kommen und gehen, und von denen, die bleiben, spielen viele nur Nebenrollen. Überhaupt frage ich mich, wer denn der Hauptprotagonist der Story ist. Eine starke Identifikationsfigur, mit der man mitfiebert, fehlt.
Die zu Beginn vorgestellte Person ist es nicht, sie taucht im Laufe der Handlung viel zu lang nicht auf bzw. spielt für das Geschehen über lange Strecken eigentlich keine große Rolle.

Daneben verliert sich Stephenson in endlosen Beschreibungen und Erläuterungen von irrelevanten Dingen und Gedanken, was die Handlung nicht vorantreibt und bremst. Ein Thriller lebt jedoch vom Tempo.
Rigoros von den vorliegenden 1.000 auf vielleicht 300-400 Seiten zusammengestrichen hätte vielleicht ein zwar nicht anspruchsvoller, aber knackig-unterhaltsamer Zeitvertreib aus dem Buch werden können. Irgendwie denke ich da an Matthew Reilly, der weiß Gott keine anspruchsvolle Literatur abliefert, aber zum Teil doch ganz gewitztes Popcorn-"Kino".

Schade! Man sollte meinen, dass ein Thriller für Stephenson eine leicht zu bewältigende Fingerübung sein sollte.
Dem ist leider, leider nicht so, "Error" ist zu wirr, zu lang und nicht spannend.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Juni 2013
Neal Stephenson ist ein Visionär, ein Vordenker in technischen und sozialen Entwicklungen und ein großartiger Autor.
Snow Crash und The Diamond Age sind für mich immer noch zukunftweisend und ich würde so ziemlich alles kaufen was an Neuerscheinungen von Ihm auf dem Markt kommt.
Leider ist "Error" aber für mich ein echte Enttäuschung. Es währe kein Problem gewesen auf die sonst so eindrücklichen Aussichten auf kommende Entwicklungen zu verzichten die für mich einen besonderen Reiz ausgemacht haben, aber die Geschichte kommt einfach nicht in Fahrt. Der Handlungsstrang fasert sich immer weiter auf in unzählige Anekdoten und Lebensgeschichten, die ganze Geschichte wird zu einem Konglomerat aus Zufällen und damit genau so unglaubwürdig wie Ihre Charaktere. Immer wenn die Geschichte etwas an Fahrt aufnimmt landet man wieder auf einem Nebengleis und weis nicht wie man dort eigentlich hingekommen ist und oft genug auch nicht wo man eigentlich ist. Ich habe mich wirklich gequält und am ende sogar Seiten nur noch überflogen um zum Schluss zu kommen. Das nächste Buch kann nur besser werden.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die eritreische Nichte eines Spielemilliardärs, ein ungarischer Hacker, ein chinesischer Online-Erpresser, ein russischer Sicherheitsberater, eine englische Geheimagentin, ein amerikanischer Elitesoldat, islamische Extremisten, die russische Mafia, eine chinesiche Teeverkäuferin - so unglaublich die Liste der Protagonisten, so unglaublich auch die Story, die Neal Stephenson dieses Mal aus dem Hut gezaubert hat: Auf der Jagd nach einem Erpresser, der in dem Computerspiel "T'Rain" virtuelles Geld erpresst, um daraus dann schließlich echtes zu machen, stolpern die Verfolger in ein Nest voller islamischer Extremisten und so beginnt eine Jagd, die u.a. in China, Taiwan, den Philippinen, der USA, Kanada stattfindet.

Auch wenn die Handlung zunächst einmal verwirrend klingt, so kann man ihr doch sehr gut folgen. Dieser Stephenson ist bei weitem nicht so tiefgründig, wie andere Romane des Autors.
So ähnlich wie in "Snow Crash" verknüpft Stephenson auch in "Error" wieder die virtuelle Welt mit der realen. Dabei kann es durchaus hilfreich sein, wenn man schon mal etwas von Massively Multiplayer Online Role-Playing Game, also Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspielen gehört hat und, zumindest grob, deren Abläufe kennt.

Hätte ich nicht gewusst, dass es sich bei dem vorliegenden Roman um einen Neal Stephenson handelt, durch die Handlung wäre ich sicher nicht darauf gekommen.
"Error" ist ein lupenreiner Action-Thriller, der so gar nichts mit Stephensons anderen Romanen gemein hat. Es könnte auch ein DeMille oder Baldacci sein.
Lediglich der Stil und die "Sprache" des Autors verraten Stephenson schließlich doch.
So ausgefeilt, präzise und mit augenzwinkerndem Humor formuliert nur er.

Lässt man den Vergleich mit den vorhergehenden Werken, wird man mit einem spannenden, "schnellen" und actionreichen Roman belohnt, der mich, und mehr erwarte ich im Endeffekt von einem Roman auch nicht, sehr gut unterhalten hat.
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am 12. Juni 2015
Eines vorweg: Ich lese gern auch mal längere, von anderen als "langatmig" beschriebene Bücher. Oft lohnt es sich wirklich und hier war es nicht anders.

Ich habe schon einige Bücher von Stephenson gelesen und dies ist in der Art wohl am ehesten mit Cryptonomicon zu vergleichen. Wenn man sich für Computer und Technik interessiert, kann man einige sehr unterhaltsame Stunden mit diesem Buch erleben.

Die Handlung ist recht komplex. Die Hauptfigur Zula gerät eher zufällig zunächst in die Gewalt russischer Gangster und später von international gesuchten Terroristen. Das Ganze entwickelt sich zu einer Art Achterbahnfahrt rund um die Welt und irgendwie kommen die meisten Figuren, die sich im Laufe der Geschichte getroffen haben, wieder an einem Ort zusammen. Irgendwie dreht sich alles um einen teilweise leerstehenden Wohnblock in der chinesischen Millionenstadt Xiamen.

Ein Teil der Handlung spielt dabei parallel in einem (fiktiven) Online-Fantasyrollenspiel namens T'Rain das von Zulas Onkel Richard entwickelt wurde und in dem viele der Romanfiguren regelmäßig "zocken". Auslöser des ganzen Durcheinanders ist ein "Ransomware"-Virus namens "Reamde", der über einen Email-Anhang die Festplatten von T'Rain-Spielern verschlüsselt und die Daten erst nach Zahlung eines Lösegelds im Spiel wieder freigibt.

Wie dabei eine als Kind aus Eritrea geflüchtete Softwareentwicklerin, ein amerikanischer Millardär, ein russischer Gangster, ein russischer Ex-Elitesoldat, ein ungarischer und ein chinesischer Hacker, eine chinesiche Teeverkäuferin, eine MI-6 Agentin, ein CIA-Agent und eine Gruppe "Gotteskrieger" unter einen Hut zu bekommen sind, das kann sich wohl nur Neal Stephenson ausdenken.

Bis auf gelegentliche Längen, wenn der Autor sehr detailverliebt Hintergrundinformationen vermittelt, bleibt das Buch aber immer spannend. Störend ist evtl. noch der häufige Gebrauch von Cliffhangern. Das Buch wechselt dabei von Abschnitt zu Abschnitt die Erzählperspektive und folgt einer Figur, um dann an einer spannenden Stelle abzubrechen und mit einer anderen Figur fortzufahren.

Einige Wendungen in der Handlung kommen sehr unerwartet, das Ende hingegen eher weniger. Dennoch hat es mir wirklich Spaß bereitet, diese moderne Odyssee bis zum Ende zu lesen.

In diesem Sinne vergebe ich dann auch vier Sterne. Wäre es ein wenig kürzer (vielleicht mit ca. 800 statt 1000 Seiten) und mit weniger Cliffhangern, dann würde ich volle 5 Sterne geben.

Vielleicht findet sich ja ein Studio und macht einen Film oder noch besser eine TV-Miniserie daraus, das könnte richtig cool werden.

Und "Error" bzw. "Reamde", wie er im Original heißt, wird sicher nicht der letzte Stephenson Roman bleiben, den ich lese. Mal sehen, was sich der Meister das nächste Mal einfallen läst ...
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am 24. Oktober 2014
Kopfkino mit special effects

Über zwei Jahrzehnte konnte man die Bücher von Neil Stephenson unbesehen kaufen. Seine Frühwerke aus den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts sind längst Klassiker. Mit den futuristischen Romanen "Snow crash" und "The Diamond Age" erschuf er eine völlig neue Gattung im Rahmen der Sciencefiction-Literatur, in diesen Büchern stellt er äußerst weitsichtig die Folgen von Nanotechnologie, Cyberprothesen und dem "Internet der Dinge" in einen dramatischen Zusammenhang, drei wichtige Begriffe, über die erst heute, mehr als zwanzig Jahre später, in einem größeren Rahmen diskutiert wird - und die jetzt noch immer nicht die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit bekommen haben, die ihrem Potenzial gerecht werden, mit dem sie Kommunikation und gesellschaftliches Leben der kommenden Generation beeinflussen können.

Ein Höhepunkt seiner Schaffenskraft zeigt sich in den drei Bänden des Barock-Zyklus Quicksilver, Confusion und Principia , in dem er Geistesgeschichte, Kunst und Kultur, Technik und Finanzwesen und die politischen Verwirrungen im Europa des siebzehnten Jahrhunderts darstellt; exzellent recherchiert und meisterhaft erzählt. Die großen Philosophen und Naturforscher, englische Adelige und französische Könige, Entdecker und Piraten, Helden und Schurken jeder Preisklasse und Größenordnung spielen eine Rolle in diesem epischen Romanzyklus, der immer noch ein Stück größer, bunter, phantasievoller und detaillierter ist, als man es erwartet oder erhofft.

Eine wirklich witzige Ergänzung, ein Sahnehäubchen zu diesem fulminanten Epos ist der Roman "Cryptonomicon", eine Art "Fingerübung" vor der Erschaffung dieses dreibändigen Klassikers, in dem die Hauptfiguren dieselben Namen und ähnliche Charakterzüge tragen - so als seien sie vierhundert Jahre nach den Ereignissen des Barockzyklus noch einmal in der Welt, um Abenteuer zu erleben. Dramatische Ereignisse aus dem Zweiten Weltkriegs, ein lange verschollener Goldschatz und die Neugier einer Gruppe Abenteurer aus einer gar nicht fernen Zukunft sind die Elemente,, aus denen dieser Roman seine Würze bezieht.

Wieder eine ganz andere Art Literatur ist der fantastische Romem "Anathem", in dem die Leser in ein Kloster entführt werden, dessen Tore sich nur wenige Tage im Jahr öffnen und das teilweise nur alle tausend Jahre mit der Außenwelt in Kontakt kommt - bis auf dem Observatorium über dem Uhrenturm etwas sehr Seltsames entdeckt wird.

Nach all diesen gelungenen Experimenten, in den verschiedenen Spielrichtungen der Prosa Virtuosität zu beweisen, scheint Stephenson nun wieder zu seinen Wurzeln zurück finden zu wollen - doch der Roman "error" (im englischen Original heißt er "reamde") hat mich nicht restlos überzeugen können.

Die Grundidee ist wieder faszinierend und visionär: In einer nahen Zukunft ist ein Computerspiel zu einem der stärksten Faktoren der weltweiten Finanzwirtschaft geworden. Ein Game, ähnlich wie World of Warcraft, hat eine eigene, international anerkannte Währung, die ursprünglich dazu gedacht war, innerhalb des Spiels Waffen und Rüstungen zu kaufen - doch dann nutzen plötzlich Kriminelle aus aller Welt diese Möglichkeit, Finanzen zwischen verschiedenen Ländern hin und her zu verschieben, zunächst unbemerkt von den Augen der Justiz und der Polizei. Wer dieses Spiel kontrolliert, kontrolliert auch die Geldmittel der weltweiten Mafia. Doch dann geschieht einem jungen unbedarften Hacker ein Missgeschick - und plötzlich sind die Karten in diesem Spiel ganz neu gemischt...

Niel Stephenson ist ein genialer Erzähler, und es gelingt ihm, auf der Grundlage dieses Entwurfs eine spannende, aktionreiche, packende Geschichte zu erfinden. Geheimagenten, Terroristen, kleine Ganoven und tödliche Mafiabosse werden in einen Strudel aus Intrigen und Gewalt hinein gezogen, in dem nichts wirklich so ist, wie es zunächst scheint.

Während man dies Buch liest, läuft im Kopf ein Film mit großartigen special effects, Explosionen vom feinsten, waghalsige Stunts und Computergrafiken, die einfach nur atemberaubend sind. Exotische Szenarien im fernen China und romantische Berglandschaften in Kanada wechseln sich ab, man sieht und riecht und fühlt die Hitze, die Fremdheit und die knisternde Spannung in den wechselnden Kulissen eines furiosen Roadmovies, man macht mit Agenten und Hackern eine faszinierende Reise um die ganze Welt. Aber wie es oft mit solch grandioser Technik voller Darstellungskraft ist - sie kann nicht wirklich davon ablenken, dass die Handlung etwas dünn ist und dass ihr die tiefe, originelle, innovative Phantasie fehlt, durch die sich die Bucher von Niel Stephenson bisher ausgezeichnet haben.

Ich finde einige Szenen übertrieben brutal, teilweise sogar gewaltverherrlichend. Wo Phantasie und kluge Frechheit nicht ausreichen, hilft immer ein grosskalibriges Maschinengewehr oder eine Panzerfaust, und wenn man sich nicht sicher ist, wo sich der Gegner versteckt, sprengt man eben gleich das ganze Haus. Wohlgemerkt: ich habe nichts gegen fetzige Explosionen und heiße Verfolgungsjagden, ich habe Verständnis für eine gewisse Faszination an Waffen und Kriegsgerät in einem Actionfilm, aber Gewaltdarstellungen sind nur sinnvoll, wenn sie die Handlung vorantreiben und irgendwie sinnvoll und nachvollziehbar sind. Nicht einmal ein brutaler Terrorist würde ein Taxi samt Fahrer nur deshalb in die Luft jagen, weil sonst kein Parkplatz in der Straße mehr frei ist.

Für ein Dutzend Abende mit Popcorn und Cola, mit klopfendem Herzen und heißen Ohren ist dieses Buch allemal gut. Aber Niel Stephenson hat mich in der Vergangenheit zu sehr verwöhnt - nur darum war ich von diesem Buch etwas enttäuscht.

Auch im Kopfkino gibt es zweitklassige Filme.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Dezember 2012
Als Fan von den bisherigen Romanen von Neal Stephenson war ich doch eher enttäuscht. Während der Beginn noch auf einen spannenden Plot mit Referenzen ans digitale Leben erhoffen lässt, gleitet der Roman ab der Mitte ins billige Thriller-Genre mit allzu vorhersehbaren Entwicklungen und platten Charakteren, die sich Rambo-mässige Schiessereien liefern....
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