Produktinformation
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»Die Vorstellung von der Heilsamkeit der Natur, zelebriert als eine Art Rückkehr ins Eigentliche, spielt eine wesentliche Rolle in einem sehr nützlichen Buch: Bertrand Russels »Eroberung des Glücks«. Russel, Autor nicht zuletzt der »Principia mathematica«, schrieb das Buch übers Glück im Jahre 1930; die erste deutsche Auflage bei Suhrkamp stammt aus dem Jahr 1977 und sie ist, übersetzt von Magda Kahn, immer noch im Handel. ... Ich gebe zu, dass ich mich in der Flut von Büchern über das Glück an dem von Russel festhalte.«
(Franz Schuh Die Zeit )Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil werden die Ursachen menschlichen Unglücks aufgezeigt und analysiert, im zweiten Teil diejenigen des Glücks. Es ist für jeden verständlich geschrieben, sofern er nicht gerade bekennender Analphabet ist; von einer Transparenz der Gedanken oder vielmehr der Sprache also, die für einen Philosophen nicht unbedingt selbstverständlich ist. Die sich aus der Analyse ergebenden Folgerungen münden in Ratschläge, wie man sein Leben glücklicher gestalten kann. Im Grunde genommen sind das alles Binsenwahrheiten, aber viele dieser sogenannten Binsenwahrheiten sind eben goldene Worte, die man gar nicht oft genug wiederholen kann. Insofern ist es schon ein nützliches Buch, und unter seinesgleichen darf es wohl auch einen besonderen Rang für sich reklamieren. Obwohl vor mehr als siebzig Jahren geschrieben, besitzen viele seiner Aussagen auch heute noch ihre Gültigkeit. Die Kapitel, die in besonderem Maße Aktualität für sich beanspruchen können, sind zweifelsohne die Kapitel über die Langeweile, über den Neid und über Familie und Ehe.
Mit einigen Aussagen des Buches kann ich indes nicht konform gehen. Da wäre zunächst und vor allem Russells ideologisch gefärbte Sichtweise vieler Dinge, die er sich nicht verkneifen konnte, in sein Buch einfließen zu lassen. In seiner ideologischen Verblendung versteigt er sich zu solch abwegigen Aussagen, daß zum Beispiel im kommunistischen Russland die glücklichsten Menschen der Welt leben, daß die Landwirtschaft mit Niedrigkeit und Elend gleichzusetzen ist und der Befreiung durch das wohltätige Eingreifen der Maschinen und Fabriken harrt, oder daß die Landbewohner der Tyrannei von Wind und Wetter entfliehen möchten, um sie mit der verläßlichen und menschlichen Atmosphäre der Fabriken zu vertauschen!! Dann wäre da noch das Primat der Vernunft gegenüber den im Unbewußten wurzelnden Trieben und Instinkten, von dem Russell so sehr überzeugt scheint. Man kann das, was Bertrand Russell etwas geringschätzig als Aberglauben bezeichnet, nicht einfach aus den geheimen Seelenwinkeln aufscheuchen und ausrotten, wie er das fordert. Russell verkennt das Ausmaß, in welchem auch der aufgeklärte, zivilisierte Mensch noch immer unter dem Einfluß seines Unbewußten steht. Doch Russell will sogar das Unbewußte dahingehend beeinflussen, daß es sich unsere bewußten, vernunftgemäßen Überzeugungen zu eigen macht! Dies wird schwerlich funktionieren, und C.G. Jung spricht in diesem Zusammenhang sogar von einer Autonomie des Unbewußten. Auch die von Russell immer wieder ins Feld geführte Herrschaft der Vernunft sitzt auf eher wackeligem Throne, sie dankt sogleich ab, wenn beispielsweise die Angst oder der Hunger ihre Krallen ausfahren.
Alles in allem ist die „Eroberung des Glücks" aber schon ein lesenswertes und auch lehrreiches Buch, wie ich meine.
Es stimmt einfach nach wie vor (oder heute mehr denn je?), dass Familien entgegen ihres eigentlichen Wesens, das Halt und Kraft geben sollte, Hort großen Unglücks sein können (Scheidungskinder, prüngelnde Ehemänner,...).
Obwohl nicht wirklich Neuigkeiten, erlebt man doch den ein oder anderen Aha-Effekt beim Lesen, stößt auf Steine, die man sich selbst in seinem Leben in den Weg legt. Herzlichen Dank dafür an Herrn Russell!
Und das ist auch das Wesen des Buches, weil man selbst einiges für sich selbst lernen kann, den entsprechenden Willen vorausgesetzt.
Ich würde das Buch keinesfalls in die Reihe der Massenpsychologie-Bücher mit Anleitungen zum (Un-)Glücklichsein stellen, dazu ist es dann doch zu philosophisch, und gerade das macht es wertvoll (selber nachdenken und lernen!!!).
Erstens ist es extrem unkompliziert geschrieben, was für Rusell spricht. Lesen Sie weiter...
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