Ich hatte diesen Film auf BR angesehen, mich wahnsinnig darauf gefreut (bin Kluftinger-Fan) und war sowas von entäuscht.
Daß eine Buchverfilmung schwierig ist, weiß man. Daß nicht alles, was im Buch vorkommt, in den Film übernommen werden kann, weiß man auch. Sonst würde es einfach zu lange werden. Aber hier: Mit dem Buch hat der Film kaum noch was zu tun, zu vieles wurde hier geändert. Im Buch ist Richter Hartmann mit Frau Urban verheiratet (ist für den logischen Verlauf des Falles auch sehr wichtig, damit das ganze einen Sinn ergibt), im Film nur über den Heimatverein (der im Buch gar nicht existiert) lose bekannt. Der Wohnort der Urbans ist woanders, der geistig minderbemittelte Sohn kommt im Buch erst ganz zum Schluß (außer einmal vorher als Sensenverkäufer - eine Schlüsselstelle des Krimis!). Die Urban aus dem Buch lebt in ihrer eigenen, kranken, tief-frommen Welt - daß sie, auch noch zusammen mit ihrem Sohn, ein Puppentheater betreibt - unvorstellbar. Und doch haben sie und ihr Mann ihren Sohn, der aus einer Vergewaltigung stammt, dafür benutzt, Leute hinzurichten, die sein Vater, Richter Hartmann, freisprechen mußte.
Die ganze Tragik des Falls, das Düstere, wie der Sohn als Henker verkleidet, unter Singen des Chorals "Lobet den Herren" (das unheimliche wird noch durch seine Hasenscharte verstärkt) die Sense wetzt um sein nächstes Opfer "im Namen Gottes zu richten", das extrem religiöse Verhalten von Frau Urban, die Hinweise am Tatort, man hätte daraus einen großartigen Film drehen können. An was hat es gescheitert? An der Vorlage bestimmt nicht. Das ganze wurde einfach lieblos und billig abgedreht. Ich verstehe hier die Herren Klüpfel und Kobr nicht... ob da wohl der finanzielle Aspekt ausschlaggebend war?
Was den Film jedoch etwas rettete, war Herbert Knaup als Kommisar Kluftinger.Der war wirklich gut. Auch gabs ab und zu mal was zum Schmunzeln: z.B. der Spieleabend bei Langhammers. Auch Dr. Langhammer wurde klasse gespielt. Auch wenn das Drehbuch nix war, die Schauspieler gabe sich alle Mühe, und schafften es auch, das bestmögliche rauszuholen...
Fazit: Einfach nur schade.....