ums filmemachen oder kinski geht es hier nur am rande, "eroberung des nutzlosen" beschreibt die - nach "aquirre - erneute auseinandersetzung herzogs mit dem urwald: dem eigentlichen protagonisten dieses buches. in einer lebensfeindlichen welt, die nur ein schweißnasses vegetieren zuzulassen scheint, ringen herzog und sein team unter immensen kraftanstrengungen, um das bisschen zivilisation und ordnung, das man zum filmemachen braucht, zu verteidigen. - und vollbringen dabei unmögliches, das längst zum kinomythos geworden ist: ein schiff wird über einen berg befördert. herzog beschreibt den urwald einmal mehr als einen, der alles vertilgt, den ewigen zustand von chaos. was der mensch errichtet, kann nur ein provisorium sein, denn überall ist fäulnis und verschlingendes grün; der dschungel klagt seine rechte ein. nirgendwo sonst hat man zugleich soviel üppiges leben und elendes sterben vor augen, auf jeder zweiten seite quälen sich tier und mensch. herzog leidet - und beschreibt (nicht ganz ohne eitelkeit), wie er sich gegen giftspinnen, den eitlen und "feigen" mario adorf, den überängstlichen, fordernden jason roberts, unzuverlässige hilfsarbeiter, unberechenbare einheimische, die alltägliche kleinkriminalität, korruption, finanzielle probleme und versorgungsengpässe, krankheit und anflüge von hoffnungslosigkeit zu behaupten versucht. das ganze liest sich wie im fluge, manchmal wird das geschehen unwahrscheinlich, dann ist man unvermittelt in einem traum herzogs gelandet. der text schwankt zwischen wundervoller poesie, tiefschürfendem, nüchtern-lethargischen beschreibungen von unzumutbaren zuständen und knappen mitteilungen und ist doch wie aus einem guss. und nach der mitte der seiten kommen auch die kinski-fans auf ihre kosten...