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Eros [Gebundene Ausgabe]

Helmut Krausser
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. September 2006
Der todkranke und schwerreiche Industrielle Alexander von Brücken lädt den Ich-Erzähler, einen Schriftsteller, zu sich ein um diesem seinen Lebensbericht für einen Roman zu diktieren. Es geht dabei um eine lebenslange unerfüllte Liebe, die ihr Schlüsselerlebnis kurz vor dem Ende des II. Weltkrieges bei einem pubertären Annäherungsversuch in einem Luftschutzkeller findet. Die Geschichte endet in der Gegenwart und beschreibt damit ein aufregendes Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. Für von Brücken gab es in seinem reichen Leben keine Frauen ausser Sofie, das Mädchen aus dem Luftschutzkeller. Sie ist mehr Idee als Person für ihn. Sein Eros ist die Macht über Sofie, mit der er ihr Leben, das von seinem weit entfernt ist, beherrschen will. Der Zuhörer oder Leser wird zum Komplizen seines Voyeurismus. Er wird mitgezogen von der ständigen Überwachung, bei der Sofie, die in das linksextreme und gewaltbereite Milieu abgleitet und zuletzt in der DDR untertaucht, auch immer wieder seinen Schutz findet ohne es selbst zu bemerken.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 3 (1. September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832179887
  • ISBN-13: 978-3832179885
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 356.221 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alexander von Brücken ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Nach dem Zweiten Weltkrieg wachsen seine Werke, die schon unter seinem Vater -- und unter Adolf Hitler -- florierten, zu alter Größe. Die Expansion zur Zeit des Wirtschaftswunders macht von Brücken Spaß. Aber seine eigentliche Leidenschaft gilt etwas anderem: einer Frau, die er kaum kannte. Sofie ist ihr Name, die Tochter eines Arbeiters und einer Arbeiterin, die früher bei seinem nationalsozialistisch gesinnten Vater beschäftigt waren. Von Sofie bekam Alexander als Heranwachsender seinen ersten Kuss, leidenschaftlich, anscheinend, jedenfalls wie von einer Erwachsenen, für 50 Mark. Mit dem Kuss wollte Sofie ihre armen Eltern unterstützen. Für von Brücken ist er der Beginn einer lebenslangen Obsession.

Nach dem Krieg macht von Brücken Sofie, die er nach einer Landverschickung aus den Augen verloren hatte, ausfindig. Er holt sie mit einem Privatjet zu einem (missglückten) Tete-a-tete in seine Wohnung. Er schickt ihr Aufpasser und Detektive nach Wuppertal und Berlin, die ihr Leben beobachten (und sanft lenken) sollen. Am Ende seines eigenen Lebens holt er sich einen Autor ins Haus, der diese ebenso banale wie tragische, da keusche Amour fou in Worte kleiden soll. Es ist der Ich-Erzähler von Helmut Kraussers Roman Eros, ein ebenso flott wie brillant beschriebenes Buch über eine Liebe, die es nicht gab -- und die man nur zu verstehen glaubt, weil sie in die blendenden, dabei niemals pathetischen Worte eines Schriftstellers gekleidet wird: eines Schriftstellers zudem, der es gekonnt versteht, durch sein Spiel mit mehreren Erzählebenen ironische Distanz zu erzielen. Seit 1997 hat Krausser nach eigener Aussage an dem Stoff gearbeitet, die siebzehnte und letzte Fassung 2005 zum Druck gebracht. Die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt. --Thomas Köster

Pressestimmen

Die den Roman bestimmenden Gesprächspartner, der Industrielle von Brücken, gesprochen von Ernst Jacobi, und der Ich-Erzähler, gesprochen von Sylvester Groth, wurden von Walter Adler mit seinen gewohnt hohen Ansprüchen an die Qualität in Szene gesetzt. In diesem Hörbuch werden die letzten 60 Jahre deutscher Geschichte lebendig. (Website Hörkultur) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen faszinierend, spannend, packend 24. September 2006
Von verheugen
Format:Gebundene Ausgabe
eine geniale konstruktion, eine wunderbare Liebesgeschichte, spannend aufgearbeitet mit verblueffenden Perspektivwechseln und glaenzend herausgearbeiteten Charakteren. 50 Jahre auf nur 320 Seiten ueberzeugend zum Schillern gebracht. Sicher der beste Roman des Jahres, und der, der sich von Krausser am meisten verkaufen wird. Auf jeden Schnickschnack hat er hier verzichtet.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom ersten Satz bis zur letzten Silbe: lesen! 15. Februar 2007
Von Thomas Brasch TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der erste Satz eines Romans ist für mich oft ein entscheidendes Kaufkriterium. Deshalb zitiere ich ihn: "Ohne viel von ihm zu wissen, außer dem wenigen, was es hier und da zu lesen gab, und ohne ihn je gesehen zu haben, außer auf schon vergilbten Fotografien, war er mir widerlich."

Dass ein so eingeführter Protagonist es wert ist, ihn kennen zu lernen, hatte mich überzeugt. Wer mir dabei nicht folgen mag, dem seien die Rezensionen der anderen Leser empfohlen. Eros zählt für mich zu den Büchern, bei denen man sich am liebsten beim Autor persönlich für die Stunden bedanken möchte, die man in seiner geschaffenen Gesellschaft verbracht hat. Und vielen Dank auch für die Ausdauer eines gewissenhaften Autors, der der Stoffbearbeitung fast zehn Jahre widmete, bevor er zufrieden war.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dieter Drewitz TOP 1000 REZENSENT
Format:Audio CD
Ich gestehe, dass ich den Erzähler Helmut Krausser (geb. 1964) erst mit dem Hörbuch "Eros" für mich entdeckt habe.

Die Geschichte eine Leidenschaft wird in der Rahmenhandlung von einem alten, schwerkranken und schwerreichem Mann einem Schriftsteller erzählt, den er gekauft hat, damit er nicht etwa seine Lebensgeschichte aufschreibt, sondern nach seinem Tode einen Roman veröffentlicht. Er erwartet ausdrücklich die Umgestaltung seiner Biografie in ein Kunstwerk.

Alexander von Brücken, Sohn eines Fabrikanten, liebt Sofie, seitdem er als vierzehnjähriger Jugendlicher während der Bombenangriffe der Alliierten mehrmals nachts im Luftschutzkeller neben ihr lag.
Die Tochter aus einer Arbeiterfamilie will jedoch nichts von ihm wissen. Nur einen Kuss kann er sich für 50,- Mark erkaufen.
Nachdem von Brücken Sofia nach dem Krieg auch durch den großen Reichtum, den er geerbt hat, nicht beeindrucken konnte, wird er mit der Macht des Geldes wenigstens ihrem Leben auf der Spur bleiben. Jederzeit erforscht er alle Details ihres Lebens und greift bei Gelegenheit helfend ein, von der Hoffnung gelenkt, sie irgendwann für sich zu gewinnen.
Sofie wird zu seinem Leidenschaft - seinem "Wahnsinn" wie er es selbst rückblickend erkennt -, der sein gesamtes Leben lenkt.

Der Chronist, unschwer als ironisch gefärbtes Selbstporträt Kraussers zu erkennen sagt:
"Es wird mir partout nicht klar, warum Sie sie geliebt haben, was das Reizvolle an ihr war", Alexander weiß darauf keine Antwort.
Vom "Eros" getrieben, begibt sich Alexander in die Hölle, nie tatsächliche Liebe und Nähe in einer echten Beziehung erfahren zu haben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt... 17. Oktober 2009
Format:Taschenbuch
...hat nie geliebt und nie gehasst" lautet ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach, das ich zu diesem Buch sehr treffend finde.

Ein faszinierendes Buch, das einen hin- und hergerissen zwischen Mitgefühl und staunender Fassungslosigkeit zurücklässt und bis zum Ende nicht mehr los lässt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerfüllt aber erfüllend 3. Januar 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Dieser Roman läßt den Leser, gleich welchen Alters (naja, vielleicht sollte man die ersten 25 Jahre überschritten haben) nicht unberührt. Diese zutiefst traurige, aber wunderschöne Erzählung einer Liebe, die durch die Wirren und Wendungen im Zuge der Entstehung des modernen Deutschlands unerfüllt bleiben muss, gehört zum Schönsten, dass ich in den vergangenen Jahren in Romanform gefunden habe. Delikat und geistreich, sehr empfehlenswert, ein wunderbares Geschenk für Vielleser.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kraussers Meisterstück 22. Februar 2011
Von Thanatos
Format:Gebundene Ausgabe
Tom Tykwer sei aufrichtig dafür gedankt, aus dem Drehbuch keinen Film gemacht zu haben und damit diese Romanversion erst ermöglicht zu haben. Mit dem Verzicht auf seine üblichen pseudointellektuellen Spielereien ist Helmut Krausser nämlich hier ganz nebenbei ein Meisterwerk gelungen. Für mich ist Eros schlicht und einfach DER deutsche Roman des zwanzigsten Jahrhunderts. Und der Beweis dafür, dass sich der wohl meistunterschätzte deutsche Autor der Gegenwart nicht immer selbst im Weg stehen muss.
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Von Cutterina
Format:Gebundene Ausgabe
In Helmut Kraussers, 42, neuesten Roman „Eros“ beschreibt der Autor in einer packenden Konstellation, wie die Welt zwischen der obsessiven Fantasie eines Millionärs und der bitteren Realität verschwimmt und sich dort, in dieser Zwischenwelt, zwischen Schein und Sein, die Wahrheit am Rande des Wahns, wie ein Hauch erahnen lässt.

Geschildert wird die unerfüllte Liebesgeschichte des Fabrikantensohnes Alexander von Brücken, der sich als Junge in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs, im Luftschutzkeller, in die Nachbarstochter Sofie verliebt.
Bis dahin ist die Liebe nur ein fernes Fragment am Horizont, welches mit dem ersten Kuss, den Alexander von Brücken von Sofie erhält und dafür 50 Mark an die Angebetete bezahlt, zum ersten Mal in greifbare Nähe rückt. Für von Brücken ist dies der Beginn einer lebenslangen Obsession.

Der soziale Unterschied und die Wirren des Kriegs trennen die beiden, doch von Brücken kann seine Jugendliebe nicht vergessen. Aus diesem Grund macht er sich direkt nach dem Krieg unter erheblichen Mühen daran, sie ausfindig zu machen – in der Hoffnung, seine Sehnsucht und Liebe endlich erfüllen zu können.
Sofie ist jedoch Teil einer Studentenbewegung und möchte sich nicht auf ihre ehemalige Jugendbekanntschaft einlassen – in der Angst, sie könne ihre Freiheit verlieren. Sie bricht mit ihrem obsessiven Verehrer, der sie jedoch weiterhin, von ihr unbemerkt, beobachten und unterstützen lässt.
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Veröffentlicht am 13. Januar 2011 von Anna
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Genial verwobene Erzählebenen, hemmungslose Übertreibungen in der Zeichnung der Charaktere, Übersteigerung der Details bis zur Ärgerlichkeit ... Lesen Sie weiter...
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Veröffentlicht am 22. Mai 2007 von Au-Lait
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Veröffentlicht am 13. Februar 2007 von 4elements
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