Justine gehört für mich zu den Klassikern überhaupt. Es gefällt mir von de Sades Werken auch am besten. Recht einfühlsam, dennoch hart an der Grenze hat der Marquis darüber geschrieben, wie die Unschuld in Form der jungen Justine so ruchlos verdorben wird. (Dem Adel war halt langweilig, aber nicht nur dem!)
Für mich ein Meisterwerk.
Empfehlenswerte Lektüre für die etwas härteren Erotik-Fans. Wenn man einen etwas weicheren Kern hat, könnten einen einige Passagen aus dem Text ganz schön schocken. Sogar ich fand sie teilweise zu hart. An dieser Stelle sage ich nur: Hunde zerfetzen die Vagina einer Frau. Also, die Fantasie des Marquis ist sicherlich an mancher Stelle mit ihm durchgegangen. Nicht umsonst war er zeitweise sogar in der psychiatrischen Anstalt.
Ansonsten sollte man mindestens ein Werk des Marquis gelesen haben, ich persönlich rate zu Justine.
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Nachtrag vom 12.03.2011:
Ich habe DAS BUCH Justine, das im Juli 2009 erschienen ist, im Juli 2010 rezensiert (rein rechnerisch würde ich sagen, knapp ein Jahr später).
Ich habe NICHT das Audiobook Justine, das im Mai 2011 erscheinen soll, rezensiert! Amazon hat hier meine BuchRezension auf das Audiobook übertragen. Ich gehe deshalb davon aus, dass der Kommentator meiner Rezi Schwierigkeiten beim Entschlüsseln der Zusammenhänge hatte... obwohl es mich schon wundert, denn bevor der Text zu meiner Rezension beginnt, steht dort von Amazon geschrieben: diese Rezension bezieht sich auf das TASCHENBUCH... wie heißt es doch so schön: wer lesen kann, ist klar im Vorteil...
;o)
Nachtrag vom 29.09.2011:
@ Fontane
Der Adelige Bressac ließ seine Mutter von Doggen zerfleischen. Währenddessen wurde sie auch noch vergewaltigt.
... am besten bei Seite 112 beginnen zu lesen!
Auf Seite 113 heißt es, ich zitiere: "Was sich den Augen von Bressac (das ist jetzt die Mutter) zuerst darbot, war auf der einen Seite eine breite Gruft, die auf sie wartete, und auf der anderen vier ungeheure Doggen, die vor Wut schäumten... als sie an diesem Schreckensort angelangt waren, schürzte Bressac (Sohn!) selbst seiner Mutter die Röcke auf, und seine unreinen Hände richteten sich nach den keuschen Reizen dieser erwürdigen Frau. Der Busen, an dem er gesogen hatte, erweckte jetzt seine Glut. "Putz weg", sagte er zu einer der Doggen und wies auf die Brüste. Der Hund sprang an, und unter seinen Zähnen spritzte das Blut nach allen Seiten hervor. "Hier auch", fuhr Bressac fort, indem er auf die Scham hinwies. Ein neuer Biss folgte. "Ich hoffe, sie werden Sie zerreißen und verschlingen", fuhr das Ungeheuer fort... "Wie? Du willst sie nicht in den Hintern fic***?", frug Jasmin... ENDE ZITAT.
In dieser Nacht starb seine Mutter.
Da sie nach der Schreckenstat ihres Sohnes Bressac immer noch lebte, obwohl sie von den Hunden während der Vergewaltigung zerfetzt wurde (Brüste und Scham), hatte ihr Bressac durch Justines Hand am Ende einen Dolch ins Herz gestoßen. Oben genannte Szene spielt sich auf den Seiten 112 bis 115 ab. Ich denke, diese Szene von de Sade ist keine Glanzleistung, daher hat wohl auch niemand in Wikipedia darüber berichtet. Wie schon in meiner Rezension erwähnt, hat mich dies doch sehr abgeschreckt. Deshalb ist de Sade nichts für schwache Nerven. Ich habe ihn gelesen, weil ich mitreden wollte, und weil auch Szenen dabei sind, die die Fantasie schon ganz schön beflügeln...